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Zweiter Platz und persönliche Bestleistung: Trotzdem hat Christian Zimmermann das EM-Ticket wohl verpasst. 

Kirchheimer Zimmermann gewinnt DM-Silber

  • Patrik Stäbler
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Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften: Kirchheimer Zimmermann gewinnt DM-Silber – Tobias Potye holt im Hochsprung Bronze.

Kirchheim/Aschheim/Dortmund –Kugelstoßer Christian Zimmermann aus Kirchheim sorgt mit seiner Silbermedaille für den Glanzpunkt aus Landkreis-Sicht bei den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten. Weniger gut läuft es derweil für Tobias Potye und Fabian Olbert.

Nach dem besten Wettkampf seiner Karriere muss Christian Zimmermann erst einmal warten – auf einen Dopingkontrolleur. Da sitzt der Kugelstoßer vom Kirchheimer SC nun also „in einem kleinen Kabuff“ in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle, als plötzlich Lisa Ryzih den Raum betritt. Die frisch gebackene Deutsche Meisterin im Stabhochsprung muss ebenfalls zur Dopingkontrolle, und in der Hand hält sie eine Silbermedaille – jene von Christian Zimmermann.

„Sie hat gesagt: Hier ist übrigens deine Medaille, die lag draußen herum“, erzählt Zimmermann und lacht. Der 2,13-Meter-Hüne nimmt diese ungewöhnliche Siegerehrung – die sonst übliche Zeremonie war wegen der Corona-Auflagen gestrichen worden – freilich mit Humor. „Ich will mich da nicht drüber aufregen“, sagt der Kirchheimer. Schließlich ist der zweite Platz bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften der größte Erfolg seiner Karriere. Und obendrein sind ihm in Dortmund zwei Stöße über die 20-Meter-Marke gelungen – darunter mit 20,09 Meter eine neue persönliche Bestleistung.

„Ich fahre happy wieder nach Hause“, bekräftigt Zimmermann – und wer den sonst so selbstkritischen Kirchheimer kennt, der weiß, dass das für ihn eine fast schon überschwängliche Aussage ist. Ob er rundum zufrieden sei mit seinem Auftritt? Diese Frage beantwortet der 26-Jährige mit einem klaren „Jein“. Zwar habe er im Wettkampf „alles umgesetzt, was mein Trainer und ich uns vorgenommen hatten“, sagt Zimmermann. Jedoch bleibe als Wermutstropfen, dass die 20,09 Meter wohl nicht für ein Ticket zur Hallen-Europameisterschaft Anfang März in Polen reichen werden. „Ich habe noch keine definitive Absage bekommen“, sagt Zimmermann. „Aber ich gehe davon aus, dass ich nicht dabei sein werde.“

Und dennoch überwiegt bei dem 26-Jährigen hinterher die Freude über einen Wettkampf, den er gleich mit einem satten Stoß auf 19,99 Meter eröffnet. Schon im zweiten Versuch fliegt die Kugel auf 20,09 Meter – „ein perfekter Start“, so Zimmermann. Bei den folgenden Stößen habe er dann alles daran gesetzt, in die Nähe von 20,85 Meter zu kommen, die Norm für die Hallen-EM. Doch auch, wenn die Kugel im vierten Anlauf noch mal auf 20,07 Meter fliegt – zu mehr reicht es nicht an diesem Abend. Und so kann sich Christian Zimmermann letztlich über einen zweiten Platz hinter Seriensieger David Storl (20,83 Meter) freuen – und über seine zweite Medaille bei einer Hallen-DM nach Bronze im Jahr 2019.

Gar schon zweimal Deutscher Vizemeister ist Tobias Potye in der Halle geworden – 2017 und 2020. Heuer jedoch muss sich der Hochspringer aus Aschheim, der für die LG Stadtwerke München startet, mit dem dritten Platz begnügen. Nachdem er seine Hallen-Bestmarke Ende Januar in Wien noch auf 2,26 Meter geschraubt hat, kommt er in Dortmund nicht über 2,20 Meter hinaus. Diese Höhe meistert er im zweiten Versuch; im Anschluss scheitert er dann einmal an 2,23 und zweimal an 2,26 Meter. In der Endabrechnung bedeutet das Bronze für den 25-jährigen Tobias Potye – hinter Jonas Wagner (2,28 Meter) und Falk Wendrich (2,23).

Erwartungsgemäß ohne Medaille bleibt in Dortmund Fabian Olbert, der wie Zimmermann aus Kirchheim stammt und wie Potye das Trikot der LG Stadtwerke München trägt. Der 20-jährige Sprinter verpasst über 60 Meter den Endlauf. In seinem Halbfinale reicht es für Olbert nur zu Rang vier in 6,79 Sekunden. Im Vorjahr hatte der Kirchheimer bei der Hallen-DM in Leipzig noch den Endlauf erreicht und überdies im Halbfinale Deutschlands Top-Sprinter Julian Reus geschlagen – in 6,65 Sekunden. In dieser Hallensaison ist Olbert jedoch nie richtig in Fahrt gekommen, wohl auch die Folge einer längeren Verletzungspause im Vorjahr.

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