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Ein Schuss, der Träume zertrümmert

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Im Training verletzt: Torwart Michael Zetterer (M.) fällt erstmal aus. © imago/nph

Hohendilching – Pech für Jungprofi Michael Zetterer: Ein Handbruch bringt den Werder-Torhüter um Chancen und Erlebnisse.

Ein Schuss und eine gebrochene Hand – das macht unter dem Strich zwei geplatzte Träume. So sah die einfache, aber bittere Rechnung für Michael Zetterer zum Saisonabschluss aus. Der 19-jährige Torwart von Werder Bremen hatte sich im Training vor dem Bundesligaspiel bei Borussia Dortmund einen Kahnbeinbruch in der linken Hand zugezogen. Zetterer verpasste mit dieser Verletzung nicht nur das Spiel beim BVB vor über 80 000 Zuschauern – unter ihnen auch sein Vater Thomas. Bei der U20-WM in Neuseeland musste der Keeper aus Hohendilching, der im Winter von der Spielvereinigung Unterhaching nach Bremen gewechselt war, ebenfalls zuschauen.

„Das war bitter“, sagt Zetterer. „Mein erster Gedanke nach der Diagnose war einfach nur: Verdammt, ausgerechnet jetzt. Ich wusste natürlich sofort, was mir entgeht.“ Hätte sich Michael Zetterer nicht die Hand gebrochen, hätte er in Dortmund zum zweiten Mal in seiner Karriere zum Bundesligakader von Werder Bremen gehört und das Spiel in einem der stimmungsvollsten Stadien Europas von der Bank aus verfolgt.

Und nicht nur das. Bei der U20-Weltmeisterschaft in Neuseeland wäre er sogar die Nummer eins der deutschen Mannschaft gewesen. „Die Trainer haben mir gesagt, dass ich gespielt hätte“, sagt Zetterer. Im ersten Moment war diese Aussage ein weiterer Rückschlag, denn auf dieses Ziel hatte der 19-Jährige in den vergangenen Monaten hingearbeitet. Aber nach guten Gesprächen mit den Trainerteams der U20-Nationalmannschaft und von Werder Bremen kann Zetterer jetzt wieder nach vorne schauen. „Es ist, wie es ist. Gebrochen ist gebrochen. Verletzungen gehören nun einmal dazu“, meint Zetterer.

Die U20-WM verfolgte er schweren Herzens von der Couch aus. Tatenlos musste er mit ansehen, wie das Team um seinen Bremer Mannschaftskollegen und Kumpel Levin Öztunali im Viertelfinale im Elfmetschießen an Mali scheiterte. Zetterer, der den Bruch zunächst für eine Prellung hielt, weitertrainierte und die Hand erst untersuchen ließ, als die Schwellung über Nacht nicht besser wurde, hatte sich vier Tage nach dem Trainingsunfall operieren lassen.

Bis Ende Juni ist er zu Hause in Hohendilching und arbeitet in der Reha an seinem Comeback. Weil an Training mit dem Ball noch nicht zu denken ist, kann Zetterer in diesen Tagen auch seinem Ziel, „noch mehr Mann zu werden“, etwas näher kommen. Beine, Bauch, Rumpf – abgesehen von Schultern und Armen kann der 19-Jährige mit Krafttraining seinen Körper für das Comeback stärken. Das Lauftrainingslager von Werder Bremen in Neuruppin nahe Berlin in der ersten Juli-Woche wird er auf jeden Fall absolvieren. Mitte Juli steht dann im Zillertal ein weiteres Trainingslager an, in dem Werder sich den Feinschliff für die Saison 2015/16 holen will. Ob Zetterer bis dahin wieder komplett fit ist, ist noch nicht klar.

Was bei seinem Verein bis zum Saisonstart auf der Torhüterposition passiert, kann Zetterer ebenfalls noch nicht beurteilen. Raphael Wolf, Werders erster Torwart, wurde an der Hüfte operiert und fällt ähnlich lange aus wie Zetterer. Einsatzfähig ist von den drei etatmäßigen Bremer Torhütern derzeit nur Neuzugang Felix Wiedwald, der von Eintracht Frankfurt kam. Gut möglich, dass Werder auf der Torwart-Position noch einmal reagiert. So oder so wird Zetterer den Konkurrenzkampf aufnehmen, sobald er wieder zwischen den Pfosten steht. Aber jetzt ist erst einmal Geduld gefragt.

Christoph Fetzer

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