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Coach Philipp Howard verlässt die Disciples Haar

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Von: Patrik Stäbler

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Gehen getrennte Wege: Sportdirektor Christopher (l.) und Trainer Philipp Howard. © Gerald Förtsch

Christopher Howard hat zurzeit arbeitsreiche Tage – und Schuld ist nicht zuletzt sein Bruder. Denn Philipp Howard ist als Trainer des Baseball-Bundesligisten Haar Disciples zurückgetreten. Und für seinen älteren Bruder, der als Sportdirektor des Klubs fungiert, heißt das: Er muss aktuell nicht nur den Kader für die neue Saison zusammenstellen und sich als Leiter der Disciples-Academy um den Nachwuchs kümmern. Sondern Christopher Howard ist auch auf Trainersuche – und ganz nebenbei leitet er überdies das Mannschaftstraining, bis ein neuer Coach gefunden ist.

Haar – „Da kommt jetzt viel zusammen“, sagt Christopher Howard, der zugleich betont, die Beweggründe seines Bruders nachvollziehen zu können. So erklärt Philipp Howard seinen Rückzug zum einen damit, dass sich in seinem Job bei einem Online-Weinhändler „ein bisschen was getan hat, weshalb ich mehr eingespannt bin“. Zum anderen habe ihm der neue Bundestrainer Steve Janssen einen Posten in seinem Trainerstab angeboten. „So eine Chance bekommt man nicht oft“, sagt der 31-Jährige – zumal heuer eine Europameisterschaft im eigenen Land anstehe.

„Für ihn persönlich freue ich mich“, sagt Sportdirektor Christopher Howard. „Für den Verein dagegen ist es schade.“ Schließlich blickt Philipp Howard, der im Frühjahr 2017 Don Freeman ablöste, auf eine erfolgreiche Zeit bei den Disciples zurück. In seiner ersten Saison führte er den Klub ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft – so weit wie noch nie in der Vereinsgeschichte. Im Vorjahr belegten die Haarer dann abermals einen starken zweiten Platz nach der regulären Saison, ehe sie in der Zwischenrunde den Sprung unter die letzten Vier verpassten.

Nachdem die Disciples die Bundesligalizenz zuletzt nur unter Auflagen erhalten hatten, gab der Verein im Oktober bekannt, dass er in eine finanzielle Schieflage geraten sei. Jahrelang habe man – unbemerkt vom Vorstand – über die eigenen Verhältnisse gelebt, räumte Präsident Todd Covell ein. Daher müsse man nun „den Gürtel enger schnallen“, ergänzte Vorstandsmitglied Tom Wolf, der betonte: „Das betrifft auch die Erste Mannschaft.“

Thorp und Thomas bleiben – zwei neue Werfer kommen

Diese Entwicklung habe bei seiner Entscheidung, das Traineramt aufzugeben, jedoch keine Rolle gespielt, sagt Philipp Howard. Derweil berichtet sein für die Kaderplanung zuständiger Bruder, dass der Verein zwischenzeitlich „neue Geldquellen“ gefunden habe. Zwar werde man nicht so viele Importspieler verpflichten können wie in den Vorjahren, sagt er. Doch ganz auf ausländische Neuzugänge verzichten müsse man freilich nicht.

So planen die Disciples nach dem Abschied von Jan Tomek, der sich den Regensburg Legionären angeschlossen hat, zwei neue Startwerfer zu verpflichten. Überdies werden der Kanadier William Thorp, der inzwischen in München lebt, sowie der britische Nationalspieler Nateshon Thomas weiter für die Disciples auflaufen. Sogar einen Neuzugang haben sich die Haarer geangelt: Outfielder David Dinski kommt von den Legionären, was Christopher Howard zufrieden kommentiert: „Da haben wir mal einen Regensburger geholt.“

Ansonsten bleiben bei den Disciples – bis auf Jan Tomek – alle Spieler an Bord, weshalb der Sportdirektor zuversichtlich auf die neue Saison blickt, die am 30. März beginnt. „Auch wenn unsere finanzielle Situation nicht so bequem ist, heißt das nicht, dass wir als Ziel ausgeben nicht abzusteigen“, stellt Christopher Howard klar. Vielmehr wolle man erneut die Playoffs erreichen, „und dort so weit kommen, wie‘s geht“. 

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