Auf ihre Zeit achteten die Läufer oft schon in den ersten Sekunden ihrer jeweiligen Disziplin. 
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Auf ihre Zeit achteten die Läufer oft schon in den ersten Sekunden ihrer jeweiligen Disziplin. 

Erste sportliche Großveranstaltung seit Monaten ein großer Erfolg

Sixtus Lauf Schliersee: Freude pur für alle Teilnehmer

Als erstes sportliches Großereignis seit Monaten war der Sixtus Lauf Schliersee ein voller Erfolg. Die Teilnehmer schwärmten im Anschluss.

Schliersee – Es sind die Geschichten und Gesichter, die sportliche Großereignisse ausmachen. Und das war auch beim 9. Sixtus Lauf & Walk in Schliersee – der Corona-Ausgabe – am Samstag nicht anders. Was die mehr als 700 Läufer und Walker einte: die pure Freude am ersten Wettkampf seit vielen Monaten. Mit strahlenden Gesichtern liefen sie im Kurzentrum ins Ziel.

„Endlich durften wir wieder starten, wir sind so glücklich. Das ist der Beweis, dass so etwas stattfinden kann“, sprudelte es aus Sandra Haderlein heraus, die die 10-Kilometer-Strecke in 40:05 Minuten als schnellste Dame bestritt. Bei den Herren ging der Sieg über diese Distanz an einen Lokalmatador: Andreas Hunzinger. 37:29 Minuten benötigte der Miesbacher und war im Ziel noch überrascht: „Ich hab’ nach drei Kilometern Marius überholt, dann hab’ ich mich nach paar Minuten umgedreht, dann war er weg. Da dachte ich schon, der hat sich verlaufen. Normalerweise hab’ ich gegen ihn keine Chance.“ Vorjahressieger Marius Hüpel kämpfte – wie viele Spitzenläufer – mit der fehlenden Wettkampfhärte: „Ich war einfach zu schlecht, das muss man so sagen. Aber die Landschaft ist einfach superschön.“

Die genoss auch der 66-jährige Gert Schlüter, der nach 1:17:42 Stunden als Letzter die 7,5 Kilometer Walking-Strecke finishte: „Ich hab’ ja unterwegs a Schwätzle halten müssen, so schön war das“, erzählte der Stuttgarter. Seine Frau Claudia und er hatten die Teilnahme am Sixtus Lauf von ihren Kindern zu Weihnachten geschenkt bekommen. Seine Gattin gewann mit 54:33 Minuten die Walker-Klasse. „Das weiß ich schon, die ist viel schneller als ich. Aber ich genieße eben“, kommentierte Schlüter. Sohn Alexander startete zudem auf der Halbmarathonstrecke und wurde dort Achter.

Ein Starter läuft alle Strecken

Gleich zu viert lief die Familie Eder aus Bruckmühl nach 1:23:33 Stunden ins Ziel. Marion, Philip und Kerstin begleiteten ihren Papa Andreas auf den zehn Kilometern, die sie für ihre Mutter gelaufen sind. „Sie hat hier so oft teilgenommen und ist im vergangenen Jahr leider gestorben. Deshalb haben wir uns gedacht, wir starten für jetzt für meine Frau“, erzählte Eder.

Mit Abstand und Mundschutz warteten die Teilnehmer auf ihr Startsignal beim Sixtus Lauf Schliersee. Erst unmittelbar, bevor es losgeht, durften sie die Masken abnehmen.

Nur einmal beim Sixtus Lauf zu starten, „da lohnt sich ja die Anreise nicht“, fand Felix Mayerhöfer aus Neumarkt. Also entschloss sich der Ausdauerspezialist, einfach auf allen drei Strecken an den Start zu gehen, was mit dem coronabedingten Startprozedere mit personalisierten Blöcken und dreiminütigen Abständen leicht möglich war. So startete er am Vormittag auf die 7,5 Kilometer und war nach 25:36 Minuten im Ziel. Diese Bestzeit hielt bis zum Schluss. Gegen Mittag startete der 38-Jährige auf der 10-Kilometer-Distanz und finishte nach 37:52 Minuten, was ihm im Endklassement den zweiten Rang einbrachte. „Ja, ich wollte die beiden kürzeren Strecken Pulle laufen“, erzählte Felix Mayerhöfer. Den abschließenden Halbmarathon, den er im vorletzten Startblock gegen 16 Uhr in Angriff nahm, „hab’ ich zum Auslaufen gedacht“. Nach 1:33:47 Stunden hatte er seinen „Lauf-Triathlon“ vollbracht.

Thea Heim von der LG Telis Finanz Regensburg, eine der besten deutschen Mittel- und Langstreckenläuferinnen, gewann erwartungsgemäß den Halbmarathon bei den Damen. Nach 1:22:37 Stunden kam die Vorjahressiegerin ins Ziel. „Es war so schön, endlich wieder einen Wettkampf zu bestreiten, aber ich hab’ gar nicht mehr gewusst, dass es so steil ist.“ Die Anstiege stellten gestern so einige auf die Probe. „Das war der härteste Halbmarathon, den ich je gelaufen bin“, keuchte Kurt Schloder nach 1:39:04 Stunden ins Ziel.

Schachenmeier Dritter im Halbmarathon

Hart war es für Simon Schachenmeier aus einem ganz anderen Grund. Auch für ihn war der Sixtus Lauf der erste Wettkampf seit vielen Monaten. Deshalb wusste der Athlet vom Geiger Medius Bike Base Team seinen Leistungsstand auch nicht einzuschätzen, bevor es auf die 21,1 Kilometer lange Strecke ging. Seine Zeit von 1:20:23 Stunden bedeuteten im Endklassement den dritten Rang. „Aber es war zach, mir fehlen einfach die Mitläufer.“

Wer ist schneller? Bei bestem Ausflugswetter konnten sich die Läufer mit den vorbeifahrenden Autos messen.

Florian Walz aus Südbaden (1:20:56) und Michael Kirchberger aus Rossbach (1:18:08) hatten als Spitzenläufer zwischenzeitlich die Halbmarathon-Bestmarken gesetzt, ehe Felix Michel von den Pedalrittern Birgland ins Ziel lief. 1:15:13 Stunden hieß es für ihn, diese Zeit konnte keiner toppen. „Damit bin ich zufrieden, das war der erste Wettkampf seit Langem, und es war einfach nur schön“, sagte Michel.

Viele Athleten klatschten im Zieleinlauf und zollten so den Veranstaltern Respekt, wie auch Katja Kronschnabel (Geiger Medius Bike Base Team): „Danke an die Organisatoren und die Gemeinde, dass sie so etwas überhaupt für uns möglich gemacht haben.“

Annika Prem

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