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Es ist geschafft: Erschöpft und überglücklich umarmt Vanessa Hinz nach dem Rennen die drittplatzierte Anais Chevalier aus Frankreich. Mit einem Sieg hat die Schlierseerin für diese Saison nicht mehr gerechnet.

Die letzte Hürde ist geschafft

Vanessa Hinz gelingt ihr erster Einzelsieg

Es sind 13,5 Sekunden. 13,5 Sekunden, die Vanessa Hinz am ende den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere in einem Einzelrennen bescheren. Die Schlierseerin läuft kopfschüttelnd über die Ziellinie und verneigt sich vor dem Publikum.

Im Massenstart von Kontiolahti (Finnland) muss Hinz 20 Schüsse unterbringen und trifft 20 Mal ins Schwarze. Damit gelingt ihr nach Titeln mit dem Team endlich auch allein ein Sieg.

„Ich bin einfach nur überglücklich“, sagt sie nach dem Triumph im ZDF-Interview. Die 25-Jährige wusste, dass sie mit der Qualifikation im Massenstart zu den besten 30 Biathletinnen der Welt gehört – und jetzt steht sie ganz oben. Bis zum letzten Schießen blieb es spannend. Gemeinsam mit Lisa Vitozzi (Italien) und Anais Chevalier (Frankreich) ging Hinz an den Schießstand.

So oft hatte die Schlierseerin Pech beim letzten Schießen. Zuletzt im Olympia-Sprint von Pyeongchang, als sie den letzten Schuss knapp danebensetzte und sich damit um eine Medaille brachte. Auch am Sonntagabend im finnischen Kontiolahti wurde es noch einmal spannend, denn auch hier ging die letzte Patrone ganz knapp an den Rand der Scheibe. Doch das Quäntchen Glück lag diesmal in den Händen von Hinz: Die Scheibe fiel, und die 25-Jährige ging mit einem soliden Vorsprung von knapp einer halben Minute in die Schlussrunde.

„Ich habe immer noch daran gezweifelt“, gibt Hinz zu. Den Vorsprung ließ sie sich allerdings nicht mehr nehmen, und so schaffte sie nicht nur ihren ersten Podestplatz in einem Einzelrennen, sondern trat auch gleich das erste Mal den Gang auf die Spitze des Treppchens an. Überglücklich dankte sie nach dem Rennen dem gesamten Team, denn auch die Skier waren für den großen Coup optimal hergerichtet.

Und dennoch hatte Hinz vor dem Rennen noch etwas mit sich gehadert: „Es war ein bisschen der Wurm drin.“ Im Training sei es richtig gut gelaufen, in den vorherigen Wettbewerben habe sie die Leistung dann nicht zeigen können. Noch am Tag zuvor musste sich Hinz im Single-Mixed-Relay gemeinsam mit Roman Rees mit Platz elf begnügen. Von den zehn Nachladern verursachte Hinz ganze acht. Das tut 24 Stunden später nichts mehr zur Sache. Denn jetzt hat Hinz allein einen Weltcupsieg – mit null Fehlschüssen.

Michael Eham

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