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Man kennt sich: Claudia Mürle (l.) und Elena Kiesling. Das ist eine wertvolle Konstante in der generell unsicheren Situation.

Trainer-Duo für Lohhofs Volleyballerinnen

  • vonSilke Andersson
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Claudia Mürle  und Elena Kiesling: Trainer-Duo für Volleyballerinnen des SV Lohhof.

VON SILKE ANDERSSON

Lohhof – Die Zukunft der Lohhofer Zweitliga-Volleyballerinnen hat gerade ganz schön viele Fragezeichen: Wann kann man sich mal wieder zu einer „echten“ Mannschaftssitzung treffen, um über die neue Spielzeit sprechen, und wer wird dabei sein? Wann wird die Saison starten und in welcher Form? Und wann wird gemeinsames Training in der Halle überhaupt wieder möglich sein? Fragen, die sich so oder so ähnlich gerade fast alle Mannschaftssportarten stellen, doch zumindest ein Fragezeichen hat sich in Lohhof Anfang der Woche aufgelöst: Als Nachfolger von Trainer Patrick Sprung haben die sportlich Verantwortlichen ein Trainerinnen-Duo vorgestellt. Die bisherige Athletiktrainerin der Mannschaft, Elena Kiesling, und Claudia Mürle, die beim SVL wahrscheinlich wirklich jedes Kind kennt. Denn neben dem Training des SVL-Talentschuppens in der Dritten Liga hat die 43-Jährige in den vergangenen 15 Jahren zahlreiche Jugendmannschaften trainiert. Sie kennt die Mannschaft, ihre neue Tandempartnerin aber wahrscheinlich sogar noch besser. „Physios und Athletiktrainern schüttet man ja gerne mal sein Herz aus“, meint Mürle, „weil sie einfach ein bisschen Abstand haben.“

Man kennt sich – das ist eine sicher wertvolle Konstante in der generell unsicheren Situation. Den anderen wichtigen Punkt dürfte die Erfahrung der beiden Trainerinnen ausmachen. Nicht nur als A-Trainerinnen und Talententwicklerinnen, denn auch Kiesling hat nach ihrem Job als Zweitliga-Spielertrainerin in Bad Soden am Stuttgarter Bundesstützpunkt im Nachwuchsbereich gearbeitet. Ein zusätzliches Plus kann sein, dass beide auf erfolgreiche Spielerkarrieren zurückblicken. Mürle war viele Jahre Zuspielerin verschiedener Erstligisten und auch im Sand erfolgreich, Kiesling hat während und nach ihrer Zweitligazeit in der Halle zahlreiche Titel und Podestplätze auf der deutschen Beach-Tour gefeiert. Diese Spielerperspektive kann von Vorteil sein, gerade in den Gesprächen jetzt mit dem Vorjahreskader. Drei Wackelkandidatinnen gibt es laut Kiesling noch, „der Rest macht weiter.“ Überreden will die 37-Jährige allerdings niemanden, „das müssen sie schon selbst wollen und Lust darauf haben, an die Grenzen ihres Potenzials zu kommen.“ Ein Satz wie aus dem Coaching-Lehrbuch, und in der Tat hat die studierte Sportwissenschaftlerin und Doktorin der Amerikanistik gerade eine Coaching Plattform für Sport-, aber auch Business-Coaching mit-gegründet. Zudem betreut sie das Beachteam Dollinger/Kulzer, das in der erweiterten deutschen Spitze mitmischen würde. Doch die deutsche Tour ist bereits abgesagt, was Elena Kiesling die Zeit verschafft, die „schöne Chance“ aus Lohhof anzunehmen.

Wie beide Trainerinnen die Situation meistern, wenn Kiesling wieder in Sachen Beach unterwegs ist und Mürle mit der Jugendarbeit in Lohhof, ihren beiden eigenen Kindern und Job ebenfalls gut eingespannt ist, muss sich zeigen: „Eine alleine hätte das zeitlich nicht stemmen können“, sagt Mürle. Die „interne Doppelspitze“ war aber die klare Wunschlösung der Abteilungsleitung, und in der Umsetzung betreten die beiden Trainerinnen jetzt kein völlig fremdes Terrain: „Beim Beach ist das relativ normal. Wir müssen Struktur in unsere Kommunikation bringen“, sieht Kiesling als eine der wichtigsten Aufgaben an, „damit alle wissen, was Sache ist.“

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