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Die Jugendfußballer starten im Herbst in eine neue Saison.

Jugendfußball

Offene Fragen nur bei Kleinfeld-Teams

  • vonThomas Spiesl
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Die Regelungen für den weiteren Spielbetrieb im Jugendfußball - die Buben brechen ab, die Mädchen spielen die Saison zu Ende - stößt im Kreis Miesbach auf Zustimmung.

Landkreis – Seit vergangenem Wochenende ist bekannt, dass die aktuell laufende Nachwuchs-Saison der Fußballer, wie berichtet, abgebrochen wird. Zur Erstellung der Abschlusstabellen zieht der Bayerische Fußball-Verband (BFV) einen Punktequotient heran. Die Anzahl der erzielten Punkte wird dabei durch die Anzahl der absolvierten Spiele dividiert. Die Teams an der Tabellenspitze und – sofern vorhanden – auf dem Relegationsplatz steigen auf, Absteiger soll es nicht geben. Einzige Ausnahme stellen Teams dar, die im bisherigen Saisonverlauf noch keinen einzigen Punkt einfahren konnten.

Sofern es die Corona-Lockerungen ermöglichen, soll im Herbst eine Halbrunde ausgetragen werden. Dabei wird es dann auch ganz regulär Auf- und Absteiger geben. Frühestens los geht es heuer am 1. September, im Nachwuchs wohl eher zum Ende der Sommerferien. Im Frühjahr 2021 findet dann eine weitere Halbrunde statt, ehe der Spielbetrieb ab Juli 2021 wieder in den regulären Rhythmus übergeht. „Ich möchte momentan nicht in der Haut der Verantwortlichen beim BFV stecken, denn man kann es nicht allen recht machen“, sagt Dominik von Maffei, Jugendleiter beim SV Miesbach. Über das BFV-Postfach wurden die Klubs am Montag informiert.

Stutz: Abbruch richtig

Wie weiter vorgegangen wird, steht bislang nur für die D- bis hin zur A-Jugend fest. „Wir wissen selbst noch nicht, wie es mit den Kleinfeld-Teams weitergeht“, sagt Elke Klinkhammer, Kreisjugendleiterin für das Kleinfeld in der Gruppe Ost im Kreis Zugspitze. Aktuell haben die meisten Vereine das Training unter Corona-Bedingungen im Nachwuchs noch gar nicht wieder aufgenommen. „Gerade im Kleinfeld diskutieren wir noch, ob wir schon wieder einsteigen sollen. Es ist schwer, die Vorgaben umzusetzen und trotzdem den Spaß zu den Kindern zu transportieren“, erklärt von Maffei.

Keine negativen Erfahrungen hat man mit dem „Corona-Training“ bislang beim TSV Weyarn gemacht, hier stehen bereits alle Teams bis zur D-Jugend wieder auf dem Feld, die Kleinfeldteams folgen nach den Pfingstferien. Dann will man auch beim TSV Otterfing wieder einsteigen. „Wir werden nächste Woche bei den Herren, Damen und der B-Jugend wieder anfangen und wenn unser Konzept klappt, nach und nach die jüngeren Mannschaften nachziehen“, berichtet TSV-Jugendleiter Markus Stutz. Die Entscheidung, die aktuelle Saison abzubrechen, findet Stutz richtig: „Es ist gut, dass das Chaos und das Abwarten nun vorbei sind. Bei uns werden die Trainings für Spieler und Trainer freiwillig sein. Die Eltern bekommen ein Schreiben und müssen dieses unterschrieben wieder abgeben“, sagt Stutz

Zwei Halbrunden sinnvoll

Für die Juniorinnen-Mannschaften gibt es eine weitere Ausnahme, hier wird die laufende Spielzeit 2019/20 fortgesetzt und bis Mai 2021 zu Ende gespielt. Dies trifft die Otterfinger bei den B- und C-Juniorinnen. „Warum es bei den Mädels weitergeht und bei den Burschen nicht, kann ich ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen“, erklärt Stutz. Bei der JFG Oberland, der der SV Miesbach angehört, wird ebenfalls nach den Pfingstferien das Training wieder aufgenommen. „Ob die Entscheidung richtig war, wissen wir vielleicht Ende dieses Jahres. Ich hätte mir schon gewünscht, dass es für alle einheitlich geregelt wird und es nicht unterschiedliche Vorgehensweisen für Herren, Jugend- und Mädchen-Mannschaften gibt“, sagt von Maffei. Dass es keine komplette Saison 2020/21, sondern zwei Halbrunden geben wird, hält er für richtig: „Dadurch ist man flexibler, wenn sich die Lage ändert und es zum Beispiel einen neuen Virus-Ausbruch gibt. Das ist in meinen Augen die einzige Alternative“, erklärt von Maffei.

Im Großen und Ganzen scheinen die Verantwortlichen in der Region also mit den Entscheidungen des Verbands einverstanden zu sein, den meisten Fußballern im Landkreis geht es ohnehin vor allem darum, möglichst bald wieder dem Ball nachjagen zu dürfen.

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