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Slackline, Extremsport, Friedrich Kühne, Wendelstein
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500 Meter in 200 Metern Höhe: Friedrich Kühne hat nach eigenen Angaben am Wendelstein einen Deutschland-Rekord auf der Highline aufgestellt.

200 Meter über dem Erdboden

Extremsportler stellt am Wendelstein Rekord auf

Extremsportler Friedrich Kühne hat am Wendelstein einen Rekord aufgestellt. Er ist in 200 Metern Höhe 500 Meter über eine Slackline gelaufen.

Bayrischzell – Wenn Friedrich Kühne seine Slackline in luftiger Höhe zwischen den Gipfeln spannt, überkommt ihn ein Gefühl „unglaublicher Freiheit“. Konzentriert setzt er einen Fuß vor den anderen, der Fokus liegt auf dem eigenen Körper. Die Geräusche, die kühle Luft und den Nebel zwischen den Gipfeln des Mangfallgebirges blendet Kühne vollkommen aus. 500 Meter liegen zwischen dem Bad Aiblinger auf der Spitze der Kesselwand und dem anderen Ende der Slackline – befestigt an der Wendelstein-Rückseite. Ein halber Kilometer auf einem Band, das in 200 Metern Höhe über dem Boden gespannt ist.

Schritt für Schritt kommt der Extremsportler nicht nur dem anderen Ende der Highline – so nennt man in großer Höhe gespannte Slacklines – näher. Kühne nähert sich auch einem Rekord: Die beachtliche Strecke ist nach eigenen Angaben die längste je in Deutschland sturzfrei überquerte Highline.

Für Kühne ist dieser Meilenstein – objektiv betrachtet – nur ein Erfolg auf einer langen Liste. Bereits zwölf Weltrekorde hat der angehende Lehrer aufgestellt. Dazu gehören auch Rekorde ohne jegliche Sicherung – sogenannte Free Solo Überquerungen. Ganz so riskant ist das Vorhaben des 30-Jährigen diesmal nicht. Mit ihm gleitet auch ein Metallring, verbunden mit einem Sicherungsgurt, an der Slackline entlang.

Kühne: Wendelstein ist einzigartig

Inmitten des rund 20-minütigen Balanceakts kommt die Vorkehrung tatsächlich zum Einsatz: Kühne verliert das Gleichgewicht. 200 Meter über dem Boden schwankt der Extremsportler für einen Moment, fällt von der Highline und hängt im Sicherungsgurt. Ohne diesen hätte er das Unterfangen vermutlich nicht überlebt. Nach einem kurzen Kraftakt steht Kühne wieder auf dem Band – unversehrt. „Nebel, Regen und kühle Temperaturen haben die Überquerung erschwert“, erklärt der Sportler. Beim zweiten Versuch klappt der Rekordversuch ohne Sturz.

Trotz der vielen Erfolge in bisher 50 Ländern ist das Erfolgserlebnis auf dem Wendelstein einzigartig für den Bad Aiblinger. „Schon in meiner Anfangszeit habe ich an dieser Stelle geübt“, erklärt Kühne, der sich selbst als „heimat- und familienliebendenden Menschen“ bezeichnet. Acht Jahre und rund 20 Rekorde später sei die Rückkehr ein bedeutender Moment.

„Eineinhalb Jahre habe ich mich gemeinsam mit Freunden auf den heutigen Tag vorbereitet“, sagt Kühne. Etliche Genehmigungen seien nötig gewesen. Die Wendelstein-Zahnradbahn, die Bergwacht Brannenburg und das Luftamt Südbayern mussten irhe Erlaubnis geben.

Kühne will Menschen von der Angst befreien

Alle unterstützten die mehrköpfige Gruppe. „Die Wendelsteinbahn hat uns sogar gratis befördert“, sagt Kühne lächelnd. Die Bahn sei eine erhebliche Erleichterung gewesen. Riesige Rucksäcke gehören zur Standardausrüstung der Gruppe.

Der Rekord am Wendelstein könnte einer der letzten für Kühne gewesen sein. „Niemand bleibt ewig Profisportler“, sagt der 30-Jährige, der noch in diesem Jahr als Lehrer anfangen möchte. Nachdem der Sportler vor drei Jahren sein Lehramtsstudium in Deutsch und Mathematik abgeschlossen hatte, lebte er die vergangenen Jahre von Shows, Vorträgen und Kursen.

Friedrich Kühne

Angst vor der Höhe hat Kühne nicht: „Beim Highlining liegt es in meiner Macht, das Risiko zu minimieren.“ Er ist überzeugt davon, dass „Autofahren oder der reine Alpinismus gefährlicher“ sind als das Slacklining in großer Höhe, genug Übung in dem Sport vorausgesetzt. „Es ist ein befreiendes Gefühl zu wissen, dass man nicht scheitern kann.“ Dieses Gefühl möchte er auch seinen Kursteilnehmern und Zuhörern bei Vorträgen näher bringen. Die Leute von ihrer Angst befreien sei sein oberstes Ziel des 30-Jährigen

Für Kühne endet das Highlining nicht am gegenüberliegenden Gipfel. „Mit jeder Überquerung werde ich ein Stückchen freier.“ Diese Erfahrung nimmt er nach Hause mit – und mit Berufsstart auch in die Klassenzimmer. „Ich möchte, dass meine Schüler nicht nur Deutsch und Mathematik lernen, sondern selbstbewusst werden, sich nicht von Zweifeln leiten lassen und dadurch ebenfalls immer freier in ihrer Persönlichkeit werden.“

Jonas Napiletzki

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