Oliver Kesper Sportwart Nordisch im SVO
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Oliver Kesper Sportwart Nordisch im SVO

SKI LANGLAUF - SVO-Sportwart Oliver Kesper über Erfolgen und Schwierigkeiten im vergangenen Corona-Winter

Hoffnung auf den DSV-Nachwuchskader

  • vonHeidi Siefert
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Der Corona-Winter war auch für die Nordischen im Skiverband Oberland ein besonderer. Sie haben das Beste draus gemacht.

Hausham – „Eine im doppelten Sinn ausgefallene Saison“ lässt Oliver Kesper, Sportwart Nordisch im Skiverband Oberland (SVO), Revue passieren, während sich der Winter langsam, aber stetig aus dem Oberland verabschiedet. Doch während mangels sportlicher Alternativen in den vergangenen Monaten viele Neulinge zum Langlaufen fanden, hatten es die Aktiven vor allem im Nachwuchsbereich schwer. „Aufgrund der Hygienevorgaben war und ist den Vereinen noch nicht mal im Freien ein Gruppentraining erlaubt. Trotz allem haben sie versucht, die jungen Sportler zumindest aus der Distanz anzuleiten und zu betreuen“, schildert Kesper das größte Problem.

„Die Haupt-Trainingsverantwortung tragen in diesen Zeiten die Eltern“, erklärt Kesper. Doch selbst wenn diese engagiert und willig sind, muss das lange noch nicht heißen, dass sie Technik vermitteln können und die Tricks und Spielchen kennen, mit denen die jungen Loipenflitzer richtig Spaß an der Sache bekommen.

Ebenso ausgefallen ist der geplante Saison-Höhepunkt, wobei dieser auch ohne Corona nicht wie geplant hätte stattfinden können. Mit Lenggries wäre der SVO am ersten Februar-Wochenende Ausrichter der bayerischen Langlaufmeisterschaften gewesen, die der Bayerische Skiverband angesichts des andauernden Lockdowns frühzeitig annulliert hatte. Als rund um den ursprünglichen Termin der Frühling sich mit Temperaturen um die 15 Grad das erste Mal blicken und den Schnee im Oberland schmelzen ließ, dürften die Verantwortlichen tief aufgeatmet haben. Nun hofft man auf bessere Vorzeichen im nächsten Winter, denn „erfreulicherweise wurde der SC Lenggries mit der Ausrichtung der bayerischen Meisterschaft in 2022 betraut“.

Challenges als Extra-Motivation

Auch wenn keinerlei klassische Wettbewerbe möglich waren, versuchten die Nordischen mit Nachwuchs Challenges des Deutschen Skiverbands (DSV) immerhin etwas Wettkampfatmosphäre zu schaffen. Die Teilnehmerzahlen seien zwar nicht mit denen der traditionellen Rennen im Rahmen von Raiffeisen-Cup und Sport-Conrad-Langlaufcup vergleichbar gewesen, von denen es etwa zehn in einer Saison gibt, doch immerhin das Bestmögliche und ein Ansporn für die Trainingseifrigen.

Erschwert wurde das freilich durch die im Januar verhängte 15-Kilometer-Regel, die gerade zur besten Langlaufzeit den Radius der jungen Sportler sehr eingrenzte. In dieser Zeit veranstalteten Wall und Lenggries gut frequentierte Challenges, Ende März veranstaltete der SC Kreuth die dritte im Oberland (wir berichteten).

Besser war die Situation für die Nachwuchssportler, die einem Kader angehörten. Um möglichst viele Mädchen und Buben ins Training zu bringen, hatte man diese frühzeitig temporär erweitert. Die hauptamtlichen Trainer Manuela Gschwendtner, Otto Schwarz (Schüler) und Sebastian Eisenhut (Jugend) kümmerten sich um die Gruppentrainings im Freien sowie regelmäßige Online-Trainings für Stabilisation und Koordination. Unterstützung bekamen sie vom Schlierseer Klaus Zellinger (SVO U12), den Vereinstrainern Regina Jaud (SC Bad Tölz) und Lukas Gruber (SC Gaißach) sowie den Nachwuchstrainerinnen Magdalena Geschwendtner (TSV Hartpenning) und Theresa Gerg (SC Lenggries).

Wie gut sie sich trotz widriger Umstände entwickelten, bewiesen die SVO-Jugendlichen bei nationalen Sichtungsrennen des DSV. „Sie konnten teilweise sehr gute Ergebnisse erzielen und einige machen sich berechtigte Hoffnung, ab Mai in den DSV-Nachwuchskader aufgenommen zu werden“, freut sich Kesper, dessen besonderer Dank „allen Spurfahrern, Langlaufsport-Gemeinden und Vereinen für die zuverlässige und unermüdliche Präparation der Loipen“ gilt.

Nun hofft er, dass sich der Vereinssport wieder einigermaßen normalisiert: „Es wäre schade, wenn wir durch die aktuell erschwerten Bedingungen Nachwuchsathleten beim Langlauf verlieren würden, obwohl die Vereine und Eltern im Rahmen ihrer Möglichkeiten wirklich alles für die Erhaltung der Attraktivität des Langlaufsports tun.“

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