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Verein Skateboarding Miesbach gegründet

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Skateboarden ist cool: Yannick Datzer und Freunde haben daher nun einen Verein gegründet. © Privat

„Unser Problem ist, dass es extrem wenig Orte gibt, an denen wir fahren können“, fasst Yannick Datzer die Schwierigkeiten im Landkreis zusammen. Auch deshalb haben der 20-Jährige und ein paar Freunde den Verein Skateboarding Miesbach gegründet.

Miesbach – 2020 feiert Skateboarden Premiere bei den Olympischen Spielen. In Tokio werden erstmals in den Disziplinen „Park“ und „Street“ Medaillen vergeben. Skateboarden ist cool und prägt das Bild in vielen Metropolen weltweit. Im Landkreis dagegen haben es die Skateboarder meist noch schwer. Deshalb haben sich einige von ihnen nun zusammen getan, um die Voraussetzungen für ihren Sport zu verbessern und um Gleichgesinnte zum Mitmachen zu animieren.

„Unser Problem ist, dass es extrem wenig Orte gibt, an denen wir fahren können“, fasst Yannick Datzer die Malaise zusammen. Auf öffentlichen Plätzen sieht man sie nicht gerne. In Schliersee, wo mancher durch das Rollen der Bretter die Kurruhe gestört sieht, werden sie in den Skaterpark verwiesen. Doch der ist, wie viele derartige Anlagen, zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht. Für Anfänger waren die Elemente noch nie fahrbar. Mittlerweile sind die Rampen so verwittert, dass sie auch für Könner nicht gefahrlos nutzbar sind. Ähnlich ist die Situation in Weyarn, wo zwar die einzelnen Elemente in gutem Zustand, in ihrer Zusammenstellung aber schlecht zu fahren sind.

Um solche Probleme zu vermeiden, wünschen sich die Skater aus dem Landkreis, bei Planungen mit eingebunden zu werden. Als Verein, so hoffen sie, werden sie als kompetente Ansprechpartner erkannt und anerkannt. Im Fall der renovierungsbedürftigen Schlierseer Anlage „haben wir uns mit IOU Ramps einen Experten an unsere Seite geholt, der weltweit Skateparks plant und baut“ und gemeinsam Pläne und Konzepte besprochen, sagt Datzer. Rühmliche Ausnahme ist der Holzkirchner Skaterpark, der seit seinem Bestehen ein gut frequentierter Treffpunkt ist.

Aber was machen Jugendliche aus dem Landkreis-Süden? Abgesehen vom zeitlichen Aufwand, um nach Holzkirchen zu kommen, sei es auch teuer, dorthin zu fahren. Das BOB-Ticket für einen 15-Jährigen kostet ab Schliersee 14 Euro hin und zurück, ab Tegernsee 13,40 Euro (bis 14 Jahre die Hälfte). Alternativen sind Prien und Kufstein. „Wenn wir unseren Sport betreiben wollen, sind wir immer aufs Auto angewiesen“, bedauert der 20-Jährige – für Datzer ein Unding in Zeiten, in denen Klimaschutz in aller Munde ist.

Wie es auch gehen kann, sieht Datzer an seinem Studienort Innsbruck, wo es seit Jahrzehnten „eine riesige Skaterszene gibt“. Dort erlebt er auch, wie das ganz unkompliziert zur Integration von Asylbewerbern taugt, die ohne großen Aufwand Anschluss finden. Die Miesbacher haben daher ihre Fühler ausgestreckt, wie sie über Ferienprogramme und Workshops sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen im Landkreis den Spaß am Skateboarden nahe bringen können. Konkret planen die Skater aus dem Oberland eine Session im Miesbacher Klosterareal. Eigentlich hätte diese am Samstag stattfinden sollen, doch am Kloster wird gerade gebaut. Neuer Termin ist nun der 8. Juni. An dem Tag soll der Spaß im Vordergrund stehen. „Wir wollen weg von diesem Platz-Eins-Denken“, sagt Datzer, der wie die meisten seiner Skater-Freunde durchaus um den Konkurrenzkampf in anderen Sportarten weiß. Im Skaterpark hingegen steht die Gemeinschaft im Vordergrund.

Weil Skateboarden gemeinsam mehr Spaß macht. Weil man sich gegenseitig inspiriert, miteinander und voneinander lernt und weil sie überzeugt davon sind, zusammen mehr für ihre sportliche Leidenschaft erreichen zu können, haben die jungen Leute Ende 2018 den Verein Skateboarding Miesbach gegründet, der aktuell 37 Mitglieder zählt. Jüngst trafen sie sich zur Hauptversammlung im Gasthaus Rote Wand in Geitau, um die Marschrichtung für die nächste Zeit zu konkretisieren. Geplant sind neben der Session die Erstellung eines Internetportals und von Social Media Kanälen, um Interessierte zu informieren. Über die Präsenz bei Festivitäten, wie Seefesten oder Stadtfest, soll der Bevölkerung Skateboarden näher gebracht werden. „Je mehr Mitglieder wir haben, desto mehr Kraft haben wir, um die Interessen der Skater gegenüber offiziellen Stellen zu vertreten“, werben die Sportler für ihren Verein, dessen Jahresbeitrag 25 Euro beträgt.

Zum Vorstand wählten die Miesbacher Florian Maban, den Datzer als Stellvertreter unterstützt. Er folgt auf Jonas Huber. Lukas Niedermeier ist Kassenwart. Lukas Schlickenrieder löst Korbinian Schönbach Zweiter Kassenwart ab. Christina Guggenbichler übernimmt den Schriftführer-Posten von Quirin Kray. Zweiter Schriftführer bleib Toni Walter. Als erster Beisitzer folgt Luis Niedermeier auf Severin Krogoll. Zum zweiten Beisitzer wurde Fabian Egginger gewählt.

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