Ziel ist die Weltmeisterschaft in Stuttgart: Die Schleißheimer Andreas Steger (l.) und Alexander Brandl, Junioren-Europameister von 2019, starten inzwischen bei den Männern. Foto: Wilfried Schwarz
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Ziel ist die Weltmeisterschaft in Stuttgart: Die Schleißheimer Andreas Steger (l.) und Alexander Brandl, Junioren-Europameister von 2019, starten inzwischen bei den Männern.

Für die Kader-Athleten des RSV Schleißheim geht es nach einem Jahr Pause langsam wieder los

„Als Sportler brauchst du Wettkämpfe“

  • Patrik Stäbler
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Oberschleißheim – Wenn Emily Brenner und Lea Steger vom RSV Schleißheim Mitte März im schwäbischen Trillfingen auf ihre Kunsträder steigen, dann wird dies ihr erster Wettkampf nach ziemlich genau einem Jahr sein. Grund für die lange Pause war die Coronakrise, deretwegen diverse Turniere und Meisterschaften abgesagt oder verschoben wurden – auch für die Athletinnen und Athleten aus Oberschleißheim eine deprimierende Zeit, sagt Trainer Michael Grädler. „Als Sportler brauchst du Ziele. Und das Ziel kann es nicht sein, im Training bestimmte Elemente zu üben. Sondern man braucht auch den Wettkampf.

Damit soll es nun also wieder langsam losgehen – angefangen mit den ersten Junior Masters in Baden-Württemberg, wo Emily Brenner und Lea Steger Punkte im Kampf um ein Ticket für die Deutsche Meisterschaft sammeln wollen. Noch etwas länger gedulden müssen sich derweil ihre Kolleginnen und Kollegen vom RSV Schleißheim: Markus Wechner und Alexander Stadler, die als Zweier-Team bei den Schülern antreten; Alexander Brandl und Andreas Steger, die Junioren-Europameister von 2019, die inzwischen bei den Männern fahren; und Robert Schmidt, der seit dem Vorjahr ein Duo mit Sabine Tausch vom RSV Pullach bildet – die erste Startgemeinschaft in der Geschichte des Oberschleißheimer Klubs.

Immerhin: All diese RSV-Athletinnen und -Athleten dürfen trotz des Lockdowns aktuell trainieren, da sie entweder dem Bundes- oder dem Landeskader angehören. „Wir müssen beim Betreten unserer Halle eine Maske tragen und auch auf die Mindestabstände achten“, sagt Coach Michael Grädler. Zudem habe er selbst einen Mund-Nasen-Schutz auf, wenn er seinen Schützlingen Hilfestellung leiste. „Aber ansonsten können wir ganz normal trainieren“, berichtet Grädler.

Dreimal die Woche treffen sich seine RSV-Sportler derzeit in der Halle. Und auch, wenn ihnen die Wettkämpfe schmerzlich abgehen – Probleme mit der Motivation gebe es keine, berichtet ihr Coach. „Im Gegenteil: Alle sind dankbar, dass sie ins Training kommen dürfen. Das ist ja auch etwas Abwechslung in einer Zeit, in der man sonst wenig machen kann.“ Dieser Trainingsfleiß, das hoffen Trainer und Athleten, soll sich heuer auch bei den Wettkämpfen bezahlt machen: Für Emily Brenner und Lea Steger bei den Juniorinnen sowie Markus Wechner und Alexander Stadler bei den Schülern sei die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft das Ziel, so Grädler. Derweil peilen seine Senioren-Teams eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land an. Sie sollte eigentlich Ende 2020 in Stuttgart stattfinden, wurde dann jedoch wegen der Coronakrise auf Oktober 2021 verschoben.

Eine Teilnahme an der Heim-WM wäre für die drei Oberschleißheimer ein Höhepunkt in ihrer Karriere – und ein echtes Erlebnis. Schließlich dürften in Stuttgart mehrere Tausend Zuschauer auf der Tribüne sitzen, sofern die Corona-Lage dies zulässt. So wurden vor der Verschiebung der WM bereits circa 3500 Tickets für die Veranstaltung verkauft. Ungleich ruhiger wird es da Mitte März beim Junior Masters in Trillfingen zugehen, wo Zuschauer aufgrund der Pandemie-Bestimmungen nicht erlaubt sind. Emily Brenner und Lea Steger dürfte das jedoch nicht allzu sehr stören: Nach ihrer einjährigen Zwangspause freuen sie sich darauf, endlich wieder Wettkampfluft zu schnuppern.

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