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So sehen Sieger aus: Beim Gruppenfoto heben die Tischtennisspieler der SG Hausham Einzelgewinnerin Natalie Geisenberger in die Luft. Vorne genießt Kunstturner Felix Remuta die Gesellschaft der anderen Spitzenathletinnen.

Athleten sind sogar im Handstand schlagfertig

Sportlergala: Witzige Interviews im Bauerntheater

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Schliersee - 6000 Leser haben abgestimmt, um die Sieger der 30. Sportlerwahl im Landkreis zu ermitteln. Die beliebtesten Athleten haben sich im Schlierseer Bauerntheater feiern lassen.

Was für ein Kerl: Kunstturner Felix Remuta (l.) beim ungewohnten Interview mit Moderator Christoph Fetzer. Drei Fragen beantwortet der Fünftplatzierte in der Nachwuchswertung kopfüber auf der Bühne.

Ja, Felix Remuta ist es gewohnt, im Handstand einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber dazu auch noch Fragen beantworten? „Klar geht das“, sagt der Turner und amtierende Deutsche Jugendmeister im Mehrkampf aus Holzkirchen lässig, stützt sich mit den Händen auf der Bühne des Bauerntheaters ab und zieht die Beine nach oben. „Das schaut entspannt aus“, meint Moderator Christoph Fetzer, während er den Fünftplatzierten in der Nachwuchswertung bei der diesjährigen Sportlerwahl mit Fragen löchert. Bei der dritten Antwort schwankt Remuta plötzlich, spannt die Bauchmuskeln an. Das Publikum stöhnt mitfühlend. Erst als es gar nicht mehr geht, setzt er ab. Ein echter Kämpfer – wie alle Sportler im Landkreis, die im vergangenen Jahr wieder Höchstleistungen abgeliefert haben.

Aus den 23 Nominierten bei der Wahl zum Sportler des Jahres 2014 haben 6000 Leser in den Kategorien Aktive, Nachwuchs und Mannschaft ihre Sieger gekürt. Die jeweils fünf beliebtesten Einzelsportler sowie das beste Team durften bei der Gala im Schlierseer Bauerntheater ihre Preise – eine Collage aus Zeitungsberichten über ihre größten Erfolge und einen Strauß Blumen – in Empfang nehmen. Nicht nur für die Athleten ein besonderer Moment, sondern auch für die Ehemaligen, denn die Sportlerwahl fand heuer zum 30. Mal statt.

Toni Engelhard, der frühere Sportreferent des Landkreises, war von Anfang an dabei. „Immer mit großer Begeisterung“, wie er betont. Auch weil es jedes Jahr eine heitere Runde gewesen sei. „Hier sieht man, dass der Sport keine todernste Sache ist“, sagt Engelhard. Die unzähligen historischen Fotos auf der Leinwand geben ihm Recht. Auch Markus Wasmeier schmunzelt, als er sich selbst mit Schnauzbart erspäht. „Die Sportlergala war immer wie ein Familientreffen für mich, sagt der Doppel-Olympiasieger. „Da ist man einfach dahoam.“ Und Silbermedaillen-Gewinner Peter Schlickenrieder ist beeindruckt, „wie im Landkreis ganze Generationen an den Sport herangeführt wurden“.

Eine wahrhaft goldene nimmt nach und nach auf der Bühne des Bauerntheaters Platz. „Ihr habt alle eine gigantische Vorbildfunktion“, lobte Vize-Landrätin Ingrid Pongratz die Athleten. Allen voran die Miesbacher Rodlerin und Doppelolympiasiegerin Natalie Geisenberger, die die Sportlerwahl zum vierten Mal für sich entschieden hat. Da fehlen sogar Moderatorin und Landkreis-Sportreferentin Sabine Wittmann fast die Worte: „Was soll ich über Dich noch sagen?“, fragt sie.

Ein Geheimnis entlockt sie der Seriensiegerin, die zudem noch die überregionale Merkur-Sportlerwahl gewonnen hat (siehe Titelseite), aber doch: „Denkst Du eigentlich ans Aufhören?“ Geisenbergers Antwort dürfte ihren Konkurrentinnen wenig schmecken. „Irgendwann schon, aber noch nicht bald“, sagt die 27-Jährige und lacht. Mindestens drei Jahre will sie noch Titel sammeln.

Das möchte auch Viktoria Rebensburg aus Kreuth wieder. Nach ihrer Verletzung ist die Zweitplatzierte der Sportlerwahl wieder so heiß aufs Skifahren, dass sie sogar die Gala ausfallen lässt. „Sie war einfach nicht mehr aufzuhalten“, erzählt ihre Mama Dagmar. Auch die Fußballer Julian Green und Stefan Aigner sowie Eishockeyspieler Andreas Eder fehlen im Bauerntheater. Biathletin Vanessa Hinz aus Schliersee (Platz drei) verrät ihr Erfolgsrezept für den Schießstand dagegen höchstpersönlich: „Ich denke einfach an gar nichts.“

Das versucht auch Ski-Ass Marlene Schmotz, wenn sie sich aus dem Starthäuschen stürzt. Bei der Sportlerwahl hat sich die Fischbachauerin an die Spitze der Nachwuchswertung katapultiert, gefolgt von Langläuferin Elisabeth Schicho aus Schliersee, die ab der kommenden Saison im Weltcup gegen die „Maschinen aus Norwegen“ antreten wird. Die Männerquote auf der Bühne retten die Tischtennisspieler der SG Hausham, die sich den Mannschaftstitel geholt haben. „Das ist was ganz anderes als Ping-Pong im Schwimmbad“, würdigt Berichterstatter Hans-Peter Koller humorvoll die Erfolge des Teams.

Und zur Ehrenrettung von Turner Remuta sei noch gesagt: Er musste seinen Handstand nicht aus Konditionsgründen abbrechen, sondern, weil ihm sonst sein Handy aus der Tasche gefallen wäre. Da lässt eben selbst ein echter Kämpfer einmal locker.

Die schönsten Bilder der Sportlergala im Bauerntheater

Die schönsten Bilder der Sportlergala

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