Anstrengender Weg zurück zur Spitzengruppe: Vanessa Hinz zeigte in der Verfolgung eine Willensleistung. Sie ging mit 1:48 Minuten Rückstand in die Loipe und arbeitete sich auf Platz 18 vor.	 Archiv Matthias Balk/dpa
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Anstrengender Weg zurück zur Spitzengruppe: Vanessa Hinz zeigte in der Verfolgung eine Willensleistung. Sie ging mit 1:48 Minuten Rückstand in die Loipe und arbeitete sich auf Platz 18 vor.

BIATHLON WELTCUP - Erste Erfolgsrelebnisse

Vanessa Hinz kämpft sich in Verfolgung auf Platz 18

  • vonMichael Eham
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Es wird heller am Himmel für Vanessa Hinz in der noch jungen Saison im Biathlon-Weltcup. Nach zuletzt durchwachsenen Leistungen zum Saisonstart lief die Schlierseerin an diesem Sonntag zum Abschluss der beiden Weltcup-Wochen in Kontiolahti in der Verfolgung auf Rang 18.

Schliersee – Einen Tag zuvor gelang ihr mit der deutschen Staffel mit einem soliden Rennen in der Dunkelheit der finnischen Polarnacht ein guter dritter Platz.

„In den vergangenen drei Wochen wurde es hier nie wirklich hell. Wir bekamen die Sonne den ganzen Tag nicht zu sehen“, erzählt Hinz. Ebenfalls als Dritte auf das Treppchen kam die Herren-Staffel um den Wahl-Holzkirchner Arnd Peiffer. Unter anderen Voraussetzungen – als Zweiter gestartet – wurde Peiffer in der Verfolgung ebenfalls 18..

Für Hinz ist das Verfolgungsrennen, bei dem sie mit einem Rückstand von 1:48.2 Minuten auf Sprint-Siegerin Hanna Oeberg (Schweden) in die Loipe ging, ein erstes Erfolgserlebnis. Vom Start weg arbeitete sich die 28-jährige Biathletin vom Skiclub Schliersee kontinuierlich nach vorne. Mit jeweils fünf Treffern in den ersten beiden Schießeinheiten war Hinz bei der Halbzeit des Rennens schon auf Rang 19 vorgelaufen. „Mein Ski ist mir nicht so richtig gut vorgekommen“, sagt Hinz über ihre Laufleistung. „Ich musste richtig arbeiten, damit ich mithalten konnte.“

Doch das Gefühl trog. Hinz verlor auf die spätere Siegerin Tiril Eckhoff (Norwegen) in der reinen Laufzeit gut 40 Sekunden, was über die zehn Kilometer der Verfolgung eine ansprechende, aber keine perfekte Leistung ist. Nach einem knappen Schießfehler im Stehen musste Hinz nach der dritten Einheit einmal in die Strafrunde, behielt aber im vierten Schießen erneut eine weiße Weste und ging sogar als 14. auf die Schlussrunde. Dort musste sie aber vier Plätze abgeben.

Nimmt man nur das Verfolgungsrennen, war Hinz am Sonntagnachmittag die Dreizehntbeste. „Auch wenn es immer noch ein bisschen besser laufen könnte, bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“, sagt die 28-Jährige. Zufrieden ist sie auch mit dem Ergebnis der Staffel am Samstag. Auf ihrer gewohnten Position als Startläuferin blieb Hinz im vorderen Feld und übergab nach zwei Nachladern als Siebte an Teamkollegen Franziska Preuss. Beide Fehler unterliefen Hinz am Stehendanschlag, nachdem sie zunächst fehlerfrei durch das Liegendschießen kam.

„Ich musste auf der Loipe kämpfen, um dranzubleiben“, sagt Hinz. Daher hatte sie im Stehendschießen mit einer Nähmaschine – also zittrige Oberschenkelmuskel – zu kämpfen. Preuss, Maren Hammerschmidt und Denise Herrmann sicherten dem deutschen Team dann den dritten Platz.

„Die Konkurrenz in der Staffel ist mittlerweile auch in der Breite richtig stark besetzt“, sagt Hinz. „Da ist es nicht mehr so leicht, in der Staffel aufs Podest zu laufen.“ Geschlagen geben musste sich das Quartett den Staffeln aus Schweden und Frankreich.

Bei den Männern zeigte Arnd Peiffer ebenfalls ein solides Rennen. Als dritter Starter verteidigte er zwar den zweiten Platz für die deutsche Staffel, musste allerdings den Abstand auf die späteren Sieger aus Norwegen größer werden lassen. Einen Nachlader später übergab er an Benedikt Doll, der sich am Ende dem Schweden Sebastian Samuelsson geschlagen geben musste. In der Verfolgung der Herren musste Peiffer allerdings richtig einbüßen und fiel von Startplatz zwei auf Rang 18 zurück.

Für Vanessa Hinz geht es nach einem kurzen Zwischenstopp in Ruhpolding weiter nach Hochfilzen (Österreich), wo sich die Biathlon-Elite am Freitag beim nächsten Weltcup-Rennen misst. Hinz freut sich vor allem auf „mehr Sonne und Helligkeit“.

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