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Die Bälle ruhen im Handball mindestens bis zur nächsten Saison. 

Auch der Handball bricht die Saison ab

  • vonMichael Grözinger - Redakteur
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So richtig überrascht dürfte der gestrige Brief des Bayerischen Handball-Verbands (BHV) an seine Vereine kaum jemanden haben. Der BHV verlor in seinem Schreiben keine Zeit und stellte gleich mit dem ersten Satz unmissverständlich klar: „In der Sitzung am 15. Februar sind das Präsidium und die Bezirksvorsitzenden aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie einvernehmlich übereingekommen, die Saison 2020/21 zu beenden.“

Landkreis – Saisonabbruch. Was sich in den vergangenen Wochen und Monaten angedeutet hatte, ist nun Gewissheit – beziehungsweise beschlossene Sache. Gültig ist die Entscheidung erst, nachdem Bezirksspielleitungen und BHV-Präsidium den Beschluss auch formell gefasst haben. Während man auf Bezirksebene bereits seit Längerem mit dem Abbruch gerechnet hatte, dürfte die Entscheidung den Bayern- und Landesligisten zumindest einen kleinen Stich versetzt haben. Bis zuletzt hatte die Hoffnung bestanden, die Saison in einem besonderen Turniermodus doch noch zu einem regulären Ende bringen zu können (wir berichteten). Daraus wird nichts, der Abbruch gilt für alle Spielklassen von der Bayernliga abwärts.

Und was bedeutet die Entscheidung des BHV? Die angefangene Saison 2020/21 wird nicht gewertet, es gibt sportlich weder Auf- noch Absteiger. Die Saison 2021/22 soll in der Zusammensetzung und der Ligeneinteilung Stand 18. September 2020 gespielt werden. Mannschaften, die bereits vor diesem Stichtag zurückgezogen hatten, gelten als Absteiger, jene, die nach dem 18. September zurückzogen, verbleiben in ihrer Spielklasse. Finanziell soll den bayerischen Handballvereinen durch den Saisonabbruch kein unnötiger Schaden entstehen. Daher verspricht der BHV, dass Spielbeiträge auf Verbands- und Bezirksebene nicht fällig werden. Bereits eingezogene Zahlungen würden für die kommende Saison angerechnet, so der Verband. Auch ein Schiedsrichterkostenausgleich werde durchgeführt, sofern in der angebrochenen Saison Spiele ausgetragen worden seien. Den Saisonabbruch bezeichnet der BHV als alternativlos: „Durch die politischen Vorgaben, die Ungewissheit einer möglichen Wiederaufnahme des Handballsports und die zeitlich begrenzte Möglichkeit, eine Saison noch sportlich fair abzuschließen, ist dem Bayerischen Handball-Verband keine andere Vorgehensweise möglich.“ Jetzt, da Klarheit herrscht, wolle der BHV „sämtliche Aktivitäten“ auf die kommende Spielzeit fokussieren, unter anderem auf die Jugend--Qualifikation.

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