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Hochspringer Tobias Potye durchbricht die 2,30-Meter-Schallmauer

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Von: Patrik Stäbler

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e Jubeltanz auf der Matte: „Ich hatte diese Höhe all die Jahre in der Mache“, sagt Tobias Potye.
Tobias Potye Jubeltanz auf der Matte: „Ich hatte diese Höhe all die Jahre in der Mache“, sagt Tobias Potye. © Ralf Görlitz

Der Aschheimer Hochspringer Tobias Potye fliegt erstmals über 2,30 Meter und wird Deutscher Meister. Die Fahrkarte zu den Europameisterschaften hat er jetzt in der Tasche. Aber was hat das blaue Klebeband an der Schuhspitze zu bedeuten?

Aschheim – Wer ganz genau hinschaut bei diesen Deutschen Meisterschaften der Hochspringer, der erkennt an der linken Schuhspitze von Tobias Potye blaues Klebeband – zwar nicht von Anbeginn des Wettkampfs, wohl aber seit einem seiner ersten Sprünge. Ob das ein spezieller Glücksbringer des Aschheimers ist, der für die LG Stadtwerke München startet? Oder ein modisches Accessoire?

Nein, der Hintergrund sei ein ganz anderer, erläutert Potye am Tag nach dem Wettkampf lachend. „Mein Schuh ist relativ früh aufgerissen. Deshalb habe ich ihn mit Gaffer Tape wieder zusammengeklebt. Es konnte ja keiner wissen, dass der Wettkampf zweieinhalb Stunden dauert - und das bei über dreißig Grad.“ Doch weder Hitze noch Schuh-Panne können Tobias Potye an diesem Abend in der Berlin bremsen: Nicht nur verteidigt der 27-Jährige seinen Deutschen Meistertitel, den er sich diesmal mit Mateusz Przybylko (TSV Bayer Leverkusen) teilen muss. Sondern was für Potye viel wichtiger ist: Erstmals in seiner Karriere segelt er über 2,30 Meter und durchbricht damit eine Schallmauer im Hochsprung.

„Ich denke schon länger von mir, dass ich ein 2,30-Meter-Springer bin – und jetzt habe ich es endlich gezeigt“, freut sich der Aschheimer, der die Rekordhöhe im dritten Versuch meistert und hernach auf der Matte einen Jubeltanz aufführt. „Ich habe mich extremst gefreut, da geht es einfach mit einem durch.“ Zumal die 2,30 Meter nicht nur die Norm für die Europameisterschaft in München sind, bei der Potye nun also fix dabei ist. Sondern mit dieser Höhe schiebt er sich auch auf Rang fünf der Weltjahresbestenliste – gemeinsam mit Co-Meister Przybylko und einigen weiteren Athleten. „Ich bin endlich in der Weltspitze angekommen“, freut sich Potye. „Jetzt geht es darum, sich dort zu etablieren. Das ist der zweite Schritt.“

Eine entscheidende Wegmarke könnte dabei die Weltmeisterschaft in den USA Mitte Juli darstellen. „Da will ich ins Finale kommen“, gibt sich Potye kämpferisch. Wobei er auch betont: „Das ganz große Ziel dieses Jahr ist die Heim-EM in München. Die überstrahlt alles.“ Nebst diesen zwei internationalen Meisterschaften werde er heuer nur wenige Wettkämpfe bestreiten. „Ich starte höchstens noch bei zwei, drei Meetings, bei denen das Teilnehmerfeld so besetzt ist, dass man davon ausgehen kann, dass hohe Höhen gesprungen werden“, sagt Potye. Schließlich profitieren Hochspringer wie nur wenige andere Leichtathleten davon, wenn sie sich im Wettkampf gegenseitig pushen können – so wie dies in Berlin bei Potye und Przybylko der Fall war.

„Wir hatten beide das gleiche Ziel und die gleiche Energie“, sagt der Aschheimer. „Das war genau die Art von Wettkampf, die wir gewollt und gebraucht haben.“ Und diese Konstellation führte dazu, dass gleich zwei Athleten über 2,30 Meter sprangen – was es bei Deutschen Meisterschaft zuletzt im Jahr 2020 gegeben hatte. „Ich bin froh, dass wir so einen hochwertigen Wettkampf abliefern konnten“, betont Potye. Trotz der Hitze, trotz der Dauer – und trotz des aufgerissenen Schuhs, der am Ende mit mehreren Lagen Klebeband umwickelt war. Doch das blieb nur eine skurrile Randnotiz angesichts des Rekordsprungs über 2,30 Meter. „Ich hatte diese Höhe all die Jahre in der Mache“, sagt Tobias Potye. „Das ich sie jetzt gesprungen bin, ist für mich auch eine Bestätigung – und gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Wettkämpfe.“ (PATRIK STÄBLER)

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