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Einer seiner letzten Auftritte als Profi: Martin Hinterstocker (l.) im Trikot der Straubing Tigers, mit denen er vergangene Saison erst im Playoff-Viertelfinale am späteren Meister EHC München scheiterte.

"Ich muss nicht um jeden Preis spielen"

Martin Hinterstocker beendet Profikarriere

Fischbachau – 426 DEL-Spiele, 21 Partien in der Zweiten Bundesliga und vier Länderspiele sind genug. Martin Hinterstocker beendet mit gerade mal 26 Jahren seine Profikarriere.

426 DEL-Spiele, 21 Partien in der Zweiten Bundesliga und obendrein vier Länderspiele mit der A-Nationalmannschaft – das muss reichen, findet Eishockeyprofi Martin Hinterstocker. Mit gerade einmal 26 Jahren beendet der Fischbachauer seine Profi-Karriere. Verletzungen, die ihn immer wieder plagten und nie ganz ausgeheilt waren, waren jetzt einfach zu viel.

Hinterstocker plagen diverse Blessuren am Handgelenk sowie am Sprunggelenk. „Das bereitet mir immer noch Probleme“, sagt er. Hinzu kommt, dass sein Vertrag am Ende der vergangenen Spielzeit ausgelaufen ist. Dementsprechend hat er schon länger überlegt, wo seine Zukunft liegen könnte. „Entweder es läuft, dann lohnt es sich. Ansonsten verliert man den Spaß. Dann muss man überlegen, ob es den Aufwand wert ist.“

Auf Dauer wäre es sowieso schwer geworden, sagt Hinterstocker. „Irgendwann wäre es wohl Richtung Zweite Liga gegangen.“ Dieser Schritt ergibt für ihn aber keinen Sinn. „Ich bin niemand, der um jeden Preis weiterspielen muss“, sagt der Fischbachauer. Insgesamt neun Spielzeiten im Profi-Bereich hat Hinterstocker durchlebt. „Das ist eine lange Zeit. Wenn man die Möglichkeit hat, etwas anderes zu machen, dann muss man sie nutzen.“ Gesagt, getan.

Hinterstocker hat bereits einen „neuen Lebensabschnitt“ begonnen. Seit dem Ende der vergangenen Saison im April arbeitet er im Büro eines Restaurationsbetriebs für alte Mercedes-Fahrzeuge in München. Dass es so kommen würde, hat sich schon während der Saison angedeutet, erzählt der 26-Jährige. Jetzt, knapp vier Monate später, ist sich der Ex-Profi sicher, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat. „Ich bereue es nicht“, sagt Hinterstocker.

Zu Angeboten von anderen Vereinen aus dem Profi-Bereich kam es auch gar nicht erst. Dafür haben sich ein Oberligist, ein Bayernliga-Team und eine Bezirksliga-Mannschaft aus der näheren Umgebung nach seinen Plänen erkundigt. „Das würde ich aber zeitmäßig, beruflich und körperlich gar nicht schaffen“, sagt der Fischbachauer, der nun auch in München wohnt. Also nicht zurück zu den Wurzeln.

Diese liegen beim TEV Miesbach, wo Hinterstocker seine Laufbahn begann. Mit 15 Jahren wechselte er zu den Starbulls Rosenheim, wo er in der Deutschen Nachwuchs Liga auflief. Dort avancierte er 2007 zum Torschützenkönig. Seine ersten Profi-Jahre verbrachte Hinterstocker bei den DEG Metro Stars in Düsseldorf. Auf den großen Durchbruch wartete er dort vergeblich. So schloss sich Hinterstocker nach fünf Spielzeiten im Rheinland dem EHC München an. Dort verbrachte er drei Jahre, ehe er je eine Saison für die Augsburger Panther und die Straubing Tigers die Schlittschuhe schnürte. Jetzt schnürt Hinterstocker lieber die Anzugsschuhe. Und bereut nichts.

Bastian Huber

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