Der Sprint ist nicht seine Stärke: Lucas Bögl will sich beim Auftakt der Tour möglichst gute Chancen für die anschließenden Distanzrennen bewahren. Foto: Peter Kornatz
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Der Sprint ist nicht seine Stärke: Lucas Bögl will sich beim Auftakt der Tour möglichst gute Chancen für die anschließenden Distanzrennen bewahren.

TOUR DE SKI - Bögl will im Sprint den Rückstand gering halten

Das Schwerste ist der Start

  • vonMichael Eham
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Wie die meisten Menschen hatte Lucas Bögl heuer ein Weihnachten im engsten Familienkreis. Doch das war recht kurz.

Holzkirchen – Denn mehr denn je steht die Tour de Ski im Fokus der deutschen Langläufer. An Neujahr startet die Tour mit den ersten Sprintrennen (Qualifikation 9.45 Uhr / Finals 11.45 Uhr) im schweizerischen Val Müstair.

Um das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten, blieb Bögl nur so kurz wie möglich bei seiner Familie in Holzkirchen. „Ich war bis 23. Dezember noch in Davos zur Höhenvorbereitung. Dann eine Nacht mit meinem Bruder bei meinen Eltern, die alle einen Schnelltest gemacht haben. Am nächsten Tag ging’s gleich zurück nach Ruhpolding“, erzählt Bögl von seinem gar nicht mal so ungewöhnlichen Weihnachtsfest. „Als Sportler bin ich es gewöhnt. Das letzte Mal Silvester gefeiert habe ich – glaube ich – mit 16 Jahren.“

Bundestrainer Peter Schlickenrieder aus Schliersee hofft, dass seine Schützlinge 2021 wieder im normalen Rahmen feiern können: „Es war sicherlich ein geruhsames Weihnachten. Wahrscheinlich auch mit einem wehmütigen Auge. Aber für den Sport, für die Gesundheit haben das alle in Kauf genommen.“

Für Schlickenrieder erfüllt die Tour de Ski zwei Zwecke. Da ist zum einen der sportliche Wert. „Die Tour de Ski ist nach wie vor eins der Vorzeigeformate im Skilanglauf. Folglich hat sie auch für uns einen sehr hohen Stellenwert und eine besondere Bedeutung“, sagt der Bundestrainer.

„Die Tour de Ski hat aber auch einen wichtigen Trainingsaspekt.“ Denn vielen Athleten fehlen noch intensive Schneekilometer. Denn der echte Saisonhöhepunkt ist noch knapp zwei Monate entfernt. Am 23. Februar starten die Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oberstdorf. Hierfür fehlt Bögl noch eine halbe Qualifikations-Norm.

„Ich möchte meine WM-Quali komplett schaffen. Und natürlich ist es auch immer das Ziel, möglichst viele Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln“, sagt er. Dort schielt der 30-Jährige, der für den SC Gaißach an den Start geht, mittlerweile auf eine Top-15-Platzierung am Ende der Tour de Ski, die ihm bislang verwehrt blieb. In der vergangenen Saison wurde Bögl 16. in der Gesamtwertung.

Auf die Sprintwettbewerbe in Val Müstair folgen am Samstag ein Massenstart im klassischen Stil und am Sonntag eine Freistil-Verfolgung. Dann folgen zwei Wettkämpfe in Toblach und das Finale der Tour in Val di Fiemme (beide Italien).

Das Abschlusstraining in der Woche vor dem Tour-Start gingen die deutschen Athleten langsam an, um Kräfte zu schonen. „Ich schätze meinen Leistungsstand ganz gut ein. Das Training war gut“, sagt Bögl zuversichtlich. Zwar hätte er sich vom Weltcup vor Weihnachten in Davos mehr erwartet, aber überbewerten will er ihn nicht. „Die Tour war für mich immer ein gutes Pflaster.“ So soll der Auftakt mit dem für Bögl so ungeliebten Sprint den Rückstand einigermaßen in Grenzen halten, ehe es in die favorisierten Distanzrennen geht.

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