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Warum so skeptisch? Konstantin Schad (r.) fährt am Feldberg auf Platz drei. Zweiter wurde Paul Berg. 

Fischbachauer am Feldberg Dritter

Konsti Schad zurück auf dem Podest

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Konstantin Schad kann‘s noch: Beim Heimweltcup am Feldberg wird der Fischbachauer Dritter. Sogar Platz zwei wäre drin gewesen.

Feldberg – Auch mit 31 Jahren und zwei Bandscheibenvorfällen kann Konstantin Schad (SC Miesbach) noch mit den besten Snowboardcrossern der Welt mithalten. Das hat der Fischbachauer am Samstag mit seinem dritten Platz beim Weltcup am Feldberg noch einmal bewiesen. Bei schwierigen Bedingungen fuhr Schad im Hochschwarzwald auf Platz drei. Rang zwei war greifbar. „Aber wenn man zwei kapitale Fehler hat, muss man froh sein, überhaupt auf dem Podium zu stehen“, sagt Schad. Der Ärger hielt sich in Grenzen, er unterlag seinem Teamkollegen Paul Berg (SC Konstanz). „Zwei Deutsche auf dem Podest, das ist unfassbar.“ Leon Beckhaus aus München, der für den SC Miesbach startet, wurde Achter.

Auf 1200 Metern tobten am Feldberg heftige Windböen, die den Fahrern schon am Freitag in der Qualifikation zu schaffen gemacht hatten. Nach der enttäuschenden WM, bei der Schad nur 19. wurde, ging er das Weltcup-Rennen locker an. Eine Taktik hatte er sich aber doch überlegt. „Ich habe mich für die hohe Linie entschieden“, sagt der Fischbachauer. Seit seiner Bandscheiben-OP kommt er nicht mehr so schnell aus dem Start, Schad konzentrierte sich am Feldberg daher auf das untere Gleitstück.

Und der Plan ging bis ins Finale auf. Sowohl im Achtel- als auch im Viertelfinale lag Schad lange Zeit auf Position drei, arbeitete sich im Windschatten an die Kontrahenten heran, zog dann mit seinen hervorragenden Gleitfähigkeiten auf der Innenbahn vorbei und überquerte jeweils als Erster die Ziellinie.

Nur im Halbfinale machte ihm Teamkollege Berg einen Strich durch die Rechnung. Schad lag gleich nach dem Start hinter Alessandro Hämmerle auf Position zwei. Doch auf der ruppigen Piste wurde er etwas hinausgetragen, sodass Berg vorbeischoss. Auf dem Schlussstück arbeite sich Schad wieder heran, beim Zielsprung lagen er, Berg und Hämmerle auf einer Linie. Schad rettete sich mit einem Sturz ins Ziel. Welche beiden Fahrer ins Finale einziehen würden, musste das Fotofinish entscheiden. Und hier lag Schad mit der Boardspitze vorne, nur Berg war vor dem Fischbachauer. „Da musste ich mich schon sehr strecken, um überhaupt weiterzukommen“, sagt Schad.

Boardspitze vorne: Konstantin Schad stürzt beim Halbfinale über die Ziellinie. Das Fotofinish muss entscheiden. 

Im Finale wieder dasselbe Bild: Schad lag nach dem Start auf zwei, Berg zog vorbei. Doch der Australier Cameron Bolton war für die beiden Deutschen nicht mehr einzuholen. Mit dem dritten Platz ist Schad dennoch sehr zufrieden, denn es war sein erster Podestplatz seit Dezember 2013. Damals wurde er in Lake Louise (Kanada) Zweiter. „Ich wusste gar nicht, dass das schon so lange her ist“, sagt Schad. Nur eine Frage ließ sich bislang nicht klären: Warum lag Berg beide Mal anfangs zurück? „Er ist eigentlich ein guter Starter“, sagt Schad. „Ich habe noch nicht aus ihm herausgekriegt, ob das Absicht war.“

Gestern wäre noch der Mixed-Teamwettbewerb auf dem Programm gestanden, doch die Windböen erreichten Orkanstärke, an ein Rennen war nicht zu denken. „Das ist bitter“, meint Schad. Er wäre mit Jana Fischer gefahren, die aus dem Schwarzwald stammt. So bleibt es also vorerst bei einem Podestplatz für Schad. Der nächste Weltcup findet am 1. März im spanischen Baqueira Beret statt. Dann hat Schad die nächste Chance auf das Podium. Noch einmal fünf Jahre warten will er nicht. 

jpa

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