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Peter Bauer gehört zu den Pionieren der deutschen Snowboardszene. 

Sudden Rush 2020 Banked Slalom Open

Snowboard: Peter Bauer fährt mit 53 Jahren wie ein 23-Jähriger

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Peter Bauer gehört zu den Pionieren der deutschen Snowboard-Szene und hat die Gene offenbar an seine Töchter weitergegeben, wie diese jetzt in der Schweiz bewiesen haben.

Fischbachau/Laax– Blauer Himmel, Sonne, Tiefschnee, wunderschöne Steilkurven. Es hätte so schön sein können beim „Sudden Rush 2020 Banked Slalom Open“ in der Schweizer Snowboard-Hochburg Laax, hätte sich nicht bereits Corona angekündigt. „Das Event war speziell“, erzählt Peter Bauer, für den das in zweifacher Hinsicht zutraf. Nicht nur, dass das Virus für eine sehr kreative Austragung des Wettbewerbs sorgte, zu dem sich Pioniere der Szene seit Jahren mit den Stars der Zukunft treffen. Der Altmeister aus dem Leitzachtal war mit seinen beiden Mädels am Start und so wurde bei der digitalen Siegerehrung nicht nur einmal der Name Bauer aufgerufen. „Das muss die Tochter vom schnellen Peter sein“ konstatierte Mitveranstalter und Moderator-Ikone Chris Bachmann bei der Siegerehrung. Für die hatten sich er und die Organisatoren Terje Haakonsen und Nicolas Müller extra Portraitfotos der Schnellsten in die Bergstation am Crap Sogn Gion geholt, während die Teilnehmer via YouTube erfuhren, ob sie es aufs virtuelle Stockerl geschafft hatten.

Im Fall der Nachwuchsfahrerin mit den guten Snowboard-Genen keine große Überraschung: „Die Paula fährt super, gewinnt eigentlich alle Banked Slaloms in ihrer Klasse“, freute sich Papa Peter, der seinerseits ein leidenschaftlicher Verfechter der Steilkurvenrennen ist. Für ihn, den vielfachen Weltmeister in den alpinen Disziplinen und Wegbereiter des Snowboardens in Europa, sind sie die typischste Form des Boardens im Schnee. Auch die sechsjährige Leni, die bisher mehr auf Skiern gestanden ist, ging mit dem Board ins Rennen – zur Freude des Papas.

„Die Paula fährt super, gewinnt eigentlich alle Banked Slaloms in ihrer Klasse“, freut sich Peter Bauer über seine ältere Tochter.

„Peter hat natürlich gewonnen. Ist wie auf Schienen da runter“, sagt die Fischbachauerin Lilly Wolf, die selbst Rennpremiere feierte. „Freitagmorgen bei null Sicht und eisigen Verhältnissen“, das war kein leichter Einstand für die langjährige Pressesprecherin eines Snowboardherstellers, die es mit dem Who-is-Who der Weltspitze zu tun hatte. Am Ende wurde sie Elfte und freute sich über die „coole Erfahrung“ und die Erkenntnis, dass es „so was wie eine Snowboard Community doch noch gibt“.

Peter Bauer bekommt den Sieger-Preis nicht

Leni Bauer wagt sich mit sechs Jahren bereits in den Slalom-Parcours.

Die hielt sich im Kanton Graubünden an die Etikette mit Schneebrille, Gesichtsmaske, Ellenbogen-Begrüßung und Sicherheitsabstand, mochte das auch noch so befremdlich sein, wenn man alte Freunde, teilweise nach Jahren, traf. Auch das Rahmenprogramm war ausnahmslos gestrichen. Spaß hatten die Teilnehmer von den Kids ab sechs Jahren bis zu den Super Masters über 50 auf der Strecke. Und da zeigten die Oberlandler, dass an ihnen kein Weg vorbei führt. Auf dem Stockerl standen bei den Super Masters mit Sieger Peter Bauer und dem Neuhauser Tom Hinterseer als Drittem zwei Profis der ersten Stunde, die mit ihren Zeiten auch in den jüngeren Altersklassen vorne dabei gewesen wären.

Für Bauer hätte es selbst bei den Pros zu einem Platz im vorderen Mittelfeld gereicht. „Er ist 53 und hat Beine wie ein 23-jähriger Jungsporn“, sagte Bachmann, der ihm lachend den Siegerpreis vorenthielt, anerkennend: „Das Snowmellier-Snowboard bekommt er natürlich nicht, dafür muss er nur in seine Garage gehen.“ Der Rottacher Markus Ziegleder verpasste bei den Grand Masters (45 bis 49 Jahre) als Siebter in einem Feld mit engen Abständen knapp das Podest.

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