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Wolfgang Greipl vom TSV Schliersee im Wadlbeißer: „Turnhalle gibt uns die Chance auf Identität“

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Willkommen in der neuen Heimstatt: Gut 100 Besucher interessierten sich für den Stand der Arbeiten auf der Tunhallen-Baustelle in Neuhaus.
Willkommen in der neuen Heimstatt: Gut 100 Besucher interessierten sich für den Stand der Arbeiten auf der Tunhallen-Baustelle in Neuhaus. © thomas plettenberg

Im Wadlbeißer-Podcast spricht Wolfgang Greipl, Vorsitzender der Sparte Turnen des TSV Schliersee, über die Bedeutung des Ehrenamts und den Turnhallen-Neubau.

Schliersee – Seit rund neun Monaten ist Wolfgang Greipl Vorsitzender der Sparte Turnen im TSV Schliersee. Der 55-Jährige erlebte als „gloana Bua“ die Olympischen Sommerspiele 1972 in München, zu denen die Schlierseer Turner eine ganz besondere Beziehung haben. Greipl war selbst Turner und Leichtathlet und möchte in seiner neuen Funktion den TSV Schliersee gut für die Zukunft aufstellen. Im Wadlbeißer, dem Lokalsport-Podcast der Heimatzeitung, spricht Greipl unter anderem über...

...seine Anfänge beim TSV Schliersee: „Wenn du in Schliersee geboren bist, hast du automatisch von der Sparkasse ein Fünf-Mark-Sparbüchl und eine Mitgliedschaft im Schlierseer Turnverein gekriegt – wenigstens haben mir das meine Eltern immer so erzählt. 1970 war ich das erste Mal beim Turnen und kann mich auch erinnern, wie 1972 bei den Olympischen Spielen die chinesischen und japanischen Turner in Schliersee untergekommen sind. Das war ein prägendes Erlebnis, warum ich mich schon damals gut mit den Turnern verbinden konnte.“

...die Entwicklung des Ehrenamts: „Es war noch nie einfach, Leute für Ehrenämter zu finden. Aber es ist noch schwieriger geworden, weil sich die Gesellschaft mehr über die Anonymität identifiziert als über die Gemeinschaft. Oder: Die Gemeinschaft, wie wir sie definieren, wird immer kleiner. Heute besteht der Bezug zu einem Ort, zu einem Verein so nicht mehr. Das Verständnis der einzelnen Leute, sich etwas zu nehmen, aber nichts zu geben, ist mehr in der Gesellschaft verankert. Das ist für mich einer der wichtigsten Punkte, warum man keine Leute mehr findet, die ihre Freizeit dafür opfern, einem Verein etwas zurückzugeben oder überhaupt zu geben.“

Wolfgang Greipl
Wolfgang Greipl, Vorsitzender der Sparte Turnen des TSV Schliersee. © Privat

...die Definition von „Erfolg“ in einem kleinen Verein: „Erfolg ist auch, wenn man nach Corona wieder die Chance hat, mit den Kindern zum Wettkampf zu fahren, die Kinder leuchtende Augen haben, sich endlich wieder messen können und das zeigen können, was sie trainiert haben. Da muss es nicht der erste Platz sein, sondern etwas, womit sich die Kinder wohlfühlen. Der andere Teil des Erfolgs ist die Stabilität durch Mitgliederzahlen. Habe ich mehr Mitglieder, habe ich mehr Einnahmen und kann mir bessere Übungsleiter leisten, eine gewisse Qualität im Training bieten und mir dann meine turnerischen Ziele setzen. Und Qualität bedeutet für mich auch, keine Kinder abweisen zu müssen, die bei uns turnen wollen. Das muss ich momentan regelmäßig, weil wir nicht genug Übungsleiter und Trainer finden.“

Wadlbeißer: Alle Folgen des Lokalsport-Podcasts in der Übersicht.

...die neue Sporthalle in Neuhaus: „Die Turnhalle gibt uns endlich mal wieder die Chance auf die eigene Identität. Wir turnen momentan in fünf verschiedenen Hallen. Dementsprechend sind wir extrem aufgeteilt und heterogen organisiert, einige Übungsleiter sehen und kennen sich gar nicht. Das Ganze wird durch unsere Haupthalle verbessert. Wir freuen uns enorm. Ich war damals, als es die ersten Pläne gab, schon im Förderverein dabei. Das war eine Never Ending Story, die dieses Jahr im Oktober ihr positives Ende nehmen soll.“

...die Zukunft des TSV Schliersee: „Ich beginne, eine Basis zu setzen, dass wir in Zukunft hoffentlich einen weiterhin wachsenden und florierenden Verein haben, wo wir alle wieder mehr zusammenkommen und mehr Gemeinschaftsgefühl haben. Das ist für mich auch Vereinstradition und Vereinsarbeit. Da sind wir auf dem richtigen Weg.“ cf

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