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Bei den Deutschen Jugend-Mehrkampf-Meisterschaften hat Valentin Zapf die erfolgreiche Titelverteidigung knapp verpasst. 

Für Valentin Zapf  wird es nun ernst

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Seinen Abschied aus dem Jugendbereich hat sich der Turner Valentin Zapf sicher anders vorgestellt – in mehrerlei Hinsicht. Denn zum einen fanden die Deutschen Jugendmeisterschaften in Schwäbisch Gmünd ganz ohne Zuschauer sowie unter besonderen Hygieneregeln statt; ihre Masken durften die Athleten beispielsweise erst am Gerät abnehmen. „Das war alles schon sehr ungewohnt“, erzählt der 18-jährige Aschheimer vom TSV Unterföhring.

Unterföhring – Zum anderen verpasste Valentin Zapf im Mehrkampf – also der Gesamtwertung aller sechs Geräte – knapp die erhoffte Titelverteidigung: Mit weniger als einem Punkt Rückstand auf Nils Matache (SC Berlin) landete er im Endklassement auf dem zweiten Platz und holte Silber – nebst zweier Goldmedaillen am Königsgerät Reck sowie in der Mannschaftswertung mit dem Bayerischen Turnverband.

„Ich bin insgesamt relativ zufrieden, wie es gelaufen ist“, resümiert Valentin Zapf nach seinem letzten Jugend-Wettkampf, bevor er nächste Saison bei den Männern startet. Allerdings räumt der 18-Jährige ein: „Ich habe nicht so gut geturnt, wie ich es eigentlich könnte. Gerade am zweiten Tag sind mir am Boden, Barren und Reck ein paar gröbere Fehler unterlaufen – und das hat mich schon ein bisschen geärgert.“

Denn zunächst sah es so aus, als sollte Valentin Zapf seinen Gesamtsieg aus dem Vorjahr wiederholen können: Nach dem ersten Tag lag er mit 80,05 Punkten noch recht deutlich vor seinem Konkurrenten aus Berlin (77,60). Doch in der zweiten Runde waren es Nils Matache und der spätere Dritte Arne Halbisch (TSV Baltmannsweiler), denen an den sechs Geräten jeweils ein Resultat über 80 Punkte gelang – während sich Zapf infolge mehrerer Wackler mit 77,75 Zählern begnügen musste. In der Endabrechnung bedeutete das Rang zwei für den Aschheimer, der seit dieser Saison in der Bundesliga beim TV Wetzgau turnt, bei Meisterschaften aber weiterhin für seinen Heimatverein TSV Unterföhring antritt.

Darüber hinaus startet der Schützling von Trainer Zoltan Csuka auch für Deutschland – und wollte dies im Dezember eigentlich bei den Junioren-Europameisterschaften im türkischen Mersin tun, wohin das ursprünglich in Aserbaidschan angesetzte Turnier zwischenzeitlich verlegt worden war. „Das wäre mein großes Hauptziel gewesen“, sagt Valentin Zapf. Doch wegen der aktuellen Corona-Lage hat der Deutsche Turner-Bund auf eine Teilnahme an der EM verzichtet. Für den 18-Jährigen bedeutet das, „dass man mein Fokus jetzt auf der Bundesliga liegt“ – sofern die für Ende November angesetzte Halbfinals stattfinden können.

Unmittelbar nach der Deutschen Jugendmeisterschaft hat Valentin Zapf jedoch erst mal eine dreitägige Trainingspause eingelegt. Da diese überdies in die Herbstferien fiel, habe er plötzlich so viel Freizeit gehabt „wie schon lange nicht mehr“, sagt der 18-Jährige. Daran gewöhnen kann er sich jedoch nicht, denn spätestens nächstes Jahr wartet auf ihn eine „sehr große Herausforderung“, wie er selbst sagt. Dann will sich Valentin Zapf nicht nur sportlich weiter entwickeln, in der Bundesliga turnen und bei Meisterschaften an den Start gehen. Sondern auf den Zwölftklässler, der das Gymnasium in Kirchheim besucht, warten im Frühjahr auch die Abiturprüfungen.

„Ich will mein Augenmerk auf beides legen“, sagt Valentin Zapf mit Blick auf Schule und Sport. „Und das wird sicher nicht leicht. Ich bin selbst gespannt, wie das klappt.“

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