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Endlich öffnet sich die Türn: Sylvia Grundbacher freut sich auf Montag, wenn die Schlierseer Turner wieder in der Halle trainieren dürfen. 

Coronavirus

Vereine drängen auf Hallenöffnung - Landkreis legt Konzept vor

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Die meisten Hallen im Landkreis Miesbach sind weiterhin geschlossen, die Vereine drängen auf eine Öffnung. Der Landkreis hat ein Konzept erarbeitet.

Landkreis – Die oft sonnigen Sommertage in den vergangenen Wochen machten es möglich, dass viele Sportler, die normalerweise auf Hallen angewiesen sind, ihre Übungen draußen machen konnten – zumindest in abgespeckter Form. Doch ab und an mussten sie im Regen trainieren, und sich dem Niederschlag im Fall der Fall beugen. Mit fortschreitendenden Corona-Lockerungen und dem Herbst am Horizont drängen einige Vereine darauf, dass die Sporthallen im Landkreis spätestens nach den Sommerferien geöffnet werden. Der TSV Schliersee hat nun einen Brief an Landratsamt und Kommunen aufgesetzt, um diesem Wunsch Nachdruck zu verleihen.

„Woran hakt’s denn noch?“, fragt Syliva Grundbacher, Abteilungsleiterin Turnen beim TSV Schliersee und Initiatorin des Briefes, den weitere Vereine als Grundlage für ihre Anliegen verwendet haben. Damit stellt sie die Frage, die sich viele Vereine seit den jüngsten Lockerungen der Staatsregierung stellen. Wie berichtet, ist der kontaktlose Sport in Hallen wieder erlaubt. Gerade die Turner, die sich seit Mitte Juni draußen fit halten, könnten also theoretisch wieder normal trainieren.

Löwis: Vertrauen den Vereinen

Auch die Kontrolle der Hygienemaßnahmen sei aus ihrer Sicht unproblematisch. „Wir sind bereit, die Verantwortung zu übernehmen“, betont Grundbacher. Daher spreche nichts dagegen, die Hallen nach den Sommerferien wieder freizugeben, „wenn es die Infektionszahlen zulassen“.

Diese Kompetenz will Landrat Olaf von Löwis den Vereinen gar nicht absprechen. „Es geht nicht darum, dass man Vereinen nicht zutrauen würde, die Verantwortung für die Umsetzung der Hygieneauflagen zu übernehmen“, betont er in einem Schreiben, das er am Freitag gemeinsam mit einem Konzept für den Hallensport an alle Sportvereine der Region verschickt hat. „Diese Unterstellung trifft Frau Kirchmair (Sportreferentin des Landkreises, d. Red.) und mich besonders.“ Vielmehr gehe es darum, eine für den Gesundheitsschutz sinnvolle Lösung zu finden.

Dabei sei die Durchlüftung der Hallen das eigentliche Problem. Diese Vorgabe umzusetzen sei „angesichts der vielerorts automatischen Lüftungssysteme mehr als nur schwierig, wenn nicht gar unmöglich“.

Löwis: Gefahr erneuter Schulschließungen

Ein weiteres Hindernis, zumindest bei fünf der acht Landkreis-Hallen, sei die Verknüpfung mit den Schulen. Diese, und einige kommunale Hallen, wurden bislang für den Unterricht, Konferenzen oder Prüfungen benötigt. Zumindest die Prüfungen fallen nach dem Sommerferien weg. „Aber ob die Schulen den Platz in den (kleinen, nicht dem Landkreis gehörenden) Hallen zum Ausweichen aufgrund der Corona-Auflagen brauchen, kann ich Ihnen nicht sagen“, schreibt Löwis. Bei diesem Punkt sei jede Schule individuell gefordert. Ob und wann die Hallen für Sportler freigegeben werden, stehe noch nicht fest, und hänge vom weiteren Pandemie-Verlauf ab. „Es wäre unverantwortlich, durch eine ungenaue Umsetzung der Hygieneauflagen eine erneute Schulschließung zu riskieren“, betont Löwis.

Er habe großes Verständnis für die Sportler, die sich seit Monaten auf unsicherem Terrain bewegen. „Unseren Sportlerinnen und Sportlern kann und darf es egal sein, in welcher Halle sie trainieren – Hauptsache, sie trainieren!“ Gleichzeitig stellt Löwis aber auch klar, dass der Landkreis eben nicht Träger aller Hallen in der Region und das Landratsamt entsprechend auch nicht immer der richtige Ansprechpartner sei. Allerdings hätten Sabine Kirchmair, er und die Bürgermeister das Thema stets ernst genommen und versucht, einheitliche Lösungen zu finden.

Grundbacher: Brauchen Planungssicherheit

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich Kommunen am Vorgehen des Landratsamts orientieren. Mit dem neuen Hygienekonzept haben sie nun einen grundlegenden Rahmen. Gute Nachrichten gibt es derweil für Sylvia Grundbracher: Die Hallen in Schliersee und Neuhaus öffnen am Montag.

Mit ihrem Brief habe sie zwar auf eine Entscheidung drängen wollen („Wir brauchen Planungssicherheit“). Auch hatte sie das Gefühl, dass es richtig gewesen sei, auf die Notwendigkeit offener Hallen hinzuweisen. Gleichzeitig gibt sie aber zu, dass zu viel Druck nichts bringe. „Wenn Corona wieder ausbricht, dann canceln wir das.“

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