Schliersee Lauf, Hat am Montag noch gehörigen Muskelkater: Redakteur Sebastian Grauvogl.
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Hat am Montag noch gehörigen Muskelkater: Redakteur Sebastian Grauvogl

Sixtus Lauf & Walk Schliersee

Fußgänger und Radler als Ersatzpublikum

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Wie ist es, unter Corona-Bedingungen an einer Laufveranstaltung teilzunehmen? Redakteur Sebastian Grauvogl wollte das herausfinden.

Durch die coronabedingt wenigen Wettkämpfe hätten viele Läufer ihr Top-Niveau noch nicht erreicht, höre ich Moderatorin Sabine Kirchmair über die Lautsprecher erklären. Da ist sie, meine Ausrede, schmunzle ich in mich hinein, als ich mit Mund-Nasen-Schutz und Abstand zu den sieben anderen Sportlern in der Startbox B auf der Schlierseer Seewiese auf den Start warte. Irgendwie ziemlich entspannt. Kein Gedränge –aber leider auch keine anfeuernden Zuschauer. Sogar der Startschuss bleibt aus.

Kein Wunder: Wir starten in kleinen Gruppen über den ganzen Tag verteilt. Um Punkt 12.18 Uhr lässt uns ein Streckenposten endlich los. Ich habe keine große Lauferfahrung, bin die zehn Kilometer nur ein Mal zur Probe gelaufen. Heute will ich die Stunde unterbieten. Und ich finde schnell in mein Wohlfühltempo. Weil sich die Läufer um den Schliersee verteilen, werde ich nicht ständig überholt.

Dass ich mir die Strecke mit Radlern und Spaziergängern teilen muss, finde ich nicht schlimm. Im Gegenteil: Sie sind heute so was wie unser Publikum. Immer wieder höre ich anfeuernde Worte, Kinder winken mir zu. Die Feuerwehrler regeln entspannt den Verkehr, lächeln den Läufern und den kurz wartenden Autofahrern gleichermaßen nett zu. Jeder nimmt auf den anderen Rücksicht, bleibt höflich. Ich denke mir: Wenn es nur an jedem Wochenende mit Ausflugswetter am Schliersee so wäre!

Die Verpflegungsstation in Fischhausen nutze ich für eine kurze Pause. Aus Hygienegründen ist zwar alles abgepackt, aber es fehlt an nichts. Mineralwasser, Banane und Fruchtriegel geben mir einen Energieschub fürs letzte Drittel. Als ich nach 59:58 Minuten ins Ziel vor der Vitalwelt einlaufe, ist mir die Zeit völlig egal. Ich bin glücklich, es geschafft und die Pandemie für zehn Kilometer komplett vergessen zu haben. Dann kühle ich mich mit einem alkoholfreien Weißbier und schnaufe noch mal tief durch, bevor ich meinen Mundschutz wieder aufsetze. Das stolze Grinsen bleibt einfach dahinter.

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