Harter Wettkampf: Lucas Bögl (r.), hier vor Teamkollege Friedrich Moch, hatte über 50 Kilometer mit seiner Ausdauer zu kämpfen. Foto:
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Harter Wettkampf: Lucas Bögl (r.), hier vor Teamkollege Friedrich Moch, hatte über 50 Kilometer mit seiner Ausdauer zu kämpfen. Foto:

LANGLAUF WM - Verkrampft in der Königsdisziplin

Lucas Bögl kommt nach 50 Kilometern als 33. ins Ziel

  • vonMichael Eham
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Holzkirchen/Oberstdorf – Es hat wie ein Martyrium gewirkt, das Lucas Bögl am Sonntagnachmittag durchleben musste. In der Königsdisziplin des Langlaufsports, dem Marathon über 50 Kilometer, hatte der Holzkirchner richtig zu kämpfen.

„Ich bin sowieso schon krampfanfällig und bekam auch heute wieder Krämpfe“, sagte Bögl nach dem Rennen. Am Ende quälte sich der 30-Jährige ein achtes Mal über die knapp sieben Kilometer lange Runde und war beim Zieleinlauf noch 34. – weil aber der vermeintliche Weltmeister Johannes Klaebo disqualifiziert wurde, rutschte Bögl einen Platz vor.

Beim Zielsprint behinderte der Norweger Klaebo seinen Konkurrenten Alexander Bolshunov unfair. Weltmeister über 50 Kilometer wurde Emil Iversen. Knapp sieben Minuten nach der Titelentscheidung erreichte ein vollkommen erschöpfter Bögl die Ziellinie. Damit setzte sich die schwache Form bei der Heim-Weltmeisterschaft des Holzkirchners, der in allen Rennen unter seinen Erwartungen blieb, fort.

Für Bundestrainer Peter Schlickenrieder aus Schliersee kam Bögls Formtief genau zur falschen Zeit. Während er die Leistung des jungen Friedrich Moch als „Licht“ bezeichnete, sei es „Schatten, dass ein Lucas Bögl nicht auf dem Höhepunkt fit war“, stellt Schlickenrieder fest. Vor der Weltmeisterschaft im Allgäu entschied sich Bögl – anders als seine Teamkollegen – für ein Höhentraining in Italien. Im Nachhinein wohl die falsche Entscheidung.

Nach einer Top-Form bei der Tour de Ski zu Beginn des Jahres suchte der Langläufer des SC Gaißach vergeblich nach seiner Form. Schlickenrieder wagte im ZDF eine erste Analyse. Bögls Höhentraining sei nicht das falsche, sondern vielleicht zu wenig Ausdauertraining gewesen. Ähnlich sieht das auch Bögl: „Ich habe es noch nicht komplett analysiert, aber meine ersten Gedanken sind, dass ich vielleicht sogar zu kurz in der Höhe war.“ So hätte er länger auf Ausdauertraining setzen können, statt nach der Tour in Lahti und Falun wieder in den Weltcup einzusteigen.

Zwei Rennen stehen noch auf dem Programm. Im schweizerischen Engadin stehen am kommenden Wochenende ein 15-Kilometer-Massenstart und ein erneuter Marathon über 50 Kilometer auf dem Programm. Dann hoffentlich weniger zäh für Bögl. Um dann wieder fit zu sein, wird Bögl das Training in dieser Woche erst einmal ganz entspannt angehen.

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