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Ein Bild aus guten Zeiten: Die DHB-Frauen (blau) spielen bei einem Trainingslager in Ismaning gegen das einheimische Team „Die Brüder“. 

TSV Ismaning hat die EM fest im Blick

  • vonGuido Verstegen
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Internationaler Beachhandball in Zeiten von Corona: Die ursprünglich für Sommer 2020 geplante Weltmeisterschaft der Männer und Frauen ist vollständig abgesagt worden, die WM der weiblichen und männlichen U17-Jahrgänge verlegte die Internationale Handball Föderation (IHF) auf 2022. Immerhin: Für die vier deutschen Nationalteams steht weiterhin die für Juli geplante Europameisterschaft im Kalender.

Ismaning/Schleißheim – „Wir hängen in den Seilen, was Corona angeht“, sagt Frauen-Bundestrainer Alexander Novakovic vom TSV Ismaning, „aber wir hoffen natürlich, dass die EM stattfinden kann, und wir bereiten uns gewissenhaft darauf vor.“

Für die WM waren seine Schützlinge nicht qualifiziert, aber im bulgarischen Varna sind sie dabei und wollen sich von ihrer besten Seite zeigen. 37 Senioren- und 36 Jugendteams vertreten dort im Juli ihre Nationen, bei den Senioren (18 Frauen- und 19 Männer-Vertretungen) wird der Teilnehmerrekord der EM 2019 in Polen (20/20) nur knapp verpasst. Im Rahmen des Turniers vom 13. bis 18. Juli wird es noch eine vorgeschaltete Qualifikation geben und die Zahl der Starter auf je 16 reduziert.

„Der EM-Kader ist noch nicht definiert“, betont Novakovic. Wer glaubt, dass der 36-Jährige angesichts der mangelnden Beach-Wettkampfpraxis seiner Spielerinnen Trübsal bläst, der hat sich getäuscht: „Eigentlich habe ich eine sehr schöne Situation, wir sind in der Breite deutlich besser aufgestellt als noch vor einem Jahr.“ Das intensive Stützpunkt-Training – acht DHB-Standorte in Deutschland, einer davon in Ismaning – habe sich ausgezahlt, „auf den verschiedenen Positionen gibt es bis zu vier Optionen“.

Annähernd 30 Akteurinnen bilden das erweiterte Aufgebot, mindestens 14 kommen aktuell aus dem Landkreis München respektive aus den in Ismaning (Brüder, Minga Turtles) und Schleißheim (Beach Bazis) stationierten Teams. Der Konkurrenzkampf um einen Platz im EM-Kader ist also längst eröffnet, und mit dem in der Woche nach Ostern anstehenden Indoor-Lehrgang geht Novakovic den nächsten Schritt: 20 Kandidatinnen sind in Witten dabei, nach und nach will er den Kreis auf 14 bis 15 eingrenzen: „Das ist hart in der Entscheidung, gerade was viele Spielerinnen aus dem Landkreis angeht – 3. Liga und Bayernliga stecken in der Corona-Zwangspause, die beiden Bundesliga laufen weiter.“

Novakovic findet das „ungerecht“, allerdings müsse er eben die Besten nominieren. Immerhin hätten alle ihre individuellen Trainingspläne und seien aufgefordert, sich durchgängig fitzuhalten. Glücklicherweise fülle sich – zumindest außerhalb Deutschlands – der Turnierkalender wieder. So plant Novakovic die Teilnahme an drei Events ein, so denn die dann vorherrschende Corona-Lage dies zulässt. Ab Anfang Juni gebe es dann eine knappe und intensive Vorbereitung auf die Europameisterschaft: „Da wünsche ich mir in diesen intensiven Tagen viel Wettkampf.“

Bei den Männern steht aktuell Severin Heinrich (THC EhDrin Ismaning/SpVgg Altenerding) im erweiterten Kader von Bundestrainer Konrad Bansa. Der arbeitet nach der Absage der WM nun auf die EM hin. „Allerdings würde ich sämtliche Turniere sofort eintauschen, wenn man dafür zumindest den Kindern und Jugendlichen wieder ihren Sport ermöglichen könnte“, wird Bansa auf der Website des DHB zitiert.

Die European Handball Federation (EHF) terminierte zudem die im Vorjahr ausgefallene Jugend-Europameisterschaft neu: Ebenfalls in Varna spielen zwischen dem 8. und 11. Juli die beiden deutschen U17-Teams um den EM-Titel. Auch hier rechnen sich Aktive aus dem Landkreis Chancen auf eine Teilnahme aus, Co-Trainerin der weiblichen U17 ist Fernanda Roveta vom TSV Ismaning.

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