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Die Spiele können kommen

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Ziel erreicht – eine Medaille bei den X-Games: (v.r.) Konstantin Schad mit Sieger Nate Holland und dem Zweiten Alex Tuttle. © Tomas Zuccareno

Fischbachau/Aspen - Snowboarder Konstantin Schad gewinnt bei den X-Games Bronze und präsentiert sich kurz vor Olympia in Topform.

Gelungene Generalprobe für die Olympischen Winterspiele: Knapp drei Wochen bevor in Sotschi um die Medaillen gekämpft wird, hat sich Snowboarder Konstantin Schad in eine Favoritenrolle gebracht. Am Freitag belegte der Fischbachauer bei den Winter- X-Games in Aspen (USA) den dritten Platz und unterstrich damit eindrucksvoll, dass auch im Kaukasus mit ihm zu rechnen ist.

Es ist die erste Medaille für einen Deutschen seit Teamkollege David Speiser 2008 ebenfalls Bronze gewann. „Hier mit Bronze heimzufahren, das ist einfach geil“, freut sich Schad über seinen Erfolg bei der prestigeträchtigen Veranstaltung des US-Fernsehsenders ESPN, die auch als die Olympischen Spiele der Extrem-Sportarten bezeichnet wird. „Eine Medaille bei den X-Games – das ist auf jeden Fall eine der Sachen, die man als Snowboarder schaffen will.“ Zudem hat er nun seinen Frieden gemacht mit den X-Games. Bei der ersten Teilnahme vor sechs Jahren verletzte sich der 26-Jährige nach einem Sturz an der Schulter und musste den Rest der Saison aussetzen.

Beinahe wäre diesmal noch mehr drin gewesen als Rang drei. Nachdem Schad auf dem Parcours am Buttermilk- Mountain in Colorado die zweitschnellste Qualifikationszeit hingelegt hatte, gewann er sowohl das Viertelwie auch das Halbfinale souverän. Wie in den Runden zuvor erwischte Schad auch im Finale den besten Start, konnte seine Führung aber diesmal nicht verteidigen. „Ich hatte ein, zwei kleine Fehler und habe mich einmal mit dem Kanadier Kevin Hill verhakt“, erklärt Schad. Zwischenzeitlich lag er dadurch nur noch auf Platz vier. Kurz vor dem Zielsprung konnte er sich noch einmal herankämpfen und musste sich letztlich nur den beiden US-Amerikanern Nate Holland und Alex Tuttle geschlagen geben. Ersterer holte sich bereits zum siebten Mal Gold und zählt nun auch in Sotschi zu den Topfavoriten. „Nate ist wirklich brutal stark gefahren“, sagt Schad und zollt den beiden schnelleren Kontrahenten Respekt.

Nach seiner gelungenen Generalprobe für die Olympischen Spiele kann es der Boardercrosser nun kaum noch erwarten, am 17. Februar in Sotschi an den Start zu gehen. Bevor er an die russische Schwarzmeerküste reist, steht für Schad neben dem finalen Trainingslager noch ein kurzer Aufenthalt bei seinem Menta-Coach in Hamburg auf dem Programm. Die Zusammenarbeit mit Ekkehard R. Neumann ist für Schad neben seiner körperlichen Fitness das Geheimnis, warum er in dieser Saison vor allem am Start so stark ist. „Ich bin da gedanklich völlig frei und konzentriere mich nur auf mich selbst. Da ist es auch komplett egal, wer sich neben mir aufstellt.“

Nachdem Schad seine offene Rechnung mit den X-Games so erfolgreich beglichen hat, will er das bei den Winterspielen wiederholen. Denn auch an Vancouver 2010 hat Schad nicht nur gute Erinnerungen. Nachdem er sich erst im letzen Wettkampf überhaupt qualifiziert hatte, schied er in Kanada bereits in der Qualifikation aus. Damals konnte der junge Snowboarder die Enttäuschung dem Motto „Dabeisein ist alles“ noch gut verkraften. Nach den jüngsten Leistungen gilt das diesmal aber nicht mehr. „Ich bin heuer bei sechs Rennen dreimal auf’s Podium gefahren“, sagt Schad. „Da könnte schon was mehr drin sein.“ In seiner derzeitigen Form und nach der Vorstellung in Aspen ist er auf jeden Fall mehr als nur ein Geheimfavorit.

Andreas Fetzer

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