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In der Jogginghose vor dem Bundespräsident: Konstantin Schad (l.) tr af im Deutschen Haus Frank-Walter Steinmeier (r.) und dessen Frau Elke Büdenbender. Die beiden besuchten das Olympiateam und standen Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Rede und Antwort.

Olympische Winterspiele 2018

Zugabe für Konstantin Schad

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Als nächster Landkreis-Athlet startet Konstantin Schad am Donnerstag in die Olympischen Winterspiele. Privat schwebt der Fischbachauer derzeit auf Wolke sieben: Einen Tag vor dem Abflug nach Pyeongchang hat er geheiratet, im Mai kommt seine Tochter auf die Welt.

Pyeongchang – Eigentlich ist alles, was noch kommt, nur Zugabe. „2018 ist jetzt schon super“, sagt Konstantin Schad vor seinem Auftritt bei den Olympischen Winterspielen am Donnerstag. Eine Medaille würde der 30-jährige Boardercrosser vom SC Miesbach zwar nicht ausschlagen. Klappt es aber nicht, geht die Welt auch nicht unter. Das private Glück des Fischbachauers überstrahlt derzeit einfach alles. Einen Tag vor dem Abflug nach Südkorea heiratete Schad seine langjährige Freundin Ragnhild, im Mai kommt die erste gemeinsame Tochter zur Welt.

„Das ist als Einsteigermodell für meine Vaterrolle ganz gut“, scherzt Schad. „Bis die anfängt zu eskalieren, habe ich das Vatersein drauf.“ Der Profi-Snowboarder und die Grundschullehrerin sind seit fast zehn Jahren ein Paar. „Wir wollten eigentlich genau einen Tag vor unserem zehnten Jahrestag heiraten“, verrät Schad. Doch dann klappte die Kinderplanung schneller als gedacht. Kurz vor den Olympischen Spielen wurden nun Nägel mit Köpfen gemacht – jedoch nicht in der Heimat. „Eigentlich habe ich dem Lechner Sepp (Bürgermeister von Fischbachau, Anm. d. Red.) versprochen, dass er mich mal traut.“ Doch bei der standesamtlichen Hochzeit orientierte sich das Paar an der Braut. „Wir wollten ihrer Familie im Norden ein Stück entgegenkommen.“ So fiel die Wahl auf die Stadt Wolfenbüttel in Niedersachsen. „Da ist sie zu Schule gegangen, und das Standesamt war wirklich schön“, sagt Schad. Gefeiert wurde im engsten Kreis, das große Fest wird aber nachgeholt. Und dann im Landkreis.

Am Tag nach der Trauung ging es für Schad gleich zu seinen dritten Olympischen Spielen. Die Anreise gestaltete sich allerdings schwierig. Der Fischbachauer war auf den gleichen Flug gebucht wie Fahnenträger Eric Frenzel – also auf die Lufthansa-Maschine, die ab München fünf Stunden Verspätung hatte. „Ich bin dann total erkältet aus dem Flieger gestiegen“, erzählt Schad. Inzwischen ist er aber wieder gesund. „Ich hab’ ja den Mascht (Martin Auracher, Anm. d. Red.) vor Ort, was will man mehr.“ Auch Schads Mutter Nicole und Bruder Kilian sind seit Dienstag in Pyeongchang. Nicole Schad war bereits vergangenes Wochenende beruflich hier und erkundete die teils weiten Wege und langen Shuttle-Bus-Fahrten. „So wird es keine bösen Überraschungen mehr geben“, sagt sie. „Konstantin wird ordentlich angefeuert, und wir freuen uns alle narrisch drauf.“

Bestens ist auch die Stimmung unter den deutschen Athleten. „Der Spirit ist super“, sagt Konstantin Schad. „Alle sind gut drauf, und diese Verbissenheit von früher hat sich verabschiedet.“ Neben den Landkreis-Sportlern Vanessa Hinz, Elisabeth Schicho und Lucas Bögl traf Schad auch das deutsche Staatsoberhaupt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mal in Jogginghose vor dem Bundespräsidenten stehe“, sagt Schad und lacht. Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender statteten den Athleten einen Besuch ab und wurden als Ehrenmitglieder in das Team Deutschland aufgenommen. „Herr Steinmeier macht viel für den Sport, und sie waren beide auch sehr nett.“

Nun greift Schad aber in das sportliche Geschehen ein. Mit den Trainingsläufen bislang war er zufrieden. Die Snowboardcross-Strecke – „die beste, die je gebaut wurde“ – ist aufgrund ihrer Größe auch kaum windanfällig, das Rennen sollte also stattfinden. „Es gibt ein, zwei Stellen, wo ich hoffe, dass die anderen mit Hirn fahren“, sagt Schad. „Ich werde es tun.“ Dann sollte einer Zugabe auch nichts im Wege stehen.

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