Schachbretter und Schachfiguren bei einem Turnier.
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Symbolfoto zum Thema „Schach“. Fotografie zu einem Turnier.

Verein startet seine Kurse wieder – Präsenzunterricht nach den Herbstferien geplant

Mit Schach erfolgreich ins Leben

  • VonHans-Peter Koller
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Mit dem neuen Schuljahr nimmt auch das Angebot des Vereins Schulschach Landkreis Miesbach wieder Fahrt auf. Bald soll auch Präsenzunterreicht möglich sein.

Landkreis – Für die Schüler und vor allem die ABC-Schützen beginnt der Ernst des Schulalltags. Und zu den Pflichtstunden können zusätzliche Angebote in Anspruch genommen werden. So auch ein Schach-Unterricht. Aktuell aufgrund von Corona nur am virtuellen Brett. Aber der Verein Schulschach Landkreis Miesbach steht, sobald es die Gesundheitslage zulässt, für den Präsenzunterricht in den Startblöcken.

Zwischenzeitlich haben sich die Vorteile, die mit dem Erlernen des Königlichen Spieles zusammenhängen, auch bei Außenstehenden herumgesprochen. Untermauert durch viele nationale und internationale Studien steht fest, dass Kinder, die das Schachspiel erlernen, ein besseres Lese- und Mathematikverständnis entwickeln, eine ansteigende Konzentrations- und Lernfähigkeit erlangen und dass zudem auf spielerische Art und Weise das Gedächtnis, die Wahrnehmungsfähigkeit und das logische Denken trainiert werden. „Wir hatten vor Corona rund 550 Schachschüler an den Brettern, aber in der Zeit der Pandemie hat sich die Zahl mehr als halbiert“, verdeutlicht Andreas Steiner, der zum Vorstand des Vereins gehört. Und das trotz einer logistischen Meisterleistung, dass es nach dem gesetzlichen Verbot des Präsenzunterrichts innerhalb von nur vier Wochen gelang, das komplette Vereinsangebot auch virtuell anzubieten.

Auch aktuell erfordert es die Gesundheitsfürsorge, die mit dem neuen Schuljahr beginnenden Kurse nur online anzubieten. Allerdings ist der Verein für die Zeit danach bereits gewappnet. Es wurden Stützpunkte ins Leben gerufen, in Holzkirchen, Miesbach, Hausham, Waakirchen und Tegernsee. „Wir haben mit dem Präsenzunterricht die Zeit nach den Herbstferien im Auge“, erklärt Steiner den Fahrplan, „natürlich nur, soweit es Corona zulässt.“

Unterstützung in der Region ist groß

Wobei die Schulungen am Brett zusätzlich angeboten werden. Der Online-Unterricht bleibt bestehen. „Wir bekommen von vielen Eltern die Rückmeldung, dass unser Angebot beim Online-Unterricht erstklassig ist und viel Positives bei den Kindern bewirkt“, verdeutlicht Steiner, „wir machen die Kinder fit im Umgang mit den neuen Medien. Bei uns sind sie in vertrauter Umgebung immer in der ersten Reihe. Dadurch werden sie mutiger.“

Aber sind ABC-Schützen schon in der Lage, sinnvoll mit Computer oder Laptop umzugehen? „Bei mir in der Praxis sitzen Vier- und Fünfjährige und vertreiben sich die Zeit im Wartezimmer auf diese Weise“, berichtet Hans-Wilhelm Kaiser über seine Erfahrungen. Der Mediziner ist der Erster Vorsitzende des Vereins und beleuchtet die Förderung der Kinder aus einer weiteren Sicht: „Schach ermöglicht einen erfolgreichen Start ins Leben, hilft, die Chancengleichheit bei der Bildung zu verbessern und damit ausbildungsfähigere Kinder für unser Oberland zu gewinnen.“ Wobei Kaiser mit dieser Sichtweise sowohl das Schulamt wie auch zahlreiche Landkreisstiftungen und regionale Geldinstitute hinter sicher hat.

Um das Ziel zu verwirklichen, Kinder über das Schachspiel vielfältig zu fördern, ist auch geeignetes Ausbildungspersonal nötig. Und hier ist der Verein Schulschach Landkreis Miesbach, der seit elf Jahren besteht und weiterhin deutschlandweit eine Vorbildfunktion innehat, auf der Sonnenseite. Marina Manakov ist seit nunmehr sieben Jahren als Schulschach-Lehrerin aktiv und erhielt 2018 die Auszeichnung „Schachlehrerin des Jahres“. Ihr Kollege Thomas Walter ist vor drei Jahren aus Erlangen ins Oberland gestoßen, um hier seinen Traumberuf ausleben zu können. „Ich konnte mir mit diesem Projekt im Landkreis Miesbach einen Herzenswunsch erfüllen“, bekennt Walter, „bei mir trifft es echt zu, dass das Hobby zum Beruf wurde.“

Elternabende klären über Vorteile auf

Walter kam am Sonntagabend von der Bayerischen Einzelmeisterschaft der Altersklasse U8 aus Vorra in Mittelfranken zurück. Einer seiner Schützlinge war Fynn Jeremy Lange. Der Rottacher wurde Dritter. Das Besondere an dieser Platzierung ist, dass Lange erstmals am Brett saß. Er hat das Schachspiel ausnahmslos über den Computer erlernt.

In den kommenden Tagen werden in den Schulen Elternabende stattfinden. Hier wird das Angebot des Vereins Schulschach zur Sprache kommen. Bereits für Ende September stehen kostenfreie Schnupperkurse auf dem Plan. „Wir beginnen digital und steigen, soweit es die Pandemie zulässt, nach den Herbstferien zusätzlich in den Präsenzunterricht ein“, gibt Kaiser die Richtung vor und führt eindringlich aus: „Unterstützen Sie Ihre Kinder mit der Teilnahme am Schachunterricht auf dem Weg in ein erfolgreiches Leben.“ (ko)

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