+
Stolzer Meister-Golfer: Felix Krammer gewinnt in Valley die Bayerische Meisterschaft. 

Felix Krammer und Simon Taubenberger räumen ab

Bayerischer Meister und Vizemeister kommen aus dem Landkreis

Was für ein Erfolg: Der Schaftlacher Felix Krammer wird zum ersten Mal Bayerischer Meister im Golf. Simon Taubenberger aus Holzkirchen holt sich den Vizemeister-Titel.

Landkreis – Die Bayerischen Meisterschaften im Golf fanden am Wochenende statt, und zwei Sportler aus dem Landkreis haben dabei groß abgeräumt: Der Holzkirchner Simon Taubenberger holte sich in der Altersklasse 14 den Vize-Titel. Felix Krammer aus Schaftlach gelang in der AK 18 der große Wurf: Der 16-Jährige wurde zum ersten Mal Bayerischer Meister.

Wie gut es sich anfühlt, wenn man ausgerechnet in der Heimat den ersten großen Titel erringt, weiß Krammer seit dem Wochenende. Mit Heimat meint Krammer den Landkreis und da vor allem die Anlage des GC Valley. Hier reifte der Schaftlacher zu einem der hoffnungsvollsten Talente in Deutschland. Dass Krammer inzwischen für den Münchner GC startet und dort mit dem Herrenteam in der 2. Bundesliga direkter Gegner seines „Ziehvereins“ ist, will er nicht groß herausstellen. „Ich weiß, was ich Valley zu verdanken habe und komme deswegen auch immer wieder gern hierher.“

Für seine Entwicklung suchte der 16-jährige Gymnasiast jedoch weiterhin die Nähe zu seinem Coach und Mentor, Arne Dickel, den es zur neuen Saison von Valley zum Konkurrenten im Münchner Süden gezogen hatte. Dass der Wechsel dem Talent guttut, zeigt nicht zuletzt der Blick auf sein Handicap. Vergangenes Jahr noch bei +2,6 , steht er sechs Monate später bereits bei +3,6. Ein Wert, der immer mehr auf eine große Zukunft schließen lässt. Genau jene vier Schläge unter Platzstandard (72 Schläge für 18 Loch) reichten Krammer nun auch in Valley für den Meistertitel.

Wie bei den Vorbildern im Fernsehen wurde der Titel über drei Runden ausgespielt. Am Freitag reichten 72 Schläge nur für den geteilten fünften Platz. Am Samstag folgten noch einmal 72 Schläge, die Krammer bereits auf den geteilten zweiten Platz brachten. Vor der Schlussrunde am Sonntag führte noch der Starnberger Marc-Philip Seiler mit zwei Schlägen weniger. Wie taktisch abgezockt Krammer die Fairways einteilt und wie nervenstark er auf den schnellen Valleyer Greens die Putts versenkte, war schon meisterlich. Mit einer 68er-Runde lieferte der Schaftlacher nicht nur das Top-Ergebnis des Tages ab, sondern benötigte mit 212 Schlägen am Ende genau den einen Schlag weniger, der ihm die Meisterschaft bescherte. „Es ist geil, dass es ausgerechnet in Valley geklappt hat“, sagt Krammer. Vier Jahre lang hatte es in seinen Altersklassen immer nur zu Platz zwei oder drei gereicht. „Heute hat vielleicht der Heimvorteil endlich den Unterschied gemacht.“

Seit seinem vierten Lebensjahr steht Simon Taubenberger auf dem Golfplatz, 25 Stunden Training pro Woche muss der Gymnasiast mit seiner Schularbeit unter einen Hut bringen. Am Wochenende konnte sich der Siebtklässler für sein Engagement mit dem Bayerischen Vizemeister-Titel belohnen. In der AK 14 trat er auf dem Golfplatz Herrnhof bei Neumarkt in der Oberpfalz an. Letztlich landete der Mannschaftsspieler des Münchner Golfclubs, der in Straßlach beheimatet ist, mit einem Schlag Rückstand auf dem starken zweiten Platz.

Von Beginn an lieferte sich der Holzkirchner mit Tim Wiedemeyer vom GC Olching ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am ersten Tag spielten beide zwei Schläge über Par und hatten bereits fünf Schläge Vorsprung auf die Konkurrenz. Am zweiten Tag erwischte Wiedemeyer den besseren Start und lag nach neun Löchern knapp vorne. Dann startete Taubenberger eine Aufholjagd. Nach 76 Schlägen an Tag zwei und einem Gesamtscore von 150 Schlägen fehlte dem Holzkirchner ein einziger Schlag zum Titel.

Für Taubenberger, der dem Kader des Bayerischen Golfverbands angehört, war es nicht der erste Titel: Er wurde bereits Süddeutscher Vize-Meister, Bayerischer Vize-Meister in der AK 12, Dritter bei der Bayerischen Mannschaftsmeisterschaft und Fünfter bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft. Doch dabei soll es nicht bleiben, der Nachwuchs-Golfer hat in den nächsten Jahren einiges vor. Dass er das Potenzial für weitere Titel hat, hat der Holzkirchner nun bewiesen.

Jörg Wedekind & Thomas Spiesl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unser Tipp zur Fußball-WM: Experten vs. Redaktion - für 22. Juni
Haushamer unter sich: Den heutigen WM-Tipp haben Schiedsrichter-Legende Julius Zinke und Merkur-Mitarbeiter Michael Eham.
Unser Tipp zur Fußball-WM: Experten vs. Redaktion - für 22. Juni
Selbstversuch: Eham muss sich schon weniger quälen
30 Tage Zeit hat unser Mitarbeiter Michael Eham noch, dann steht der Alpentriathlon an. Nach 70 Tagen Training ist er nicht nur fünf Kilo leichter, der Haushamer muss …
Selbstversuch: Eham muss sich schon weniger quälen
Unser Tipp zur Fußball-WM: Experten vs. Redaktion - für 21. Juni
Den WM-Tipp haben heute Thomas Gschwendtner, Trainer des SC Höhenrain, und Merkur-Redakteur Klaus-Maria Mehr.
Unser Tipp zur Fußball-WM: Experten vs. Redaktion - für 21. Juni
Wasmeier über Fußball-WM in Russland und Putin: „Und hintenrum bringt er Leute um“
2014 war Markus Wasmeier als Experte für die ARD bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi. Im Interview spricht er über seine Begegnung mit Putin und warum er die …
Wasmeier über Fußball-WM in Russland und Putin: „Und hintenrum bringt er Leute um“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.