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Vom TEV-Nachwuchs bis in die Deutsche Nationalmannschaft schaffte es Sara Seiler (Mitte). 

Frauen-Eishockey

Immer noch als Männersport verankert: So schlagen sich Mädchen im Eishockey

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Der in Miesbach trainierende ESC Planegg spielt ab diesem Samstag um die Deutsche Meisterschaft. Auch beim ESC Holzkirchen wäre irgendwann eine Eishockey-Frauenmannschaft denkbar. 

Landkreis – Seit September trainieren die Eishockeyspielerinnen des ESC Planegg jeden Donnerstag im Miesbacher Eisstadion. Auch zwei spiele im Rahmen des EWHL Supercups absolvierte der Deutsche Rekordmeister, wie berichtet, an der Schlierach. Ab diesem Samstag nun spielen die Planeggerinnen im Playoff-Finale gegen den ECDC Memmingen um die Deutsche Meisterschaft – zunächst in Grafing, dann auswärts. Grund genug, um in den Eishockey-Vereinen des Landkreises nachzufragen, wie sich bei ihnen die Mädchen in der männerdominierten Sportart schlagen.

Im Nachwuchs des TEV Miesbach sind momentan etwa 15 Mädchen zu finden, die ganz normal im Spielbetrieb der Buben auflaufen. Spätestens ab dem Seniorenbereich sind Spielerinnen dann – wenn überhaupt – nur noch zwischen den Pfosten zu finden. „Da ist es körperlich nur noch beschränkt auf Torhüter“, sagt Miesbachs Zweiter Vorsitzender Stefan Moser. Das wohl bekannteste Gesicht aus dem weiblichen TEV-Nachwuchs ist Sara Seiler, die unter anderem lange im Kader der Deutschen Nationalmannschaft stand. Eine eigene Frauenmannschaft gibt es aber beim TEV nicht. „Das war auch die vergangenen 20 Jahre kein Thema“, meint Moser.

Anders sieht das schon beim ESC Holzkirchen aus. Eine eigene Mannschaft für Frauen gab es zwar noch nicht. Eine Vision davon hat aber Jugendleiterin Sylvia Weinmann. „Ich könnte mir schon irgendwann eine Damenmannschaft in Holzkirchen vorstellen“, sagt sie. „Vielleicht so in fünf bis sieben Jahren. Das ist wirklich reine Zukunftsmusik.“

29 Mädchen zählt Weinmann derzeit beim ESC. Die Älteste wird demnächst 18, die Jüngste ist gerade einmal vier Jahre alt. Bleibt die Entwicklung so, dass die Anzahl an Mädchen so hoch ist, wäre die Gründung einer Frauenmannschaft durchaus realistisch. Dennoch weiß Weinmann, dass Eishockey in den Köpfen vieler noch immer als Männersport verankert ist. Gerade in der Lauflernschule wird sie oft ungläubig gefragt, ob Mädchen auch mitmachen dürfen.

Weil die Mannschaften des ESC in den unteren Ligen spielen, würden sich die Spielerinnen laut Weinmann dort leichter tun, mitzuhalten – auch wenn das immer eine körperliche Frage sei. Die meisten Mädchen hören irgendwann auf oder wechseln in den Frauenbereich. Nächstgelegene Möglichkeiten gibt es dazu in der Landesliga in Bad Tölz, München oder Geretsried. In der Bundesliga beim ESC Planegg.

Lesen Sie auch: Kofferpacken für Olympia mit Sara Seiler: „Ich beschränke mich auf Unterwäsche“

Dass es eine Spielerin aber auf sich nimmt, zu einer Mannschaft wie Planegg zu wechseln, dazu braucht es laut Moser neben viel Talent auch Spaß am Sport und Opferbereitschaft. Die Planeggerinnen trainieren auch in Tölz und Grafing – für Spiele reisen sie durch ganz Deutschland. Zu verdienen gibt es für die Spielerinnen nichts. Für die weitere Zusammenarbeit mit Planegg sei der TEV jedenfalls offen, sagt Moser. Wie es in der kommenden Saison weitergeht, darüber wurde jedoch noch nicht gesprochen.

tas

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