Technisch nicht ganz sauber war Sabrina Zeugs Drehstoßtechnik beim Kugelstoßen in Dachau. Erstmals seit der Corona-Pause musste sie sich geschlagen geben.Foto: Ludwig Stuffer
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Technisch nicht ganz sauber war Sabrina Zeugs Drehstoßtechnik beim Kugelstoßen in Dachau. Erstmals seit der Corona-Pause musste sie sich geschlagen geben.

Zeug siegt – und verliert erstmals seit der Corona-Pause im Kugelstoßen

Letzter Formtest mit Schwankungen

Sabrina Zeug und Christina Stumböck von der SG Hausham haben die bayerische Werferszene zuletzt dominiert. Ausgerechnet in den letzten Wettkämpfen von den Meisterschaften geriet die Form ins Schwanken.

Landkreis – Zahlreiche Erfolge und Podestplätze erzielten die Landkreis-Leichtathleten zuletzt bei den offenen Meetings in Dachau, Moosach und Innsbruck. Dabei mussten die Werferinnen der SG Hausham, Sabrina Zeug und Christina Stumböck, allerdings auch zuletzt ungewohnte Rückschläge einstecken.

Bei den landesoffenen Volksfestwettkämpfen in Dachau gab es vier Podestplätze für die Landkreis-Starter. Obwohl heuer wegen der Corona-Krise kein Volksfest in Dachau stattfindet, wollten die Veranstalter vom ASV Dachau die Tradition des beliebten Sportfests aufrecht erhalten. Viele namhafte Athletinnen fanden den Weg nach Dachau, um mit Blick auf die zahlreichen Meisterschaften in den nächsten Wochen einen letzten Formtest durchzuführen – so auch die Haushamer Werferinnen.

Fest im Griff hatten die Athletinnen von Trainer Hans Zenzinger den Diskuswurf: Sabrina Zeug entschied den Wettbewerb mit 44,85 Metern für sich – knapp vor der aktuell besten Bayerin Christina Stumböck mit 44,05 Metern. „Ja, wir zwei sind hier zwar Gegnerinnen, aber das ist natürlich für uns beide sehr motivierend, wenn wir gegeneinander richtig kämpfen müssen“, sagte Zeug im Anschluss. Dies macht den beiden richtig Spaß. „Im Vorjahr musste ich immer alleine trainieren und hatte niemanden, der mich auch im Training zog. Doch nun ist jeder Wettkampf natürlich sehr spannend für uns beide“, freute sich Zeug.

Im Kugelstoßen mit den wohl aktuell besten Bayerinnen musste Zeug allerdings ihre erste Saison-Niederlage hinnehmen: Mit 12,55 Metern kam sie weder auf Touren, noch passte der Schwung beim Drehstoß. Trainer Zenzinger fasste später zusammen: „Das kann schon mal passieren, denn Sabrina hatte heute einen kleinen hitzebedingten Kreislauf-Kollaps, und da ging einfach gar nichts mehr.“ Die schwülen 28 Grad und nahezu Windstille machten der 28-Jährigen – wie vielen anderen Athleten auch – echt zu schaffen. Den Sieg sicherte sich Angela Stockert von der SpVgg Auerbach/Streitheim mit 13,07 Metern. Christina Stumböck wurde mit 11,14 Metern unzufriedene Siebte.

Luca Haller überzeugt schon bei den Erwachsenen

Die heißen Temperaturen auf der Bahn waren für den Holzkirchner Luca Haller ein wenig „schmeichelhafter“. Der erst 16-Jährige trat im 400 Meter-Lauf in der Hauptklasse der Männer gegen viel erfahrenere Gegner an und überraschte am Ende als starker Dritter. Beim Sieg von Arne Leppelsack vom TSV Gräfelfing, der mit 48,12 Sekunden einen neuen Stadionrekord lief, schraubte Haller im Trikot der LG Stadtwerke München seine persönliche Bestzeit um 29 Hundertstelsekunden auf 51,70 Sekunden herunter. Dennoch schaffte er sein ganz großes Ziel nicht: Die angestrebte Qualifikationszeit für die Deutschen Meisterschaften (51,50 Sekunden) verpasste er knapp. In der Bayern-Rangliste bleibt er dennoch auf dem zweiten Platz.

Bei der Wurfserie in Moosach bei Grafing setzten sich die Haushamer Werferinnen wieder auf dem Podest fest. Den Diskuswurf dominierte Stumböck mit 43,54 Metern als Siegerin vor Zeug (42,24 Meter). Im Hammerwurf drehte Zeug den berühmten Spieß um und gewann mit starken 44,46 Meter deutlich. Stumböck schrammte als Zweite mit 39,33 Metern um 20 Zentimeter an ihrer persönlichen Bestweite vorbei.

Kugelstoßen: Zeug in Innsbruck mit bayerischer Jahresbestleitung

So richtig glatt lief es für Zeug schließlich beim 31. internationalen ATSVI-Springermeeting in Innsbruck. Mit Sportlern aus Österreich, Italien, Tschechien und Deutschland herrschte dort auch heuer echtes internationales Flair. Mit ihrer Freiluft-Saisonbestleistung von 14,06 Meter gewann Zeug schließlich überlegen das Kugelstoßen. Mit ihrer neuen bayerischen Jahresbestleistung verwies sie Christina Scheffauer vom IAC Innsbruck auf den zweiten Rang (12,94 Meter). Nicht zu schlagen war die Haushamerin auch im Diskuswurf: Mit 44,42 Metern blieb sie in ihrem aktuellen Leistungssoll und lag auch hier klar vor der Innsbruckerin mit 40,12 Metern. „Das war einfach ein schöner Wettkampf für uns“, verriet Trainer Zenzinger, der viele Jahre in Innsbruck gearbeitet hat.

Nun ist für die Haushamer Werferinnen erst einmal eine Wettkampfpause angesagt: Vor allem Zeug wird erst wieder im späten September an den Start gehen, wenn sie bei den Bayerischen Meisterschaften in Erding auf Titel-Jagd geht. Dort dürfte Stumböck, deren letzte Bayerische U23-Meisterschaft ausfällt, wieder zu den härtesten Konkurrentinnen gehören.

Ludwig Stuffer

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