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Schritt für Schritt in Richtung DEL

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Überzeugt mit konstanten Leistungen: Andreas Schwarz im Trikot der Löwen Frankfurt. Spielberechtigt ist er auch für die Nürnberg Ice Tigers und die Tölzer Löwen. © Oliver Rabuser

Holzkirchen - Eishockey-Talent Andreas Schwarz aus Holzkirchen kommt ganz schön rum. Dank einer Förderlizenz ist der Verteidiger diese Saison für drei Vereine spielberechtigt.

Wenn Andreas Schwarz auf Heimatbesuch in Holzkirchen ist, führt kein Weg am Eisstadion vorbei – allein schon aus geographischer Sicht: Sein Elternhaus steht keine zehn Meter von der Eisfläche entfernt. Einer der Gründe warum der 19-Jährige heute da ist, wo er ist: Eishockeyprofi bei den Löwen Frankfurt in der zweithöchsten deutschen Spielklasse.

Die Anfänge von Schwarz’ Karriere liegen daheim in Holzkirchen. „Meine beiden großen Brüder haben bereits Eishockey gespielt, und meine Mama war Betreuerin“, erzählt Schwarz. „Da wollte ich natürlich auch mitspielen.“ Gesagt, getan: Im Alter von drei Jahren beginnt Schwarz mit dem Schlittschuhlaufen, mit vier spielt er beim ESC. Schnell gehört er zu den Leistungsträgern und darf in den jeweils nächsthöheren Altersklassen Erfahrungen sammeln.

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Der erste Titel: Knaben-Meister 2004/2005 mit dem ESC Holzkirchen. Neben Andreas Schwarz (kniend M.) standen auch die heutigen TEV-Spieler Felix (kniend 2.v.r.) und Florian Feuerreiter (hinten l.) in der Mannschaft. © kn

Im Alter von elf Jahren wechselt der Holzkirchner in die Knabenmannschaft des EC Bad Tölz, wo er auf Anhieb zum Stammpersonal gehört. Wenig später spielt der Verteidiger auch in der Schülermannschaft unter Trainer Florian Funk eine tragende Rolle. „Der Andi spielt extrem aggressiv“, sagt Funk heute. „Er hat ein sehr gutes Timing in den Zweikämpfen und außerdem ein unglaublich gutes Auge für seine Mitspieler."

So kommt es damals nicht überraschend, dass Schwarz bald seine ersten Spiele in der U16-Nationalmannschaft macht. Bereits in seiner ersten regulären Saison in der Deutschen Nachwuchs Liga bringt es der Holzkirchner zum U17-Nationalspieler und darf noch im selben Jahr an der U18-Weltmeisterschaft teilnehmen. Zu Beginn der Saison 2012/2013 holt Funk – mittlerweile Cheftrainer der ersten Mannschaft – den 17-Jährigen in den Kader des Tölzer Oberliga-Teams.

Im Folgejahr erhält der Fachabiturient eine Förderlizenz, durch die er sowohl für die Tölzer Löwen, als auch für die Nürnberg Ice Tigers in der DEL (Deutsche Eishockey Liga) auflaufen darf. Schwarz verbringt den Großteil der Saison bei den Isarwinklern, sammelt jedoch auch in Nürnberg erste Erfahrungen. „Er hat definitiv das Potenzial für die DEL“, sagt Funk. „Er muss körperlich zulegen und härter passen und schießen. Das ist aber nichts, was man nicht trainieren könnte."

Zu Beginn der aktuellen Spielzeit macht Schwarz den nächsten Schritt, ist nun per Förderlizenz auch für den DEL2-Aufsteiger Löwen Frankfurt spielberechtigt. Er läuft – mit Ausnahme von je einer Partie für Bad Tölz und Nürnberg – ausschließlich für die Hessen auf, Trainingseinheiten absolviert er jedoch auch bei den Mittelfranken. „Die Fahrerei ist natürlich anstrengend“, erklärt Schwarz. „Da muss man Opfer bringen.“

Der Aufwand von zwei Stunden Fahrtzeit einfach scheint sich aber zu lohnen, die Verantwortlichen sind zufrieden mit den Leistungen des 19-Jährigen. „Wir hatten ihn vor der Saison gar nicht auf dem Schirm“, sagt Frankfurt-Trainer Tim Kehler. „Er hat jedoch seinen Platz im Löwen-Rudel gefunden, weil er durch seine konstanten Leistungen überzeugt. Natürlich muss er als junger Spieler noch an Details arbeiten, aber wir haben keine Zweifel, dass er sich stetig verbessern wird.“

Wo er sich verbessern muss, weiß Sportdirektor Rich Chernomaz: „Andreas muss im Sommer mehr Zeit im Kraftraum verbringen. Er ist aber bereits jetzt sehr zweikampfstark, intelligent und ein guter Aufbauspieler.“

Ob es in der kommenden Saison für ein dauerhaftes Engagement in Nürnberg reichen wird, muss sich zeigen. „Ich werde voraussichtlich auch nächstes Jahr viel in Frankfurt spielen“, meint Schwarz. „Das langfristige Ziel ist natürlich die DEL. Vielleicht bekomme ich nächste Saison öfter die Chance.“ Den Grundstein will Schwarz im Sommer legen: im Kraftraum.

Bastian Huber

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