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Alle Hände voll zu tun hat Bernhard Eiter rund ums Europacup-Spiel in Unterhaching.  

Volleyball CEV-Pokal

Der Macher hinter den Kulissen

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Bernhard Eiter organisiert das Europacup-Heimspiel der Alpenvolleys in Unterhaching und nimmt dafür drei Tage Urlaub.

UnterhachingDer Verlag, bei dem er beruflich für logistische Fragen zuständig ist, muss jetzt mal kurz ohne ihn auskommen: Bernhard Eiter hat sich drei Tage Urlaub genommen. Aber nicht, um zu entspannen. Eiter stellt seine organisatorischen Fähigkeiten vielmehr in den Dienst der Hypo Tirol Alpenvolleys Haching, die an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) in der Bayernwerk Sportarena das Hinspiel in der CEV-Cup-Runde der letzten 32 gegen Vojvodina NS Seme Novi Sad bestreiten.

Die Begegnung mit den Serben ist das erste internationale Volleyball-Pflichtspiel in Unterhaching seit Generali Hachings 0:3 gegen den polnischen Klub PGE Skra Belchatow am 16. Januar 2014. Damals hatte Eiter mit Volleyball überhaupt noch nichts am Hut. Erst gut zwei Jahre später, nach seinem Umzug von Trostberg in den Münchner Landkreis, sah er das erste Match der Hachinger, die nach dem Aus des Profiteams gerade auf dem direkten Durchmarsch von der Bayernliga zurück die 2. Liga waren, wo sie inzwischen als Alpenvolleys II antreten. Parallel dazu ging es auch bei Eiter in Sachen Volleyball ganz schnell: Seit einem Jahr ist er als ehrenamtlicher Heimspiel-Koordinator für die Durchführung der Auftritte sowohl der zweiten Mannschaft als auch des Erstliga-Gemeinschaftsprojekts aus Unterhaching und Innsbruck verantwortlich, sofern dieses auf oberbayerischem Boden antritt.

„Das war alles nicht geplant“, betont der 28-Jährige, den seine Premiere als Zuschauer so begeisterte, dass er im Frühjahr 2017 den Fanclub Hachinga Hammerblock mitbegründete und gleich dessen Vorsitzender wurde. „So bin ich in engen Kontakt mit Mihai Paduretu gekommen“, erzählt er. Die Verbindung zum einstigen Generali-Coach, jetzigen Alpenvolleys-Sportdirektor und Geschäftsführer des TSV Unterhaching, war ein Grund, warum er in die Rolle des Organisators hineingewachsen ist. Der andere: sein zupackender Charakter, im wahrsten Sinne des Wortes. „Wenn ich vor den Spielen meinen Fanartikel-Stand aufgebaut habe, habe ich immer gleich noch in der Halle mitgeholfen, wo ich ja schon mal da war.“ So bewegte er sich planlos, aber zielsicher auf den Koordinator-Posten zu. „Als mein Vorgänger Horst Drexl aufgehört hat, hat sich das dann ergeben. Es war nicht so, dass wir uns extra getroffen haben und der Verein gesagt hat, wir brauchen jemanden. Irgendwie war ich einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.“

Und dieser Ort ist meistens die Volleyball-Halle. Doch im Europacup verhält es sich etwas anders. „Das bedeutet mehr Aufwand, nicht so sehr am Spieltag selbst in der Halle, sondern rundherum“, so Eiter. „Dabei haben wir diesmal noch Glück, dass Novi Sad mit dem Bus kommt, da sparen wir uns, die Mannschaft vom Flughafen abzuholen. Aber die Schiedsrichter und Supervisor müssen vom Flughafen abgeholt, zum Hotel gebracht und auch am Spieltag bespaßt werden. Da brauchst du jemanden, der ihnen München zeigt. Und am Tag nach dem Spiel müssen sie wieder zum Flughafen gebracht werden. Du musst die Leute organisieren, die das machen.“

Nach fast fünf Jahren internationaler Wettkampfpause fehlt bei dieser Arbeit zwar die Routine, nicht aber der Routinier, wie Eiter verrät: „Wir sind gerade dabei, die Struktur neu aufzubauen. Da hilft mir zum Glück Horst Drexl, dessen Know How unersetzlich ist.“ Und dank dieser Unterstützung hofft er, künftig weniger von seinem Jahresurlaub opfern zu müssen: „Wenn die Strukturen nach ein, zwei Spielen stehen, wird es sicher einfacher.“

Einstweilen nehmen Eiter und seine freiwilligen Helfer den enormen Aufwand aber gerne in Kauf: „Vom CEV-Cup erhoffen wir uns schon, dass wir die Fans begeistern können. Die Alpenvolleys sind ein schwieriges Projekt, aber ich glaube, das Potenzial ist da. Die Leute sehen: Hier ist eine sympathische und erfolgreiche Mannschaft, die Spaß macht, auch wenn sie an zwei Standorten spielt.“

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