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Aschheimer Tobias Potye: „Ich will jetzt endlich die 2,30 Meter springen“

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Von: Patrik Stäbler

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Titelverteidiger im Anflug: Tobias Potye springt am Sonntag im Berliner Olympiastadion.
Titelverteidiger im Anflug: Tobias Potye springt am Sonntag im Berliner Olympiastadion. © imago/Chai v.d. Laage

Die aktuelle Weltrangliste im Hochsprung führt Tobias Potye auf Rang 24, was sowohl für die Teilnahme an der Leichtathletik-WM Mitte Juli in den USA als auch für die Heim-Europameisterschaft in München im August reichen würde. Allein darauf wolle er sich nicht ausruhen, sagt der Aschheimer, der seit 2015 für die LG Stadtwerke München antritt. „Ich will jetzt endlich die 2,30 Meter springen“ – mithin also die Direktnorm für die EM. „Und damit das Thema auch gedanklich abhaken.“

Aschheim – Gelingen soll dieser Sprung über die magische Marke idealerweise an diesem Sonntag bei der Deutschen Meisterschaft. Im Berliner Olympiastadion tritt Potye als Titelverteidiger an - und mit übersprungenen 2,25 Meter als Zweiter der nationalen Jahresbestenliste hinter seinem Dauerrivalen vom TSV Bayer Leverkusen, Mateusz Przybylko. Dieser hat heuer schon 2,26 Meter gemeistert, und doch gibt sich der Aschheimer betont zuversichtlich: „Ich will auf jeden Fall meinen Titel verteidigen“, betont Potye, dessen Allzeitbestleistung bei 2,27 Meter liegt. „Und ich will einen neue persönliche Rekordhöhe springen. Das ist mein Anspruch.“

Bei seinen bislang vier Starts in dieser Freiluftsaison ist ihm selbiges verwehrt geblieben – allerdings waren die Bedingungen auch alles andere als optimal. Beim ersten Wettkampf in Polen war es regnerisch und kalt, auch in Rehlingen musste das Pfingstsportfest wetterbedingt für längere Zeit unterbrochen werden, und zuletzt blies im schwedischen Sollentuna ein tückischer Seitenwind. Dennoch sprang Potye mal über 2,22 Meter, mal über 2,24 Meter, und bei der Rückkehr zu seinen Wurzeln beim Hochsprung-Meeting in Aschheim gar über 2,25 Meter.

Als Potye danach die Latte jedoch auf Höhen liegen ließ, die eine neue Bestleistung bedeutet hätten, scheiterte er bei allen Wettkämpfen – wenngleich mitunter nur knapp. „Die 2,30 Meter sind zum Greifen nahe“, ist der 27-Jährige überzeugt. Zwar bereite ihm sein linkes „Sorgen-Knie“ weiterhin Probleme; dazu seien zuletzt auch Beschwerden an der Achillessehne gekommen. „Aber ich habe mittlerweile eine gute Strategie entwickelt, wie ich damit umgehen kann“, sagt Potye. Zudem sei medizinisch abgesichert, dass weder am Knie noch an der Achillessehne strukturellen Schäden vorliegen.

Als Generalprobe für die Deutsche Meisterschaft wäre der Aschheimer am vergangenen Wochenende gerne bei einem Meeting in Madrid an den Start gegangen. Doch dort kam er über den Status des Ersatzmanns nicht hinaus – eine Erfahrung, die er diese Saison schon häufiger machen musste. „In Madrid hatte es Sonne und 35 Grad, die besten sind 2,26 Meter gesprungen und haben sich danach an 2,28 Meter probiert. Das wäre also genau die Art von Wettkampf gewesen, die ich brauche.“

Als amtierender Deutscher Meister im Freien und in der Halle sowie als Vierter der jüngsten Hallen-EM seien seine Referenzen eigentlich nicht schlecht, sagt Potye. Und dennoch bleibe er bei hochkarätigen Meetings oft außen vor. „Das lässt sich wahrscheinlich nur dadurch ändern, dass ich unumgänglich werde“, schätzt der Aschheimer. Sprich: dass er seine Bestmarke auf 2,30 Meter schraubt, und dann auch bei EM und WM bleibenden Eindruck hinterlässt.

Zunächst aber, das ist Tobias Potye wichtig, gelte seine volle Konzentration allein der Deutschen Meisterschaft in Berlin. „Alles spitzt sich jetzt zu, auf diesen ersten Saisonhöhepunkt hin“, sagt der 27-Jährige. „Und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich am Sonntag performen kann.“ (PATRIK STÄBLER)

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