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„Ich kann’s noch gar nicht glauben“

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Von: Julia Pawlovsky

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Gold für Deutschland: Sarah Dienstbeck (M.) jubelt bei den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen mit Marie Marguet (l.) und Kristina Paul. foto: imago
Gold für Deutschland: Sarah Dienstbeck (M.) jubelt bei den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen mit Marie Marguet (l.) und Kristina Paul. © imago

Schruns - Sarah Dienstbeck vom SC Miesbach  holt Gold bei den Olympischen Jugend-Winterspielen.  Bronze geht an ihren Teamkollegen Leon Beckhaus.

Damit hat niemand gerechnet, am wenigsten Sarah Dienstbeck selbst. Die 16-jährige Boardercrosserin aus Irschenberg gewann am Dienstag bei den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen  (EYOF) im Montafon (Österreich) die Goldmedaille. Nicht einmal ein Jahr nach ihrem Kreuzbandriss.

„Ich kann’s noch gar nicht glauben“, sagt Dienstbeck am Tag danach. „Ich hab’ das so nicht kommen sehen.“ Die Irschenbergerin riss sich bei der Junioren-Weltmeisterschaft im italienischen Valmalenco Ende März 2014 das Kreuzband, ihr Knie bereitet ihr immer noch Probleme. Dienstbeck bestritt heuer erst ein Rennen, und auch da fuhr sie nur die Qualifikation. Die Sprünge schmerzen.

„Das Training und auch der erste Lauf waren nicht so toll“, sagt Dienstbeck über ihre ersten Auftritte bei den EYOF. Aber dann lief es irgendwie. Und zwar so gut, dass sie vor der Französin Marie Marguet und der Russin Kristina Paul Gold holte.

Wie es sich für Großereignisse gehört, fand zuerst an der Strecke die Flower Ceremony statt. Stillecht wurden die Medaille dann abends im Zentrum von Schruns übergeben. „Ich hab’ das so groß nicht erwartet“, sagt Dienstbeck. „Es ist schon ein tolles Gefühl, wenn du vor so vielen Zuschauern geehrt wirst und dann für dich die deutsche Hymne gespielt wird.“ Groß gefeiert hat sie aber nicht. „Wir haben dann den Abend im Team ruhig ausklingen lassen“, sagt Dienstbeck.

Für den SC Miesbach gab es an diesem Tag sogar noch eine zweite Medaille: Leon Beckhaus (16) aus München gewann bei den Buben. Damit sind beide Boardercrosser für die Junioren-WM in China qualifiziert.

Mächtig stolz auf seine Schützlinge ist natürlich deren Heimtrainer Andreas Polke. Gerade mit Dienstbecks Erfolg hat aber auch der 41-Jährige nicht gerechnet. „Ich hab’ sie am Samstag noch getroffen“, sagt Polke. „Da war sie schon noch bissl labil.“ Umso überraschter ist er nun. Wobei es für Dienstbeck eigentlich auch wieder typisch ist. „Die Sarah ist halt auch extrem motiviert bei sowas. Die kennt da nix.“

Polke muss es wissen, er kennt Dienstbeck von Anfang an. „Sie hat in der fünften Klasse mal einen Wahlkurs belegt, da hab’ ich sie entdeckt.“ Anfangs fuhr die Irschenbergerin noch kleinere Skirennen, aber schon nach drei Jahren wurde sie in die Snowboardcross-Nationalmannschaft berufen.

Mit dieser tritt die 16-Jährige am heutigen Mittwoch im Team-Wettbewerb an. „Das hat’s noch nie gegeben“, sagt Dienstbeck. Sie fährt das Mixed-Rennen mit Sebastian Pietrzykowski (WSV Ebingen). Wegen der Belastung macht sich Dienstbeck keine Sorgen. „Ich muss halt aufpassen“, sagt sie.

Morgen geht es dann zurück nach Hause. Rennen stehen nicht an, das Wochenende hat Dienstbeck frei. Die Zeit zum Erholen braucht sie dann auch. „Ich muss mich jetzt bissl ausruhen und das sacken lassen.“ Denn der Erfolg kam doch überraschend.

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