Weder spielen noch trainieren dürfen die Amateursportler im November. Die Sportplätze und -hallen sind gesperrt. Foto: Thomas Plettenberg
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Weder spielen noch trainieren dürfen die Amateursportler im November. Die Sportplätze und -hallen sind gesperrt.

Die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen auf die Teams der Region

Pause zum (un)günstigen Zeitpunkt

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  • Hans-Peter Koller
  • Markus Eham
  • Michael Eham
  • Thomas Spiesl

Ab Montag ruht der Amateursportbetrieb bis mindestens Ende November. Die Heimatzeitung erklärt exemplarisch, was das für die verschiedenen Sportvereine in der Region bedeutet.

Landkreis – Ab Montag ruht der Amateursportbetrieb bis mindestens Ende November. Die Heimatzeitung erklärt exemplarisch, was das für die verschiedenen Sportvereine in der Region bedeutet.

Eishockey

Die Eishockey-Klubs in der Region sind vom Lockdown besonders betroffen, schließlich steigen Anfang November die letzten Ligen und Mannschaften in den Spielbetrieb ein. Wie es nach diesem Wochenende genau weitergeht, steht noch nicht fest. Das Bayernliga-Team des TEV Miesbach steigt laut Planungen des Bayrischen Eissport-Verbands (BEV) am ersten Dezember-Wochenende wieder in den Spielbetrieb ein. Ab 30. November sollte das Training auf Eis wieder zulässig sein, die ersten Spiele dürften am Freitag, 4. Dezember, stattfinden – mit entsprechend kurzer Vorlaufzeit. Details hat der BEV noch nicht bekannt gegeben. Mit demselben Problem hat die SG Schliersee/Miesbach 1b in der Landesliga zu kämpfen. „Wir hätten die Saison eigentlich gern durchgezogen“, sagt SG-Trainer Horst Forster. In der Bezirksliga wäre der ESC Holzkirchen am Sonntag mit dem Derby bei der SG Schliersee/Miesbach 1c gestartet. Doch die Partie wurde abgesagt. Das Hauptproblem dürfte für alle Teams das gleiche sein: Einige Kommunen tauen nach diesem Wochenende das Eis in ihren Stadien ab. Ob diesen Winter die Eisbereitung noch einmal aufgenommen wird, erscheint zumindest fraglich. Und sobald mehrere Vereine ohne Heimspielstätte dastehen, dürfte es sehr schwierig werden, die Saison geordnet zu Ende zu spielen. ts

Fußball

Nicht ganz so verzwickt ist die Situation bei den Fußball-Klubs. Am kommenden Wochenende, 7./8. November, wäre für fast alle Teams das letzte Spiel des Jahres angesetzt gewesen – Ausnahme ist der TuS Holzkirchen in der Landesliga. Für den TuS ist die Situation nicht erst seit der jüngsten Entscheidung der Bundesregierung schwierig. „Wir hatten am 3. Oktober unser letztes Pflichtspiel“, sagt Coach Torsten Spittler. „Das bedeutet, dass wir seit vier Wochen nicht mehr gespielt haben.“ Seit dem knappen 3:2-Sieg über Kastl warten die Grün-Weißen auf einen Pflichtspieleinsatz. Daher entschieden sich die TuS-Verantwortlichen nun, das Landesliga-Team in die Winterpause zu schicken. „Wenn wir jetzt vier Wochen nicht trainieren können, ist das Verletzungsrisiko danach enorm hoch“, meint Spittler. Außerdem halte er es für sehr unrealistisch, dass in diesem Kalenderjahr überhaupt noch einmal gespielt wird. Ähnlich sieht es der FC Real Kreuth aus der Kreisliga 1. „Wir haben unser letztes Training am Donnerstag dazu genutzt, um mal richtig aufzuräumen“, berichtet FC-Sprecher Sigi Frank. So wurden das Vereinsheim auf Vordermann gebracht und die Tore genauso wie die Bänke winterfertig gemacht. „Wir rechnen nicht mehr damit, dass wir heuer spielen“, meint Frank. Am Montag berät der Bayerische Fußball-Verband über das weitere Vorgehen. meh

Tischtennis

Der Deutsche Tischtennisbund ist vorgeprescht und hat Mitte Oktober nicht nur den Heim- sondern auch den Auswärtsvereinen Spielabsetzungsanträge erlaubt, soweit die Covid-19-Fälle den Grenzwert von 50 überschritten. Dies aber galt nur für die fünf höchsten Spielklassen. Also die drei Bundesligen, die Regional- und die Oberligen. Nun aber hat auch der Bayerische Tischtennisverband (BTTV) nachgezogen. Seit gestrigem Freitag sind im Verbandsbereich keine Punktspiele mehr im Mannschaftsspielbetrieb erlaubt. Zudem werden Turniere, wie die Bayerische Einzelmeisterschaft im Dezember, ersatzlos gestrichen. Allerdings ist die Spielzeit 2020/2021 nicht komplett beendet. Die Doppelrunde, in der jede Mannschaft gegen jeden Gegner einmal zuhause und einmal auswärts anzutreten hatte, wurde in eine Einfachrunde umgemodelt. Somit behalten bereits ausgetragene Partien ihre Gültigkeit. Die Herren der SG Hausham zum Beispiel haben in der Landesliga vier Begegnungen absolviert. Die ausstehenden Partien finden im neuen Jahr statt. Eine Spielklasse tiefer, in der Bezirksoberliga, haben die SF Gmund-Dürnbach bereits fünf Punktspiele ausgetragen. Somit stehen ab Januar noch fünf Begegnungen aus. „Die beschlossene Einfachrunde ist das Ergebnis von immer mehr geschlossenen Hallen und der dem Infektionsgeschehen verbundenen vermehrten Bedenken der Aktiven“, erklärt der BTTV-Geschäftsführer Carsten Matthias den Präsidiumsentscheid, der für gut 1600 Vereine und 8000 Mannschaften in Bayern ab sofort Gültigkeit hat. ko

Volleyball

Für die Volleyballer findet die Saison eine abrupte Pause noch ehe sie richtig begonnen hatte. Sowohl die Bezirksligadamen der DJK Darching, als auch die Herren des TuS Holzkirchen, die ebenfalls in der Bezirksliga spielen, haben bisher zwei Spiele absolviert. Der Bayerische Volleyballverband (BVV) hat für dieses Wochenende schon sämtliche Spieltage abgesagt. Die Verantwortlichen werden in den kommenden Tagen das weitere Vorgehen besprechen und Lösungen für eine Saisonfortsetzung erarbeiten. Das gab der BVV am Donnerstag in einer Mail an die Vereine bekannt. Die Darchingerinnen sind mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gestartet, während die Holzis beide Spiele verloren haben. „Die Zwangspause ist für uns auf jeden Fall schon bitter, weil sich nach der langen Sommerpause jeder darauf gefreut hat“, sagt Holzkirchens Teammanager Maximilian Ledermann. Am härtesten treffe es die jungen 15- oder 16-jährigen Spieler, die bei den Erwachsenen des TuS mittrainieren und höhere Ambitionen haben. „Die brauchen jedes Training und jedes Spiel“, sagt Ledermann. Grundsätzlich können die Volleyballer ihre Spiele auch zu den Trainingszeiten nachholen und so theoretisch den Spielplan wieder normalisieren. Schon in den vergangenen Wochen galt für die Hallensportler im Landkreis ein strengeres Hygienekonzept als in anderen Landkreisen, sodass kein Training möglich war. „Da müssten Verband und Politik Chancengleichheit für alle Mannschaften schaffen“, fordert Ledermann. emi

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