Bestleistung: Emily Brenner (links) und Lea Steger, Kunstadfahrerinnen vom RSV Schleißheim, überzeugen in Trillfingen.
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Bestleistung: Emily Brenner (links) und Lea Steger, Kunstadfahrerinnen vom RSV Schleißheim, überzeugen in Trillfingen.

Schleißheimer Kunstrad-Duo sammelt wertvolle Punkte beim 1. Junior Masters

Lea Steger/Emily Brenner wollen ins Nationalteam

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Oberschleißheim – Nachdem Lea Steger und Emily Brenner von ihren Kunsträdern gestiegen sind, fällt der Applaus in der Halle ungewohnt leise aus – und dennoch strahlen die zwei Fahrerinnen vom RSV Schleißheim übers ganze Gesicht. Denn das Duo hat beim 1. Junior Masters im schwäbischen Trillfingen eine weitgehend fehlerfreie Kür gezeigt, die kurz darauf mit 92,42 Punkten belohnt wird – eine Bestleistung für die RSV-Juniorinnen.

Dass der Applaus dennoch verhalten ausfällt, hat einen einfachen Grund: Wegen der Corona-Auflagen sind diesmal keine Zuschauer in der Halle erlaubt. „Für Sportler und Trainer ungewohnt“ sei das gewesen, berichtet Michael Grädler, Chefcoach beim RSV Schleißheim. Er zeigt sich hoch zufrieden mit der Leistung der 16-jährigen Lea Steger und ihrer ein Jahr jüngeren Partnerin Emily Brenner, die im Endklassement auf Rang fünf landen – bloß 14 Punkte hinter den Siegerinnen und amtierenden Europameisterinnen, Anika Papok und Anna-Sophia von Schneyder (RV Lottstetten). „Es war nicht vorauszusehen, dass sie so gut fahren würden“, sagt Grädler. Schließlich habe hinter Lea Steger und Emily Brenner ein komplettes Jahr ohne einen einzigen Wettkampf gelegen – wegen der Pandemie. „Die beiden haben ein neues Programm mit neuen Elementen gezeigt. Und wir wussten überhaupt nicht, wo sie stehen“, sagt der Trainer. Entsprechend groß sei die Freude gewesen nach einer Vorstellung „mit nur ein paar kleinen Unsicherheiten“, so Grädler. „Man hat richtig gemerkt, wie groß die Last war, die von den beiden abgefallen ist.“

Am Nachmittag lief es dann weniger gut für Lea Steger und Emily Brenner: Bei ihrem zweiten Auftritt mussten sie sich infolge mehrerer Wackler mit 73,55 Punkten begnügen. Jedoch falle das nicht ins Gewicht, sagt ihr Coach. Denn bei dieser Wertung sei es lediglich um die Qualifikation für die Europameisterschaft gegangen, die ohnehin außer Reichweite für die Schleißheimerinnen ist. Ihr großes Ziel in dieser Saison ist vielmehr die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft sowie der Sprung ins Nationalteam – und hierfür konnten Lea Steger und Emily Brenner bei ihrem ersten Auftritt wertvolle Punkte sammeln.

Für das Duo geht es bereits Ende März mit dem zweiten Junior Masters in Bruckmühl bei Rosenheim weiter. Noch etwas länger gedulden bis zu ihrem ersten Wettkampf nach der Corona-Pause müssen sich derweil die anderen Kunstradfahrerinnen und
-fahrer des RSV Schleißheim, die ebenfalls dem Landes- oder Bundeskader angehören und daher auch während des Lockdowns weiter trainieren durften. Zu ihnen zählen Markus Wechner und Alexander Stadler, die als Zweier-Team bei den Schülern antreten; außerdem die Junioren-Europameister von 2019, Alexander Brandl und Andreas Steger, die inzwischen bei den Männern fahren; und nicht zuletzt Robert Schmidt, der gemeinsam mit Sabine Tausch vom RSV Pullach ein Duo bildet.

Sie alle werden erst im Sommer ins Wettkampfgeschehen eingreifen – dann hoffentlich wieder unter entspannteren Corona-Bedingungen, mit Zuschauern in der Halle und mit einer richtigen Siegerehrung. Diese habe beim Junior Masters ausschließlich digital stattgefunden, berichtet Trainer Michael Grädler. Und so mussten Lea Steger und Emily Brenner auch bei der Siegerehrung auf Applaus verzichten – was das Duo angesichts des gelungenen Wettkampf-Comebacks aber kaum gestört haben dürfte.

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