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Drama beim Stehendschießen: Vanessa Hinz leistete sich in der Verfolgung von Ruhpolding vier Schießfehler. Bereits in der Staffel schoss sie fünf Mal daneben und musste zwei Mal in die Strafrunde.

Interview mit Biathletin des SC Schliersee

Vanessa Hinz: „Die Ansprüche sind schon höher“

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Der letzte Biathlon-Weltcup vor der WM steht an. Wir haben mit Vanessa Hinz über die veränderte Situation im deutschen Team und ihre Probleme mit dem Schießen gesprochen.

Pokljuka – In diesen Tagen steht für die Biathleten die Generalprobe für die Weltmeisterschaften 2020 an. In Pokljuka (Slowenien) geht es für Vanessa Hinz vom SC Schliersee am Freitag (14.15 Uhr) im zweiten Einzel der Saison an den Start. Wir haben uns zuvor mit der 27-Jährigen über die bisherige Saison, die veränderte Situation im deutschen Team, ihre Probleme mit dem Schießen und die WM in Antholz (Südtirol) unterhalten.

Frau Hinz, Sie haben die WM-Norm bereits. Gehen Sie nun befreit in den letzten Weltcup vor der WM?

Vanessa Hinz: Natürlich schon befreiter. Der Einzel ist sehr schießlastig, da bin ich schon froh darüber. Ich werde aber trotzdem alles geben und angreifen.

Wenn Sie die ersten fünf Weltcups Revue passieren lassen, wie fällt Ihr Fazit aus?

Vanessa Hinz: Es geht langsam bergauf. In Östersund lief es noch nicht so, wie erhofft. In Hochfilzen ging es dann schon weiter nach vorne. Ich fühle mich von Rennen zu Rennen besser und schaue positiv nach vorne.

Vor allem im Stehendanschlag schwanken Ihre Leistungen. Können Sie sich das erklären?

Vanessa Hinz: Nicht wirklich, das sind immer wieder andere Kleinigkeiten. Ich war schon immer eine bessere Liegendschützin als stehend. Da bin ich auch stabil. Im Training passt’s im Stehen ja auch.

Kommt am Stehendanschlag der Kopf dazu?

Vanessa Hinz: Klar, manchmal schon. Wenn öfter was nicht funktioniert, dann ist das unterbewusst ganz hinten im Kopf in einer Schublade.

Der deutsche Kader durchlebt einen Umbruch. Wie ist die Stimmung im Team?

Vanessa Hinz: Das passt gut. Der Trend zeigt bei allen nach oben, und wir sind gut drauf.

Ist der Druck seit Laura Dahlmeiers Rücktritt gestiegen?

Vanessa Hinz: Sonst war alles gut, wenn eine von uns Achte wurde, weil Laura auf dem Podium stand. Das ist jetzt halt nicht mehr so. Auf mich persönlich ist der Druck von außen aber nicht gestiegen.

Sind Ihre eigenen Erwartungen höher geworden?

Vanessa Hinz: Die persönlichen Erwartungen werden natürlich höher, je länger man dabei ist. Am Anfang war’s noch cool, dass ich im Weltcup bin. Jetzt sind die Ansprüche schon höher.

In der Staffel hat’s noch nicht zu einem Podestplatz gereicht. Was rechnen Sie sich für die WM aus?

Vanessa Hinz: In den letzten Jahren waren wir im Weltcup oft vorne dabei und wurden dann bei den Höhepunkten Vierter oder Achter. Grundsätzlich gehen wir in der Staffel immer das Podium an.

Bisher haben nur drei deutsche Athletinnen die WM-Norm. Wissen Sie, in welcher Aufstellung Sie nach Antholz reisen?

Vanessa Hinz: Das weiß ich noch nicht. Wir haben aber fünf Startplätze im Sprint. Darum gehe ich davon aus, dass wir mindestens zu fünft nach Antholz fahren.

emi

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