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Geschafft: Natalie Geisenberger holt sich den Olympiasieg im Rodeln.

Olympische Winterspiele 2018

Geisenberger ist Rekord-Olympiasiegerin

Natalie Geisenberger holt zum dritten Mal Gold: „Ich habe alles erreicht, was ich mir erträumt habe“, sagt die Rodlerin. Ob sie bei den Winterspielen 2022 am Start ist, lässt sie offen. Privates wird künftig wichtiger, eventuell steht bald die Hochzeit mit Freund Markus Scheer an.

Pyeongchang – Miesbach stand Kopf. Als sich am Dienstag der Gaudiwurm gerade durch die engen Straßen der Kreisstand schlängelte, ging Natalie Geisenberger auf die Bahn im Alpensia Sliding-Zentrum in Pyeongchang. Die berühmteste Tochter der Stadt machte sich auf, ihren Olympiasieg von 2014 zu wiederholen. Als die ersten Festwagen gerade auf den Marktplatz rollten, rodelte Geisenberger in Südkorea durchs Ziel: Mit fast einer halben Sekunde Vorsprung krönt sich die 30-Jährige zur Olympiasiegerin.

Als die Party in Miesbach brodelte, war Geisenberger – die sich gerade mit ihrem dritten Olympiasieg zur erfolgreichsten Olympionikin ihrer Sportart aufstiegen war – cool. „Ich war so entspannt wie noch nie. Ich habe alles erreicht, was ich mir erträumt habe. Und jetzt noch ein bisschen mehr“, sagte sie im Olympic Sliding Centre. „Meine innere Einstellung war, ich habe alles im Rodeln erreicht. Sollte noch etwas dazukommen, ist es geil. Wenn nicht, ist es auch nicht ultraschlimm.“

Eine Umarmung zu ihrem Rekord-Olympiasieg kam im Ziel von Papa Helmut, der an der Bahn mitgefiebert hatte. Von dem am Sonntag so tragisch gescheiterten Teamkollegen Felix Loch gab es einen dicken Kuss auf die Wange. Dajana Eitberger, die mit Silber den Doppelerfolg perfekt machte, wedelte mit der Deutschland-Fahne. Rodel-Idol Georg Hackl hüpfte vor Freude durch den Zielbereich.

In Pyeongchang zeigte die 30-Jährige wieder einmal ihre Dominanz. In allen vier Läufen wirkte Geisenberger souverän. „Mich freut es für die Natalie. Sie hat es in vier Läufen hinbekommen. Das ist hammergeil und echt stark“, sagte Felix Loch. Cheftrainer Norbert Loch hatte bereits vor dem Wettkampf prophezeit: „Sie ist in der Form ihres Lebens.“ Kurz vor Olympia gewann Geisenberger als erste Frau überhaupt zum sechsten Mal in Serie den Gesamtweltcup. Bei allen 13 Rennen in diesem Winter, ob Weltcup oder Sprint, stand sie auf dem Podest. Ihre Erfolgsserie als Rekordsiegerin baute sie auf 48 Weltcupsiege aus.

Aus dem Fehler von Felix Loch vom Sonntag hatte sie die richtigen Schlüsse gezogen. „So etwas geht nicht raus. Das war bitter gewesen. Der Fahrfehler war im Kopf“, sagte Geisenberger. „Man muss sauber fahren und schauen, was rauskommt.“ Cheftrainer Norbert Loch stellte fest: „Sie war in einem Klassefeld wieder eine Klasse für sich.“

Geisenberger hatte vor vier Jahren in Sotschi schon Gold im Einzel und bei der Premiere des Teamwettbewerbs geholt. Am morgigen Donnerstag kann sie mit der Mannschaft ihren vierten Olympiasieg einfahren.

Ob die Miesbacherin bei den Winterspielen 2022 in Peking dabei sein wird, ließ sie unmittelbar nach ihrem Triumph offen. „Ich kann dazu nichts sagen. Ich schaue von Saison zu Saison“, meinte Geisenberger. Ihr Ziel sei es, irgendwann zu sagen: „Danke, das war’s. Wann das sein wird, weiß ich nicht.“ Momentan habe sie noch „wahnsinnigen Spaß“ dabei. „Ich bin jetzt noch fit.“ Künftig wird Privates aber in jedem Fall wichtiger. Eventuell steht bald die Hochzeit mit ihrem Freund Markus Scheer an, der ebenfalls an der Bahn mitfieberte. 

Frank Kastner & Julia Pawlovsky

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