Rührender Moment: Während sich die Schlierseerin Cheyenne Loch (M.) und Selina Jörg (r.) aus dem Weltcup verabschieden, feiert Ramona Hofmeister die Titelverteidigung in der Gesamtwertung.
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Rührender Moment: Während sich die Schlierseerin Cheyenne Loch (M.) und Selina Jörg (r.) aus dem Weltcup verabschieden, feiert Ramona Hofmeister die Titelverteidigung in der Gesamtwertung.

Cheyenne Loch am Götschen Zehnte bei ihrem letzten Karriererennen

Emotionaler Abschied für Cheyenne Loch

  • vonSofia Eham
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Sportlich wird die Schlierseer Raceboarderin Cheyenne Loch ihr letztes Weltcuprennen wohl nicht in Erinnerung behalten, emotional dafür auf jeden Fall.

Schliersee/Berchtesgaden – Bereits im Achtelfinale des Parallel-Slaloms von Berchtesgaden schwang Cheyenne Loch zum letzten Mal im Zielraum ab. Mit 34 Hundertstelsekunden Rückstand auf ihre Kontrahentin Daniela Ulbing aus Österreich reichte es für die Alpinboarderin vom SC Schliersee nicht für den Einzug ins Viertelfinale – und damit war endgültig Schluss im Weltcup. „Als ich unten angekommen bin, waren die Emotionen überwältigend. Das letzte Rennen meines Lebens, da ist wirklich viel von mir abgefallen“, berichtet die 26-Jährige.

Spaß haben stand für Loch zu ihrem ganz persönlichen Weltcup-Finale im Vordergrund, doch so ganz genießen konnte sie ihr letztes Rennen nicht. „Ich stand unter extremer Spannung und habe mir selbst viel Druck gemacht“, sagt sie. Schon in der Qualifikation reichte es nur für den siebten Platz, nach dem Aus im Achtelfinale reihte sie sich deshalb im Endklassement als Zehntplatzierte ein.

Vom erneut starken deutschen Team fuhren neben Loch noch drei weitere Raceboarderinnen in die Top Ten: Carolin Langenhorst schlug die favorisierte Sofia Nadyrshina im Achtelfinale und leistete ihrer Teamkollegin Ramona Hofmeister damit Schützenhilfe: Hofmeister sicherte sich durch das frühe Ausscheiden der Russin den Gesamtweltcup. Langenhorst schaffte es bis ins kleine Finale und wurde Dritte, Hofmeister Sechste. Selina Jörg, die ihre Karriere mit dem Wochenende in Berchtesgaden ebenfalls beendet, bescherte sich selbst noch mal einen glänzenden Abschied: Sie musste sich nur der Schweizerin Julie Zogg, die sich auch den Sieg in der Disziplinenwertung sicherte, geschlagen geben und wurde Zweite. Im Teamevent am Sonntag legte sie gemeinsam mit Stefan Baumeister noch eine weitere Podiumsplatzierung nach: Das Duo landete auf Platz drei.

Loch: Zeit, etwas Neues auszuprobieren

Jörg zog damit sowohl in der Gesamtwertung als auch in der Slalomwertung an Loch vorbei. Die Schlierseerin ist damit nach der Saison 2020/21 die Fünftbeste im Gesamtweltcup und Viertbeste im Slalomweltcup. Loch beendet ihre Karriere zwar nicht mit ihrem besten Rennen, aber doch sicherlich mit ihrer besten Saison. Für sie und Jörg gab es dann auch noch eine emotionale Verabschiedung. „Das Team ist sicher das, was mir am meisten fehlen wird“, sagte Loch danach.

Doch bei allen gemischten Emotionen nach ihrem finalen Rennen überwiegen alles in allem positive Gefühle. „Ich freue mich jetzt einfach, die Sachen machen zu können, auf die ich Lust habe“, erzählt die 26-Jährige. „Tiefschnee fahren, neue Sportarten ausprobieren – all die Dinge, die ich aufgrund des Verletzungsrisikos in den vergangenen Jahren nicht machen konnte.“ Ihre Freude am Langlaufen hat Cheyenne Loch ja bereits in diesem Winter gefunden – auf den Loipen im Landkreis könnte man sie also in Zukunft häufiger sehen.

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