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Kopf und Körper sind bereit: Ultraläufer Hannes Hinterseer startet wieder

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In den Dolomiten bereitete sich der Ultraläufer Hannes Hinterseer auf die neue Saison vor. An diesem Samstag beginnt diese für ihn mit dem Stubaitrail.
In den Dolomiten bereitete sich der Ultraläufer Hannes Hinterseer auf die neue Saison vor. An diesem Samstag beginnt diese für ihn mit dem Stubaitrail. © Privat

Mehr als ein Jahr befand sich Ultraläufer Hannes Hinterseer aus Schliersee in der Warteschlange. Jetzt legt der 27-Jährige wieder los.

Schliersee – Wenn ein Profisportler keine Wettkämpfe absolvieren kann, läuft normalerweise einiges schief. Klar, auch die Corona-Pandemie ging an Hannes Hinterseer nicht spurlos vorbei, doch der 27-Jährige hat das Beste aus den vergangenen 15 Monaten gemacht. „Ich habe letztes Jahr relativ früh entschieden, alle Wettkämpfe von vornherein abzusagen“, erzählt der Läufer und Triathlet und erklärt, das sei einfacher für den Kopf gewesen. Denn so richtig kann sich auch ein disziplinierter Athlet wie Hinterseer nicht auf einen Wettkampf vorbereiten, dessen Austragung stets ungewiss ist. „Als Sportler lernt man mit der Zeit, dass es immer wieder ein Auf und ein Ab gibt. Und so konnte ich mich dann auf meine Sachen wie Skitouren gehen und Klettern konzentrieren“, sagt der Schlierseer.

Allerdings wurde zum Beispiel auch die geplante Bergwacht-Ausbildung abgesagt. Und so trainierte Hinterseer vermehrt seine Kraft und Koordination – Teildisziplinen, die während einer normalen Saison schon mal etwas kürzer kommen.

Das habe eine gewisse Zeit auch ganz gutgetan, berichtet der Athlet. Die große Herausforderung im vergangenen Jahr war für Hinterseer also nicht, sich wie gewohnt auf Wettkämpfe vorzubereiten, sondern dann bereit zu sein, wenn es wieder losgeht. Und die Zeit kommt jetzt, denn Hinterseer will wieder angreifen und steigert seine Distanzen kontinuierlich. So startet der Ultraläufer an diesem Samstag beim Stubaitrail über 19 Kilometer und 2138 Höhenmeter. „Das ist noch nicht die längste Distanz. Dafür will ich schon schauen, dass ich Gas geben kann“, erzählt er. Was Hinterseer bescheiden mit „Gas geben“ meint? Gewinnen.

Hinterseer genoss Training in der Heimat

Schon zwei Wochen nach dem Stubaitrail steht mit dem Silvretta-Marathon eines der Saisonhighlights auf dem Programm. Ein Marathon über 42,195 Kilometer und mehr als 1800 Höhenmetern. Auch da will der Sportsoldat, der übers Jahr verteilt für Trainings und Wettkämpfe freigestellt wird, wieder vorne mitlaufen.

Damit ihm das gelingt, hat Hinterseer in den vergangenen Monaten ohne Wettkämpfe versucht, sein „Level an Fitness auf 80 Prozent“ zu halten, um es kurz vor dem Saisonstart auf 100 Prozent hochzuschrauben. Dafür war er noch einmal in den Dolomiten im Höhentraining. Denn wenn bei einem Rennen wie dem Stubaitrail das Ziel auf über 3000 Metern liegt, dann „merke ich die Höhe natürlich“, erklärt Hinterseer.

Vor dem Trainingslager in den italienischen Alpen fand der Schlierseer aber auch genug Zeit, vor der eigenen Haustüre zu trainieren. „Im Lockdown war echt wenig los, da konnte ich in Ruhe trainieren. Das hat mir auch hier in der Heimat richtig viel Spaß gemacht“, erzählt er. In der Kombination aus Höhenmetern und Ebenen sowie kurzen und langen Trainingseinheiten ergibt sich dann ein ganzheitliches Trainingsbild, das Hannes Hinterseer die großen Herausforderungen in Form von Ultra-Trailruns meistern lässt.

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