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TSV Haching München: Balsam für die geschundene Seele

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Von: Umberto Savignano

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Mit voller Wucht zum ersten Saisonsieg: Jonas Sagstetter und die Hachinger Löwen werden endlich belohnt.
Mit voller Wucht zum ersten Saisonsieg: Jonas Sagstetter und die Hachinger Löwen werden endlich belohnt. © Robert Brouczek

Unterhaching – Neben den ausgelassenen Jubelszenen war auch die spontane Maßnahme von Bogdan Tanase ein eindeutiger Beleg für die Bedeutung dieses 3:2 über die Helios Grizzlys Giesen: Der Trainer des TSV Haching München war so begeistert von seiner Mannschaft, dass er ihr spontan zwei Tage frei gab. Da ließ es sich anschließend im Mythos, dem Stamm-Griechen der Unterhachinger Volleyballer, um so unbeschwerter feiern.

VON UMBERTO SAVIGNANO

Der Erfolg über die Giesener, die tags zuvor in Herrsching noch souverän 3:0 gewonnen hatten, war eben ein ganz besonderer. Zum ersten Mal, seit sie 2020 quasi eine Lehrstelle in der Bundesliga antreten konnte, weil wegen Corona kein Team absteigen muss, hat die junge TSV-Truppe einen etablierten Kontrahenten bezwungen. „Das war Balsam für die Seele und eine tolle Bestätigung, auch für alle Helfer und Fans“, freute sich Eric Paduretu, der über weite Strecken der Partie als Zuspieler seine Pässe klug verteilte.

Dabei kam der Triumph völlig unerwartet: Das Spiel gegen die Grizzlys war das fünfte innerhalb von zwölf Tagen. Zuvor hatte es in Frankfurt, gegen Düren, im Pokal gegen Lüneburg und in Herrsching sehr eindeutige 0:3-Pleiten gesetzt, bei denen der TSV nur einen Satz, nämlich den dritten gegen Düren mit 26:28 offen gestalten konnte. Den Eindruck einer gewissen Stagnation vor dem Duell mit Giesen räumte Paduretu durchaus ein, zumal man ja mit dem respektablen 2:3 beim Tabellenzweiten Düren gleich zu Saisonbeginn Hoffnungen auf das eine oder andere Erfolgserlebnis geweckt hatte. Doch sei dadurch wohl auch Druck entstanden. „Wahrscheinlich hatten wir danach schon eine höhere Erwartungshaltung. Und wenn du dann zwei-, dreimal 3:0 verlierst, schwindet natürlich das Selbstvertrauen,“ erklärte der 22-Jährige die Talsohle. Die Gründe, warum die Löwen diese nun so spektakulär verlassen haben, konnte er weniger klar benennen: „Es fällt mir schwer, das an irgendetwas festzumachen. Es war einfach von vorne bis hinten viel besser. Alle habe sich beim Warm Up schon sehr gut gefühlt. Wir wussten, wir haben eine realistische Chance, weil Giesen müde war, die waren ja seit Dienstag auf Tour. Und wir haben gesagt, wir werfen alles rein, was wir haben.“

Mit den Auswärtspartien gegen Herrsching am Mittwoch (im Pokal) und Samstag hatte Giesen tatsächlich ein hartes Programm in den Knochen stecken. Hachings früherer Publikumsliebling Ben Ibata gab sich als Kommentator des Live Streams deshalb schon im ersten Satz zuversichtlich für seinen Ex-Verein: „Giesen hat Schwierigkeiten, ins eigene Spiel zu finden. Vielleicht ist das die Chance für Haching, dass der Gegner müde ist.“ Doch der überragende, zum wertvollsten Akteur seiner Mannschaft gewählte TSV-Angreifer Philipp Schumann verwies nicht zu Unrecht auf den eigenen Terminplan: „Wir haben am Freitag gespielt, von daher war das relativ fair verteilt.“ Tatsache ist: Die Hachinger haben ihr Talent gegen Giesen konstanter präsentiert als zuvor. Und laut Paduretu ist das womöglich nur das Resultat zielgerichteter Arbeit: „Wir haben immer fleißig trainiert und versucht, uns aus dem Negativstrudel zu befreien.“

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