Motorcross-Strecke am Brenten
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Der Chef Marinus Reisberger, Vorsitzender des MCC Hausham, beim Training auf der Motocross-Strecke am Brenten in Hausham.

Marinus Reisberger, Vorsitzender des MCC Hausham, nach Unfall mit nur 43 Jahren verstorben

Nachruf auf Marinus Reisberger: Ein engagierter, freundlicher Mensch

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Marinus Reisberger stand wie fast kein anderer für das Engagement im Motocross-Club Hausham. Jetzt ist er mit nur 43 Jahren bei einem Unfall gestorben.

Elbach – Seine Leidenschaft waren zwei Räder, mit einer Motocross-Maschine über Stock und Stein zu fahren oder am Set-up selbiger zu tüfteln. Marinus Reisberger war dem Motorsport sein Leben lang eng verbunden. Jetzt wurde der Vorsitzende des Motocross-Clubs (MCC) Hausham zu früh, mit nur 43 Jahren, mitten aus dem Leben gerissen.

Schon in seiner Kindheit war Reisberger ein begeisterter Schrauber, kaufte Mofas und tüftelte in der elterlichen Garage an ihnen. Mit 14 Jahren trat er in den MCC ein, als Vorsitzender sollte der Verein mehr als ein Jahrzehnt von „Reisä“, wie er von allen genannt wurde, profitieren.

Die Führung des MCC übernahm Reisberger, der selbst in Elbach wohnte, in einer schweren Zeit: Nach dem Tod von Gründer Werner Weigl 2007 stand der MCC lange ohne Vorsitzenden da, bis Reisberger 2010  in die Bresche sprang. Zweimal wurde er wiedergewählt.

Reisbergers Ägide war von Höhen, aber auch Sorgen geprägt. 2013 feierte der MCC sein 30-Jähriges mit einem großen Fest an der Strecke am Brenten. „Das war eine absolut würdige 30-Jahr-Feier“, erinnert sich Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind, damals noch Vorsitzender des Gewerbevereins. „Er hat alles akribisch vorbereitet, viel Energie reingesteckt, und ihm war ganz wichtig, dass alles von A bis Z passt.“

Eigenschaften, die – neben dem handwerklichen Geschick – auch in Marinus Reisbergers beruflichem Werdegang essenziell waren. Bei der Schreinerei Auracher verbrachte er seine Lehre und blieb für einige Gesellenjahre. Später wagte er mit einem Montageservice den Schritt in die Selbstständigkeit.

Neben dem Beruf hatte Reisberger auch immer das Wohl des MCC im Blick. „Er hat immer geschaut, dass er für den Verein das Beste rausholt“, meint Zangenfeind. Doch die Zusammenarbeit sei immer gut gewesen, Reisberger habe nie Vorgaben moniert, sondern geschaut, wie diese mit dem Wohl des Vereins zusammenpassen. „Er hat immer lösungsorientiert gearbeitet“, lobt Zangenfeind.

Das war einer der Gründe dafür, dass die Mitglieder des MCC heute eine moderne Rennstrecke am Brenten vorfinden. Denn um sein „zweites Wohnzimmer“, wie Reisberger die Strecke selbst nannte, musste er zwischenzeitlich bangen. Statt durch das dortige VIVO-Gelände forderte die Regierung von Oberbayern einen eigenen Zugang zur Strecke. Das Aus drohte. „Da würde eine Welt zusammenbrechen“, sagte Reisberger 2016 im Gespräch mit der Heimatzeitung. Doch sein Wohnzimmer, seine Welt blieb bestehen. Schon im folgenden Jahr war alles geregelt. Mit großem Engagement und viel Eigenleistung hatten er und die Mitglieder des MCC die Extra-Zufahrt geschaffen.

Mit seinem Einsatz gelang es Reisberger, die Jugend für den Motocross-Sport zu motivieren und die MCC-Mitglieder auch in schwierigen Zeiten zusammenzuhalten. Rund 300 Mitglieder aus Hausham und den umliegenden Kommunen zählt der Verein aktuell. „Er war einfach ein engagierter, freundlicher Mensch“, beschreibt ihn Zangenfeind. Eigenschaften, die nicht nur der MCC vermissen wird.

Jetzt wurde Marinus Reisberger unvermittelt und zu früh aus dem Leben gerissen. Nach einem Unfall in Taufkirchen (Landkreis München) erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen. Vergangene Woche trat Reisberger seine letzte Fahrt an. Er wurde im Kreise seiner Familie und Angehörigen in Elbach beigesetzt. Doch es trauert eine ganze Region um ihren „Reisä“.

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