Zufrieden: Valentin Zapf hat sich für die Turn-DM Mitte Mai qualifiziert.
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Zufrieden: Valentin Zapf hat sich für die Turn-DM Mitte Mai qualifiziert.

Aschheimer Turner versucht Abitur und Hochleistungssport unter einen Hut zu bekommen

Der Spagat des Valentin Zapf

  • Patrik Stäbler
    vonPatrik Stäbler
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Unterföhring – Für Valentin Zapf ist es gleich in dreifacher Hinsicht eine Premiere gewesen – und das in seiner Heim-Halle in Unterföhring.

Dort fand nämlich, erstens, die Qualifikation für die Deutschen Turn-Meisterschaften statt – zugleich der erste Wettkampf für den 18-Jährigen in dieser Saison. Zweitens zeigte der Ausnahmeturner aus Aschheim, der für den TSV Unterföhring startet, an nahezu allen Geräten neue Übungen, die er im Winter einstudiert hat. Und drittens betrat Zapf auch noch Neuland auf ungewohntem Terrain – und zwar als Co-Kommentator des Livestreams zur Veranstaltung.

Da wegen der Corona-Pandemie keine Zuschauer in der Halle erlaubt waren, hatte der TSV Unterföhring eine Übertragung im Internet angeboten. Federführend kümmerte sich darum Sven Fransen, der für das Drittligateam des Klubs turnt – jene Mannschaft, der auch Valentin Zapf angehörte, ehe er im Vorjahr zum Bundesligisten TV Wetzgau wechselte. Sein früherer Teamkollege habe ihn gefragt, ob er ihm als Co-Kommentator zur Seite stehen wolle, erzählt Zapf. „Und da ich mit meinem Wettkampf erst am Nachmittag dran war, habe ich spontan zugesagt.“

Und so kommentierten die zwei Experten für den Livestream, wie sich die besten Nachwuchsturnerinnen und -turner aus dem Freistaat in Unterföhring schlugen. „Am Anfang musste ich erst mal reinkommen, aber irgendwann lief es dann“, sagt Zapf über sein Debüt am Mikrofon. „Auf jeden Fall hat es viel Spaß gemacht.“ Aus Unterföhringer Sicht konnten die Kommentatoren durchaus auch Erfreuliches berichten – und zwar über Zeno Csuka, den Sohn von Zapfs Trainer Zoltan Csuka. Er landete in der Altersklasse 12 auf dem ersten Platz. Und, so formuliert es Ricki Kapoor, der Leiter der Turntalentschule des TSV Unterföhring: „Von der Qualität und der Ausführung her ist er deutlich aufgefallen.“

Als Mitglied des Bundeskaders war Zeno Csuka indes schon vor dem Wettkampf für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Anders sah es bei den Unterföhringer Turnerinnen Lisa Rudolf (AK 12), Zoe Danielle Landgraf (AK 13) und Leanie Schneider (AK 14) aus, die allesamt dem bayerischen Landeskader angehören. Das Trio hätte sich in heimischer Halle für die nationalen Titelkämpfe qualifizieren können. Jedoch verpassten die drei Unterföhringerinnen die hierfür erforderliche Punktzahl.

Schon nominiert für die deutschen Titelkämpfe der Männer ist derweil Valentin Zapf. Er landete in Unterföhring auf Platz vier des Endklassements – was aber nur bedingt aussagekräftig ist. Denn, so sagt der mehrfache Deutsche Jugend-Meister, der heuer seine erste Saison im Männerbereich turnt: „Man darf nicht auf die Punkte schauen, denn das war nicht mein Ziel.“ Vielmehr sei es darum gegangen, die im Winter neu erlernten Elemente erstmals im Wettkampf zu zeigen – beispielsweise am Boden einen gebückten Doppelsalto vorwärts. „Die meisten Teile haben ganz gut geklappt“, zeigt sich Valentin Zapf zufrieden. „Außerdem habe ich gesehen, woran ich noch arbeiten muss.“

Wobei das mit Blick auf die Deutschen Meisterschaften Mitte Mai so eine Sache ist. Denn obschon sie diese Saison das große Ziel von Valentin Zapf sind, werden die nationalen Titelkämpfe in Leipzig bei ihm „wie nebenher laufen müssen“. Der Grund: Zapf, der die 12. Klasse am Gymnasium in Kirchheim besucht, macht heuer sein Abitur; drei Tage vor sowie zwei Tage nach den Deutschen Meisterschaften stehen für ihn die schriftlichen Prüfungen in Deutsch und Mathe auf dem Programm. Wie er Abi und Hochleistungssport unter einen Hut bekommt? „Das ist im Moment schwierig“, räumt Valentin Zapf ein. „Aber ich habe das auch mit dem Bundestrainer abgestimmt.“ Und sobald er das Abitur in der Tasche habe, sagt der 18-Jährige, „kann ich mich erst mal voll auf den Sport konzentrieren“.

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