Vanessa Hinz, Biathlon, Hochfilzen
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Unter den Top 10 etabliert: Vanessa Hinz bejubelt ihren sechsten Platz im Sprint über 7,5 Kilometer. Mit ihren Leistungen in Hochfilzen hat die Schlierseerin endgültig bewiesen, dass sie mit der Weltspitze mithalten kann.
Vanessa Hinz, Biathlon, Hochfilzen
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Gut gemacht: Siegerin Laura Dahlmeier (r.) empfängt nach dem Einzel-Rennen über 15 Kilometer eine erschöpfte Vanessa Hinz im Ziel.
Vanessa Hinz, Biathlon, Hochfilzen
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So sehen Sieger aus: (v.l.) Simon Schempp, Arnd Peiffer, Laura Dahlmeier und Vanessa Hinz nach ihrem Erfolg bei der Mixed-Staffel.
Vanessa Hinz, Biathlon, Hochfilzen
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Immer Vollgas: Vanessa Hinz (vorne) lässt sich zu Beginn des Massenstarts über 12,5 Kilometer nicht abschütteln. Am Ende kommt sie als 20. ins Ziel.
Vanessa Hinz, Biathlon, Hochfilzen
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Starke Unterstützung: Die Schlierseer Fans feuern ihre Vanessa Hinz in Hochfilzen an. 

Nach Biathlon-WM in Hochfilzen

Vanessa Hinz ist auf den Gold-Geschmack gekommen

Zwei Goldmedaillen mit der Staffel, starke Leistungen im Einzel: Biathletin Vanessa Hinz aus Schliersee blickt auf starke Weltmeisterschaften in Hochfilzen zurück. Auch die Fans sind zufrieden.

Schliersee/Hochfilzen – Am Ende steht Biathletin Vanessa Hinz einmal auf der anderen Seite – bei den Fans und bei ihrer Familie. Zum letzten Tag der Weltmeisterschaften in Hochfilzen/Tirol sind 22 Fans mit dem Bus aus Schliersee gekommen, um ihre Vanessa anzufeuern. Hinz schreibt Autogramme, lacht und ratscht mit den Schlierseern über ihr Rennen. Das war leider nicht ganz so erfolgreich, wie sie sich das vorher gewünscht hatte. „Ich wollte schon weiter vorne mitlaufen“, sagt die 24-Jährige. „Aber es war einfach nicht mehr drin.“ Platz 20 im Massenstart ist für die Zwölfte im Weltcup zwar kein Top-Ergebnis, aber sie kann durchaus damit leben. Schließlich hat sie eine kräfteraubende, aber auch sehr erfolgreiche Weltmeisterschaft hinter sich gebracht.

„Das hat sie super gemacht“, lobt die Schlierseerin Kathrin Wimmer, die mit dem Bus mitgefahren ist. Sie ist beeindruckt von der Kulisse. Zwei Moderatoren führen 25 000 frenetisch jubelnde Zuschauer durch die Rennen. Darunter Norweger mit Kuhglocken, ein Franzose im Obelix-Kostüm und die 22 Schlierseer, die ihre „Auf geht’s Vanessa“-Fahne in den Schnee gesteckt haben. „Das ist schon was Besonderes, wenn man weiß, dass die Schlierseer hinter einem stehen“, sagt Hinz erfreut. Man höre die eigenen Fans zwar nicht, es sei aber schön zu wissen, dass sie da sind.

Die meisten Fans hatten die Deutschen – und die hatten auch am meisten zu feiern. Sieben Goldmedaillen sackten die DSV-Athleten ein. Alleine Laura Dahlmeier gewann fünf davon. Für eine Einzelmedaille im Massenstart hat es für Hinz nicht mehr gereicht. Sie verpatzte das zweite Schießen. Gleich drei Mal verfehlte sie die kleine schwarze Scheibe im Liegendanschlag. Zweieinhalb Minuten trennten Hinz am Ende von Siegerin Dahlmeier. „Ich weiß auch nicht wirklich, was da los war“, ärgert sie sich. „Aber es war auch so ein versöhnlicher Abschluss.“

Immerhin habe sie noch zehn Athletinnen hinter sich gelassen. „Und ich bin froh, dass ich überhaupt beim Massenstart mitlaufen durfte.“ Startberechtigt waren nämlich nur die 15 Medaillengewinnerinnen und die besten 15 des Weltcups. Nicht nur deshalb weiß Hinz, dass sie das Zeug dazu hat, vorne mitzukämpfen. Drei Weltcups stehen in der aktuellen Saison noch aus.

Mit der Weltmeisterschaft kann Hinz jedenfalls voll zufrieden sein. Zweimal holte sie Schlierseerin Gold mit der Staffel, am Eröffnungstag mit der Mixed-Staffel und vergangenen Freitag mit der Frauen-Staffel. Hinz trat jeweils als Startläuferin an und legte einen soliden Grundstein für den Erfolg der Mannschaft. „Die Goldmedaille in der Mixed-Staffel war schon besonders schön. Da waren wir ja eigentlich nicht unbedingt Top-Favorit auf Gold“, erzählt Hinz. Auch in den Einzelwettbewerben zeigte sie ihr Können. Einen achten Platz holte sie im Einzel, einen Sechsten im Sprint und jeweils einen 20. in Verfolgung und Massenstart. „Auch über den sechsten Platz im Sprint hab ich mich richtig gefreut, weil ich da auch im Einzelwettbewerb gezeigt habe, dass ich ganz oben mitmischen kann“, sagt Hinz.

Einzig das i-Tüpfelchen mit einem Podiumsplatz fehlt der 24-Jährigen noch. „Ich wollte mich in der Saison einfach konstant oben im Weltcup platzieren“, sagt sie. Das ist ihr gelungen – und vielleicht kommt der Podiumserfolg ja bei den Olympischen Spielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang.

Von Michael Eham

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