Vorfreude: Marlene Schmotz, hier im Videochat, freut sich auf die Weltcup-Rückkehr. Screenshot: Christoph Fetzer
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Vorfreude: Marlene Schmotz, hier im Videochat, freut sich auf die Weltcup-Rückkehr.

Marlene Schmotz kehrt in Levi erstmals nach ihrem Kreuzbandriss in den Weltcup zurück

Das Zeug zur erweiterten Weltspitze

  • vonChristoph Fetzer
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Am Wochenende kehrt Marlene Schmotz im finnischen Levi in den alpinen Ski-Weltcup zurück. Eine Mischung zwischen Vorfreude und Aufregung.

Fischbachau/Levi – Marlene Schmotz bewegt sich in diesen Tagen irgendwo zwischen Vorfreude und Aufregung. Am Wochenende wird die 26-Jährige vom SC Leitzachtal ihre ersten Rennen seit knapp elf Monaten bestreiten. Im finnischen Levi kämpft sie im Slalom und Riesenslalom um Weltcup-Punkte. „Rennen fahren macht Spaß und taugt mir einfach, deswegen freue ich mich drauf“, sagte die Fischbachauerin gestern in einem Video-Pressegespräch. „Am Start wird schon ein bisschen Nervosität kommen, aber das ist ganz normal.“

Schmotz, die sich Anfang des Jahres beim Slalom in Zagreb das Kreuzband im rechten Knie gerissen hatte (wir berichteten), fühlt sich fit. Auch nach Belastung habe sie keine Beschwerden. „Mir geht’s gut, ich kann mich nicht beschweren“, sagte sie. Seit Anfang August steht Schmotz wieder auf Skiern, das erste Weltcup-Rennen der Saison in Sölden vor einem Monat kam allerdings noch zu früh. Jetzt ist sie bereit.

Heute reist Schmotz als eine von sieben Athletinnen mit dem deutschen Team nach Finnland, natürlich unter speziellen Bedingungen. Mit einem Charterflug, in dem auch die meisten anderen Mannschaften sitzen, geht es von Zürich zum Flughafen Kittilä nahe des Rennortes Levi. „Unser Ziel ist es, ohne Corona-Fälle durch die Saison zu kommen“, sagte Damen-Bundestrainer Jürgen Graller. „Wir halten die Abstände ein und es wird zweimal die Woche getestet, normalerweise bei der An- und bei der Abreise.“ Dazwischen sei das Team unter sich. Athletinnen sowie Trainer- und Betreuerteam seien in Einzelzimmern untergebracht, außerhalb der Zimmer bestehe Maskenpflicht. Bis jetzt hat es laut Graller im Deutschen Skiverband (DSV) einen Corona-Fall gegeben, der allerdings einen Athleten außerhalb des Weltcup-Teams betrifft.

Lob von Bundestrainer Graller

Unter diesen besonderen Umständen will Marlene Schmotz wieder an die Form von vor ihrer Verletzung anknüpfen. Im vergangenen Winter fuhr sie mit einem neunten Platz im Riesenslalom und einem elften Platz im Slalom die besten Weltcup-Ergebnisse ihrer Karriere ein. „Im Riesenslalom habe ich einen großen Sprung gemacht. Ich wusste schon immer, dass ich das kann. Aber ich brauche dazu mehr Trainingstage“, sagt Schmotz. „Ich fahre beide Disziplinen gerne, der Slalom ist die Grundlage.“ Ergebnisse in den Top 20 bis Top 15 hat sie sich zum Ziel gesetzt.

Allerdings wird es wohl ein wenig dauern, bis Schmotz dieses Niveau wieder erreicht. „Die Leistungsfähigkeit kommt von Fahrt zu Fahrt und jetzt auch wieder mit den Renntagen. Es fehlen noch ein paar Skitage, damit ich wieder komplett bei 100 Prozent bin“, sagt Schmotz. Das Potenzial ist weiter da. Bundestrainer Jürgen Graller bescheinigt der Fischbachauerin „das Zeug zur erweiterten Weltspitze“.

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