Durchsetzungsvermögen war von Julian Green (l.) gegen Fortuna Düsseldorf, hier im Duell mit Felix Klaus, gefragt. Er schoss das Tor zum 2:2.
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Durchsetzungsvermögen war von Julian Green (l.) gegen Fortuna Düsseldorf, hier im Duell mit Felix Klaus, gefragt. Er schoss das Tor zum 2:2.

Profis aus dem Landkreis Miesbach

Zwischen Jubel und Trauer: Green steigt auf - Feldhahn ab

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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Mit dem wohl größtmöglichen Unterschied ist die Saison 2020/21 für die Profis aus dem Kreis Miesbach zu Ende gegangen: Julian Green stieg auf - Nico Feldhahn ab.

Landkreis – Unterschiedlicher hätte die Gefühlslage bei zwei Fußball-Profis aus dem Landkreis am vergangenen Pfingstwochenende wohl kaum sein können: Auf der einen Seite Julian Green, der mit der SpVgg Greuther Fürth den zweiten Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht hat. Auf der anderen Nicolas Feldhahn, der nach der überraschenden Vorjahresmeisterschaft mit dem FC Bayern II den bitteren Gang in die Regionalliga Bayern antreten muss.

Vor allem Green und die Kleeblätter erlebten am Sonntag im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf ein Wechselbad der Gefühle. Rückstand, Rote Karte kurz vor der Pause, Ausgleich, Rückstand, Ausgleich, Siegtreffer, Aufstieg. Doch der Reihe nach: Platz drei und damit die Relegation zur Bundesliga hatte Fürth schon vor dem Spieltag sicher, bei einem Punkt Rückstand auf Holstein Kiel, aber dem besseren Torverhältnis, hätte bei einer Kieler Niederlage bereits ein Unentschieden für den direkten Aufstieg gereicht.

Doch danach sah es nach der ersten Halbzeit so gar nicht aus. Während Kiel gegen Darmstadt führte, lagen Green & Co. gegen Düsseldorf mit 0:1 zurück – und mussten nach einem Platzverweis gegen Anton Stach die zweite Hälfte in Unterzahl bestreiten. Doch Fürths Trainer Stefan Leitl schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben: Die Kleeblätter kamen voller Motivation aus der Kabine, Branimir Hrgota erzielte per Foulelfmeter den Ausgleich. Doch Shinta Appelkamp schockte Fürth nur zwei Minuten später mit dem erneuten Rückstand.

Dass das Kleeblatt dann doch den Aufstieg bejubeln durfte, daran hatte Green entscheidenden Anteil. Der in Miesbach aufgewachsene US-Nationalspieler traf in der 69. Minute zum erneuten Ausgleich. Zu diesem Zeitpunkt hätte das bereits den Aufstieg in die Bundesliga bedeutet: Darmstadt hatte die Partie in Kiel gedreht, Fürth stand dank des besseren Torverhältnisses auf Platz zwei. Während sich am Ausgang der Partie der Kieler nichts mehr änderte, machte Fürths Dickson Abiama mit dem Siegtreffer kurz vor Schluss alles klar: Zum zweiten Mal nach 2012 steigen die Kleeblätter ins Oberhaus des deutschen Fußballs auf.

Mit ein Faktor für diesen Erfolg war Green nicht nur gegen Düsseldorf, sondern in der gesamten Spielzeit. Mit neun Toren und zwei Vorlagen spielte der 26-Jährige seine persönlich beste Saison im Profifußball. Zum Lohn wurde der Vertrag des US-Amerikaners schon vor einer Weile um eine weitere Saison verlängert (wir berichteten).

Feldhahn steigt als amtierender Meister ab

Gänzlich anders war freilich die Stimmung am Samstagnachmittag im Grünwalder Stadion in München: Dort hatte der FC Bayern München II gerade das abschließende Saisonspiel gegen den Halleschen FC mit 0:1 verloren und den Abstieg in die Regionalliga Bayern besiegelt. Doch auch ein Sieg hätte nicht geholfen, da die Kontrahenten Meppen (2:1 gegen Duisburg) und Uerdingen (1:1 in Mannheim) ihrerseits Punkte holten und die kleinen Bayern nicht mehr an ihnen hätten vorbeiziehen können.

Am direkten Abstieg nach der Meistersaison konnte auch die Erfahrung des Warngauers Feldhahn, der seit sechs Jahren für die Zweitvertretung des Rekordmeisters aufläuft, nichts ändern. Dabei verlief die Saison fast konträr zur Meisterspielzeit. Nach einer ordentlichen Hinrunde gelangen dem FC Bayern II nurmehr zwei Siege in der Rückrunde, der letzte im März.

Seuchensaison für Schwabl, Mrowca und Aigner

Schon seit einigen Wochen abgestiegen ist Markus Schwabl mit der SpVgg Unterhaching. Bleiben sowohl er als auch Feldhahn bei ihren Klubs, treffen sie kommende Saison in der Regionalliga wieder aufeinander. Eine Seuchensaison haben auch Sebastian Mrowca und Stefan Aigner hinter sich. Beide verpassten verletzungsbedingt einen Großteil der Spiele. Der Haushamer Mrowca kommt auf neun Einsätze in der 3. Liga für den SV Wehen Wiesbaden. Sein Teamkollege Aigner, in Lochham aufgewachsen, gar nur auf einen.

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