Deutlich besser als erwartet kam Cheyenne Loch in Bad Gastein zurecht. Die 26-Jährige fuhr gleich zweimal ins große Finale.
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Deutlich besser als erwartet kam Cheyenne Loch in Bad Gastein zurecht. Die 26-Jährige fuhr gleich zweimal ins große Finale.

Cheyenne Loch wird in Bad Gastein zweimal Zweite

Loch bricht Halbfinal-Bann und holt bestes Karriere-Ergebnis

  • vonSofia Eham
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Der Halbfinal-Bann ist gebrochen: Snowboarderin Cheyenne Loch aus Schliersee stand erstmals im Finale eines Weltcups und erreichte damit die beste Platzierung ihrer Karriere.

Neuhaus/Bad Gastein – Zweimal Vierte, einmal Fünfte – so die bisherige Saisonbilanz der Raceboarderin Cheyenne Loch vom SC Schliersee. Der Sprung aufs Podium schien wie verhext – bis zum Parallel-Slalom im österreichischen Bad Gastein. Dienstagabend erreicht die 26-Jährige zum ersten Mal in ihrer Weltcupkarriere das große Finale und mit dem zweiten Platz ihr bestes Ergebnis. Gleichermaßen erfolgreich beendeten sie und ihr Teamkollege Stefan Baumeister den gestrigen Teambewerb.

Schon die Qualifikation im Einzelbewerb lief für Loch besser als erwartet: Sie fuhr die zweitschnellste Zeit hinter Tagessiegerin Sofia Nadyrshina. Das, obwohl Loch vorher dachte, dieser Kurs sei gar nicht ihr Ding. „Der erste Lauf lief dann überraschend gut und nach und nach merkte ich, dass ich immer besser hinein komme.“ In den folgenden Finalläufen mauserte sie sich fast schon zum Schreck der Schweizerinnen. Denn sowohl im Achtel- als auch im Viertel- und Halbfinale behielt sie gegen Athletinnen aus dem Nachbarland die Oberhand. Im Halbfinale gegen Julie Zogg reichte es für Loch um zwölf Hundertstel für den Einzug in das große Finale – zum ersten Mal war für sie die Hürde Halbfinale erfolgreich genommen. „Ich war vorher immer im Halbfinale gescheitert, das war wie eine Blockade“, sagt Loch. „Dementsprechend habe ich mich über das Weiterkommen mega gefreut. Da ist ganz schön viel von mir abgefallen.“

An diesem Tag musste sich Loch nur einer Athletin geschlagen geben: Nadyrshina. Die Russin ging mit viel Selbstbewusstsein aus ihrem ersten Weltcupsieg vom Wochenende an den Start. Im Finale erwischte sie den besseren Start und konnte sich einen leichten Vorsprung herausfahren. Loch setzte alles auf eine Karte, gab ordentlich Gas und riskierte viel. Die Aufholjagd gelang, und die Neuhauserin schien bis kurz vor Schluss die Nase vorn zu haben. Wenige Tore vor dem Ziel war Loch aber zu direkt, verlor die Linie und erwischte das vorletzte Tor nicht mehr. Ein kurzer Moment der Enttäuschung, der jedoch nicht lange währte. Der erste Weltcupsieg war zwar zum Greifen nah. Doch auch Platz zwei markiert Lochs bestes Karriereergebnis.

Ihre Zimmerkollegin Selina Jörg war als Dritte ähnlich erfolgreich. Die weiteren deutschen Raceboarderinnen Ramona Hofmeister, Carolin Langenhorst und Melanie Hochreiter schieden bereits im Achtelfinale aus und belegten am Ende die Plätze elf, zwölf und 16. Hofmeister muss damit das Trikot der Gesamtweltcupführenden an Nadyrshina abgeben.

Loch und Jörg traten am Folgetag im ersten Teamwettbewerb der Saison an. Im Mixed-Rennen bildete Loch gemeinsam mit Stefan Baumeister ein Team, Jörg fuhr mit Elias Huber. Für das Duo Jörg/Huber war bereits im Achtelfinale Schluss. Doch Loch wiederholte prompt das Kunststück von Dienstag und wurde mit ihrem Teampartner Zweite. Im Halbfinale gegen Russland bekam sie sogar die Gelegenheit sich direkt für das verlorene Finale vom Vortag zu revanchieren: Denn ihre Kontrahentin hieß wieder Nadyrshina. Anders als am Vorabend behielt aber dieses Mal Loch die Nase vorn und schaffte erneut den Sprung ins große Finale. „Der Kurs war heute etwas runder gesteckt, das kommt mir gelegen“, erzählt sie. „Und ich hatte einen guten Teampartner, der mir das Ergebnis auch ermöglicht hat.“ Im Finale gegen die Lokalmatadoren Claudia Riegler und Andreas Prommegger reichte es aufgrund eines Sturzes von Loch leider erneut nicht zum Sieg. Doch mit zwei zweiten Plätze hat sich die Fahrt nach Österreich trotzdem mehr als gelohnt.

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