Auch im Landkreis ist Skateboard beliebt, wie das Engagement von Lucas Schlickenrieder (fliegend) sowie Yannick Datzer (l.) und Florian Maba zeigt.
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Auch im Landkreis ist Skateboard beliebt, wie das Engagement von Lucas Schlickenrieder (fliegend) sowie Yannick Datzer (l.) und Florian Maba zeigt.

Skateboard gibt Premiere – Yannick Datzer erklärt den Sport

Skateboard bei Olympia: „Es geht um die coolsten Tricks“

  • VonHeidi Siefert
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Skateboarden ist erstmals olympisch - und im Landkreis Miesbach sieht die Szene das mit gemischten Gefühlen. Worauf Fernseh-Zuschauer achten können, erklärt Yannick Datzer.

Miesbach – Skateboarden hat an diesem Samstag Premiere bei den Olympischen Spielen in Tokio. Es wird als sogenannte Schlüsselsportart gesehen, die bei jungen Menschen die Begeisterung für die Spiele wecken soll. Im Landkreis hat sie einige leidenschaftliche Anhänger. Einer von ihnen Yannick Datzer, der sich im Skateboardclub Miesbach auch dafür engagiert, dass Jugendliche im südlichen Landkreis Trainingsmöglichkeiten bekommen. Etwa dadurch, dass zusätzlich zu den Skateanlagen in Holzkirchen und Weyarn auch in Neuhaus eine entstehen soll (wir berichteten).

Skateboarden als olympische Disziplin sieht Datzer mit gemischten Gefühlen. Da ist das Korsett des kommerzialisierten Großereignisses, das den Gedanken und Werten des Sports – Gemeinschaft, Spaß haben, miteinander etwas zu lernen – eigentlich widerspricht. Doch er sieht auch den Vorteil, dass sich durch die große Öffentlichkeit das Image verbessern und den Skateboarden helfen könnte, nicht nur als Trendsport gesehen zu werden. Er wird auf jeden Fall die Wettbewerbe verfolgen. Uns hat er erklärt, wie Skateboard bei Olympia funktioniert.

Die Disziplinen

„In Tokio werden Street und Park ausgetragen. Beim Street geht es darum, in sogenannten Obstacles Tricks zu zeigen. Normalerweise benutzt man dafür alles, was man finden kann – Randsteine, Bänke, Treppen. So sehen wir Skateboarder alles aus dem Blickwinkel, ob und wie man es nutzen könnte. Dafür wird er aber auch nirgends so ganz gern gesehen. Beim Park fährt man in Bowls mit steilen Wänden und scharfen Kurven und zeigt die Tricks mit Sprüngen über die Kanten. Angefangen hat es damit in einem extrem trockenen Sommer in den USA, als es aus Gründen des Wassersparens verboten war, private Pools zu betreiben. Damals haben sich Surfer Rollen unter ihre Bretter gebaut und sind – meist illegal – in die trockenen Schwimmbäder. Jeder Fahrer hat 45 Sekunden Zeit seine eigene Line zu fahren. Das heißt, jeder kann zeigen, was er mag. Die drei besten Tricks gehen in die Wertung ein. Bewertet werden sie von einer Jury auf einer Skala von null bis zehn im Street. Im Park geht es von null bis hundert. Bei den Olympischen Spielen gibt es vier Vorläufe, in denen die Finalteilnehmer ermittelt werden.“

Der Bewegungsablauf

„Man steht ohne feste Verbindung auf einem Holzbrett mit beweglicher Achse. Gelenkt wird durch Gewichtsverlagerung. Fahrt nimmt man durch Anschieben mit dem hinteren Bein auf. Um zu springen, drückt man mit dem hinteren Fuß das Hinterteil des Bretts kraftvoll nach unten. Gleichzeitig zieht man mit dem vorderen Bein das Brett nach oben. Durch die Reibung auf dem Belag, der wie feines Schleifpapier ist, hat man dafür Halt.“

Gibt es Vorgaben?

„Es geht darum, die besten und coolsten Tricks zu zeigen. Dabei gibt es eine unglaubliche Vielfalt. Allein bei den Kick-Flips oder Heel-Flips, bei denen sich das Brett um die eigenen Achse dreht. Im Prinzip kann man sich alles einfallen lassen.“

Mögliche Fehler

„Das Einzige, was man falsch machen kann, ist nicht wieder auf dem Brett zu landen.“

Folgen der Fehler

„Man kann sie ziemlich drastisch spüren. Skateboarden ist eine Sportart, die das Leben sehr gut widerspiegelt. Man lernt nichts, ohne Rückschläge verkraften zu müssen. Der erste Anlauf wird nie perfekt sein, aber wenn man dran bleibt und es immer wieder probiert, wird es klappen.“

Zu dieser Serie

Auch wenn sich keine Sportler aus dem Landkreis für die Olympischen Sommerspiele in Tokio qualifiziert haben, greift die Heimatzeitung das Sport-Großereignis auf. Sportlerinnen und Sportler aus der Region erklären ihre jeweiligen Disziplinen und worauf man auch als TV-Zuschauer achten kann.

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