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Die drei Landkreissportler ( v.l.) Peter Käpernick, Gudrun Wittmann und Leonhard Brader haben von der Weltmeisterschaft in Ungarn zahlreiche Trophäen mitgebracht.

Vorderladerschießen Weltmeisterschaft

Wahnsinn: 15 Medaillen und ein neuer Rekord

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Landkreis/Ungarn - Die Schützen aus dem Landkreis sammeln in Ungarn internationale Trophäen. Peter Käpernick schießt mit 99 Ringen einen neuen Weltrekord.

Eine Menge Ausrüstung, gute Vorsätze und eine tolle Vorbereitung hatten die drei Schützen aus dem Landkreis im Gepäck, als sie sich auf den Weg in die Pusta nach Ungarn machten. Die Fischbachauer Leonhard Brader (61), seine Frau Gudrun Wittmann (42) und der Waakirchner Peter Käpernick (51) waren mit der Deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft der Vorderladerschützen vertreten.

Sarlospusta, so hieß die Schießanlage in Ungarn. Einfach, aber topmodern empfing der Platz die 39 Nationen zur WM. Nur die Wege machten den drei Landkreissportlern Probleme: Eine zentimeterdicke Feinsandschicht machte das Vorwärtskommen mit all der Ausrüstung, die ein Vorderladerschütze nun mal braucht, schwer. Brader erklärt: „Die Tasche mit der Schießbekleidung wiegt 20 Kilo.“ Hinzu kommt das Gewehr.

Leonhard Brader

Das stand einem erfolgreichen Wettkampf keinesfalls im Weg. Drei Trainingstagen folgten fünf Wettkampftage in den verschiedenen Disziplinen. Ähnlich wie beim Schwimmen haben die Athleten beim Vorderladerschießen viele Möglichkeiten, Medaillen zu ergattern: Einzel und mit der Mannschaft, stehend aus 50 Meter Entfernung, liegend aus 100 Meter Entfernung, und mit verschiedenen Waffen. „Die Hauptgeräte sind das Luntenschloss-, das Steinschloss- und das Perkussionsgewehr“, erklärt Brader. Mit Wittmann und Käpernick holte er insgesamt gleich 15 Edelmetalle. „Das haben wir nicht erwartet“, sagt Brader. Waren doch alle drei gesundheitlich angeschlagen.

Käpernick schießt Teamkollege vom Thron

Wittmann, die sich mit den Nachwehen einer Oberschenkelfraktur herumschlägt, ging in drei Disziplinen an den Start, sowohl liegend als auch stehend, in der Damen- als auch in der Herrenwertung. „Ich habe schon mit einem ersten Platz geliebäugelt“, gibt Wittmann zu. Geklappt hat das mit der Damenmannschaft. Das deutsche Team holte am dritten WM-Tag Gold. Einzeln gab es für Wittmann einen Zweiten Platz. „In der Spitze können es einfach alle“, sagt die Fischbachauerin. Da brauche man hin und wieder auch ein wenig Glück. „Das Training hat gepasst und meine Leistung bestätigt“, erzählt sie.

Gold holten ihre männlichen Kollegen zur Genüge. Sieben Weltmeistertitel waren es am Ende der Wettkämpfe für Brader und Käpernick. Unter anderem erlangte Brader mit dem Luntengewehr Gold, Käpernick mit der Muskete (Steinschloss). Hinzu kamen Silber und Bronze sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft. „Einzel ist das, was entscheidend ist“, erklärt Brader.

Peter Käpernick

Wer es einmal in die deutsche Nationalmannschaft geschafft hat, dem ist eine Medaille so gut wie sicher. 40 Prozent der Medaillen gehen bei internationalen Wettkämpfen an deutsche Schützen. „Die Kunst ist, sich zu qualifizieren“, sagt Brader. Die drei Landkreissportler, die in Schongau trainieren, waren im Frühjahr nominiert worden.

Aber es gab nicht nur Medaillen für die Landkreissportler. Als Käpernick Weltmeister mit der Muskete wurde, schoss er mit 99 Ringen seinen Vorgänger vom Rekordthron. Und das war Teamkollege Brader. Der hatte diesen Weltrekord seit 2014 inne – mit 98 Ringen. „Keiner hat sich vorstellen können, dass den mal jemand knackt“, sagt Brader und lacht. An seinen Spezl gibt er ihn gern ab. „Ich habe ja noch drei andere“, sagt er. Und auf die 98 Ringe sei er nach wie vor stolz.

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